Verkehr auf der Telegrafenstraße "umzudrehen" wäre bedenklich

Auch dieser Bereich - "Dreieck" Telegrafen-, Kölner Straße und Brückenweg - müsste für die Umkehr der Einbahnrichtung umgekrempelt werden - mit städteplanerisch fatalen Folgen.
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Auch dieser Bereich - "Dreieck" Telegrafen-, Kölner Straße und Brückenweg - müsste für die Umkehr der Einbahnrichtung umgekrempelt werden - mit städteplanerisch fatalen Folgen.

RADWEG Bedenken sprechen gegen "Umkehr" Verwaltung - planerische, aber auch jede Menge Kosten: bis zu 2,7 Mio. Euro. Die Stadtverwaltung hat für die Montag-Sitzung des Stadtrats zusammengestellt, welche Folgen es hätte, würde Wermelskirchen dem WNK-UWG-Vorschlag folgen und den Verkehr auf der Telegrafenstraße "umdrehen".

Unter die Lupe genommen hat die Bauverwaltung fünf betroffene Abschnitte. Im Brückenweg in Höhe Rathaus müssten alle Bäume entlang der Mauer zur Seite der B 51 entfernt werden und müsste der heute wassergebundene Gehweg in einen befestigten Rad-/ Gehweg umgebaut werden (Kosten: bis zu 50.000 Euro).

Brückenweg Höhe "Ring-Kaufhaus": Hier müssten ebenfalls alle Bäume verschwinden und der Geh- in einen Rad-/ Gehweg umgebaut werden. Es müsste eine neue Haltestelle aufgestellt werden - mit Rückwand, um Fahrgäste von Radfahrern zu trennen; zudem müssten alle Mittelinseln weg und Flächen mit Pflaster bzw. Asphalt befestigt werden (Kosten 300.000 - 350.000 Euro).

Am "Dreieck" Brückenweg - Telegrafen- und Kölner Straße wären umfangreiche Umbau-Arbeiten erforderlich und müssten beide Bäume versetzt bzw. entfernt werden (Kosten bis 80.000 Euro).

Telegrafenstraße vor Rathaus: Hier müsste die Bushaltestelle zurückgebaut werden - am Brückenweg ist ja die deutlich größere für die mittäglichen Schüler-Mengen erforderlich; müsste der für die bestehende Haltestelle erhöhte Gehweg wieder tiefer gelegt werden (von 16 auf 2 cm) und die Möglichkeit geschaffen werden, Fahrbahn zu Parkplätzen umzubauen (Kosten 200.000-250.000 Euro).

Telegrafenstraße vor "Ring-Kaufhaus". Hier wäre die Entscheidung notwendig: weitere Bushaltestelle auf Telegrafenstraße oder nur Haltestelle Kölner Straße für den Bus-Verkehr in West-Ost-Richtung? An Maßnahmen sieht die Bauverwaltung den Neubau der Haltestelle mit Hochbord und Überdachung, die Verlegung bzw. den Umbau der Fahrbahn sowie den Wegfall aller Parkplätze einschließlich des Wegfalls von drei Bäumen.

Auch wenn es sich um Schätzungen handelt - im Straßenbau lassen sich die Fälle an einer Hand aufzählen, in denen eine Maßnahme jemals preiswerter geworden ist als gedacht. Die überschlägigen Kosten addieren sich auf eine Summe zwischen 1 und 1,18 Millionen Euro.

Hohes Risiko, Fördermittel zurückzahlen zu müssen

Darüber hinaus sieht die Kämmerei "ein hohes Risiko", erhaltene Fördermittel für den Gesamtumbau Innenstadt zurückzahlen zu müssen. Für den Umbau des Brückenwegs wären 96.000 Euro auf jeden Fall zurückzuzahlen. Denn hier war ein Förderziel die "grüne Stadt-Kante"; der Wegfall der Mittelinseln widerspräche dem Ziel der punktuellen Verkehrsberuhigung bei Querung der Fahrbahn.

"Gefährdet" wären Zuschüsse in der Gesamthöhe von knapp 1,6 Mio. Euro für Telegrafenstraße (850.600 Euro), "Dreieck" am Loches-Platz (227.000 Euro) sowie einen 15-prozentigen Zuschlag "künstlerische Gestaltung" für diesen Bereich (512.000 Euro).

Gefährdet wären Fördermittel vor allem, weil eine Voraussetzung für die Zuschüsse ein integriertes Handlungs- mit Verkehrskonzept waren; die Änderung würde den östlichen Stadtteil vom Geschäftszentrum abschneiden; für die Änderung gebe es "keine städtebaulich nachvollziehbare Begründung"; es liege laut Polizei auch keine Verkehrs-Gefährdung vor; der Einzelhandel erführe keine Verbesserung.

Die Kosten sind nur geschätzt und reine Bau-, also noch keine Planungskosten, betont die Verwaltung. Zu klären sei, ob das Material noch nachgeliefert werden könnte. Käme es zum Umkehren der Einbahnstraße, wäre auch die Anlieferung und das Verkehrskonzept für ein Einkaufszentrum Telegrafenstraße betroffen - vom Brückenweg aus sollte schließlich das Parkhaus erschlossen werden. Ferner würde bei einem Neubau der Haltestelle die Parkplätze vor dem (vormaligen) Ring-Kaufhaus wegfallen.

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