Verdi hat zugestimmt

Verkaufsoffener Sonntag soll stattfinden

Die Entscheidung der Ratsmitglieder fiel einstimmig für den Sonntag aus.  
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Die Entscheidung der Ratsmitglieder fiel einstimmig für den Sonntag aus.  

Veranstaltung wurde in einer außerordentlichen Ratssitzung beschlossen.

Von Anja Carolina Siebel

Große Freude am Donnerstagmorgen bei Bürgermeisterin Marion Lück. „Verdi hat zugestimmt“, verkündete sie bereits gegen 8 Uhr. Und so wird dem zweiten Versuch für den verkaufsoffenen Sonntag wohl nichts mehr im Wege stehen.

Denn auch am Donnerstagabend entschieden die Ratsmitglieder in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig für den verkaufsoffenen Sonntag am 12. September. Die Stadtverwaltung hatte bereits Anfang der Woche einen erneuten Antrag für die Veranstaltung gestellt. Zustimmen mussten unter anderem die Gewerkschaft Verdi, Arbeitgebervertreter und die Kirchen.

Wie mehrfach berichtet, konnte der verkaufsoffene Sonntag vorige Woche nicht stattfinden, weil wiederum Verdi einen entsprechenden Eilantrag beim Verwaltungsgericht NRW gestellt hatte. Das Gericht hatte dann am Freitagabend kurzfristig den Sonntag gekippt. Die Stadtverwaltung räumt Fehler ein: „Es hätte auch vor dem 5. September eine kurzfristig einberaumte Ratssitzung geben können“, sagt dazu Bürgermeisterin Marion Lück. Andererseits habe sie kein Verständnis dafür, dass Verdi pauschal entschieden und somit die „Wermelskirchener Besonderheiten“ außer Acht gelassen hätte.

Seit vielen Jahren gibt es in Wermelskirchen vier verkaufsoffene Sonntage, jeweils gebunden an die großen Veranstaltungen: Das Fest, die große Herbstkirmes, Wermelskirchen a la carte und den Weihnachtsmarkt. Der verkaufsoffene Sonntag jetzt sollte nur um eine Woche verschoben werden, weil auch die Kirmes aufgrund der Corona-Lage entsprechend verschoben werden musste.

Dass nun der Sonntag doch noch stattfinden soll – die Kirmes dauert schließlich noch bis genau zu diesem Sonntag – begrüßen die Ratsmitglieder. „Wenn das auch nur ein Pflaster ist, denn was Verdi da vorgelegt hat, ist für die meisten von uns wirklich unverständlich“, fasst es Oliver Platt (Bürgerforum) zusammen. „Mich macht es extrem sauer, dass eine Handvoll Funktionäre da offensichtlich ihre Macht ausspielen wollten. Das kann man nicht gutheißen.“

„Zumal“, ergänzt Marco Frommenkord (FDP), „es in Wermelskirchen vorwiegend inhabergeführte Geschäfte mit wenigen Mitarbeiten gibt, die sich zum allergrößten Teil auf ihre vier Sonntagseinsätze freuen.“ Frommenkord sieht hinter der Verdi-Entscheidung Wahlkampfgeplänkel: „Da muss man sich wirklich überlegen, ob das nicht Methode hat.“

Michael Schneider (CDU) hofft auf eine Neuauflage am kommenden Sonntag. „Ich fände das ansonsten sehr Schade für unsere Einzelhändler. Die zählen fest auf diesen Sonntag.“ Auch Stefan Janosi (Grüne) weist auf die vielen inhabergeführten Geschäfte in Wermelskirchen hin. „Man kann da keine Pauschalurteile fällen. Unsere Stadt bietet ja ganz andere Voraussetzungen als Großstädte wie Köln oder Düsseldorf.“

Fast 20 Händler nehmen am Sonntag teil

Das kritisiert auch Jochen Bilstein (SPD): „Da hat sich die Gewerkschaft wirklich nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es auch ärgerliche Verfahrensfehler gegeben haben mag.“ Dass „wohl alle Fehler gemacht“ hätten, räumt Henning Rehse (WNK/UWG) ein. „Aber wenn wir den Sonntag jetzt stattfinden lassen können, können wir das hoffentlich gemeinsam weitgehend korrigieren.“

Mike Galow (Linke) kritisiert zwar die „Gewerkschaftsschelte“, die es in den sozialen Netzwerken und auf der kurzfristig anberaumten Demonstration der Händler und Politiker gegeben hätte, lenkt aber ein. „Grundsätzlich ist es richtig, die Rechte der Arbeitnehmer zu wahren. Wir werden aber trotzdem für den verkaufsoffenen Sonntag stimmen und sind der Meinung, dass vier Sonntage im Jahr durchaus vertretbar sind.“

André Frowein, Vorsitzender des Marketingvereins WiW (Wir in Wermelskirchen), hatte sich bereits am Montag mit rund 20 Wermelskirchener Händlern darüber kurzgeschlossen, ob sie sich eine Neuauflage des Sonntags auch am 12. September vorstellen könnten. „Bis auf zwei, die an diesem Tag privat verhindert sind, wollen alle wieder mitziehen“, freut sich Frowein. | Standpunkt

Ratsbeschluss

Nachdem vor dem letzten geplanten verkaufsoffenen Sonntag der Ratsbeschluss gefehlt hatte, trafen sich gestern Abend um 19.30 Uhr, um den verkaufsoffenen Sonntag nun ordnungsgemäß zu beschließen. Die Entscheidung fiel schließlich einstimmig für die Durchführung der Veranstaltung aus. Am Schluss der nur knapp fünf Minuten dauernden Sitzung gab es Beifall.

Standpunkt: Nochmal gut gegangen

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Lange hat es gedauert, aber nun scheint alles gut zu werden. Zumindest für die Wermelskirchener Händler sowie die Freunde des verkaufsoffenen Sonntags in der Stadt. Denn am Sonntag, 12. September, soll nun endlich wahr werden, worauf alle lange gewartet haben: Die Geschäfte öffnen am letzten Kirmestag von 13 bis 18 Uhr ihre Pforten. Die Stadt hatte zuletzt einen Verfahrensfehler eingeräumt, zugegeben, dass eigentlich eine außerordentliche Ratssitzung hätte stattfinden müssen, damit alles mit rechten Dingen zugeht. Dennoch hätte die Gewerkschaft Verdi mit Blick auf die Kleinstadt Wermelskirchen mit vielen inhabergeführten Geschäften durchaus auch schon vor einer Woche ein oder zwei Augen zudrücken können. Die Wermelskirchener Händler rechnen buchstäblich mit diesem Sonntag als einem der umsatzstärksten Tage im Jahr. Allein aus diesem Grund hätte die Entscheidung, den Sonntag ausfallen zu lassen, auch den Mitarbeitern, für die sich die Gewerkschaft ja eigentlich einsetzen möchte, keinen Gefallen getan. Ganz im Gegenteil. Sie hätte vielleicht sogar Arbeitsplätze gekostet.

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