Corona

Vereine vermissen Planungssicherheit

Ob es den Rosenmontagszug 2022 geben wird, steht in den Sternen. Archivfoto : Roland Keusch
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Ob es den Rosenmontagszug 2022 geben wird, steht in den Sternen. Archivfoto : Roland Keusch
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Was in den nächsten Monaten geht und was nicht, bleibt unsicher

Wermelskirchen. Ob sich das Dawerkuser Dreigestirn dieses Jahr im Oktober wie gewohnt der Öffentlichkeit präsentieren wird? Ob Tura Pohlhausen nächstes Jahr endlich sein 125-jähriges und der Judoclub Wermelskirchen sein 20-jähriges Bestehen feiern werden? Ob sich im Winter Sportler wieder in Sporthallen treffen und zum Beispiel Handball spielen – oder ob sie wegen hoher Corona-Inzidenzzahlen wieder nur auf Online-Sport vor dem Bildschirm werden zurückgreifen müssen? All das ist derzeit völlig unklar.

Katrin Seide vom Judoclub (JC) Wermelskichen hat einen Weg gefunden, wie sie mit den immer wieder anderslautenden Maß- und Vorgaben, nunmehr seit eineinhalb Jahren, umgeht: „Wir haben uns erst einmal von der Planungssicherheit, wie wir sie vorher kannten, verabschiedet“, sagt sie. „Es ist einfach nicht möglich.“ Gern würden die Judoka wieder Feste feiern oder das Herbsttraining vorbereiten. „Das würden wir normalerweise längst machen“, sagt Katrin Seide. Froh seien die Vereinsaktiven darüber, wenigstens dieses Jahr neuen Nachwuchs akquiriert zu haben. „Wir arbeiten derzeit mit Schnelltests“, berichtet Seide. „Aber ich sehe eigentlich schon wieder kommen, dass wir im Herbst in den nächsten Lockdown gehen und für eine Zeit in der Halle wieder gar nichts machen können.“

Etwas optimistischer sieht Norbert Galonska, Vorsitzender des TuS Wermelskirchen, die nahe sportliche Zukunft. „Ich glaube eigentlich nicht, dass noch einmal ein Lockdown nötig sein wird“, meint er. „Es sind ja schon viele geimpft und ich denke, deshalb wird eine vierte Welle uns hoffentlich nicht mehr so hart treffen.“ Vor allem für die Handballer des TuS wäre ein erneuter Stopp jedenfalls fatal. „Sie beginnen ja im September ihre Saison, und Handball spielt man nun mal in der Halle, im Team und gegen ein gegnerisches Team. Also drinnen und zu mehreren.“ Das übrige Sportangebot kann indes beim TuS auch online, also via Computer, laufen. Extra dafür hatte der Verein voriges Jahr in der Geschäftsstelle in Tente ein komplettes Online-Studio eingerichtet. „Die Angebote, von Fitness bis zum Reha-Sport, wurden auch super angenommen“, sagt Galonska. Derzeit trainieren viele Sportgruppen des TuS im Freien und nur bei schlechtem Wetter in der Halle.

Karneval mit medizinischer Maske will der Festausschuss nicht

Dirk Hohlmann (Tura Pohlhausen) hätte sich eigentlich gewünscht, dass der Verein endlich sein 125-Jähriges feiern hätte können. „125 plus eins, das wäre ein schönes Motto gewesen“, sagt er. Nun sind die Feiern erstmal bis 2022 verschoben. „Kleine Zusammenkünfte können wir im Herbst vielleicht machen“ bleibt Hohlmann vorsichtig optimistisch. „Aber es ist eben alles unklar.“ Auch das Vereinsheim wird nicht wie in normalen Jahren genutzt und gebucht für private feiern. „Die Leute sind einfach skeptisch, was jetzt wieder kommt“, hat der Vorsitzende beobachtet. Froh sei er, dass das Ferien-Fußballcamp stattfinden konnte und bald das Fußballcamp für Mädchen. Und dass die Sportler gemeinsam trainieren können. „Sportlich gesehen läuft es bei uns im Augenblick wirklich gut“, fasst Hohlmann zusammen.

Skepsis herrscht derweil beim Dabringhauser Festausschuss. Unbeschwerter Karneval in der Session 2021/22? Daran ist derzeit bei den Dawerkusern nicht zu denken. Gleichwohl eigentlich jetzt im Oktober schon das neue Dreigestirn vorgestellt werden würde. Wenn Corona nicht wäre. „Wir hätten auch nicht geglaubt, dass uns das auch dieses Jahr noch derart begleiten wird“, gibt Vorsitzender Peter (Zausel) Eickhoff zu. In den nächsten Tagen wollen er und die Vorstandsmitglieder Gespräche mit dem städtischen Ordnungsamt führen. „Um zu schauen, wie deren Einschätzung ist“, sagt Eickhoff.

Klar ist für ihn: „Karneval, Sitzungen und Rosenmontag, mit medizinischen Masken und riesigem Abstand kommt für uns nicht in Frage. Dann müssen wir eben noch ein weiteres Jahr warten.“

Sport: Derzeitige Regeln

Kontaktsport ist derzeit draußen und drinnen mit bis zu 100 Getesteten und beliebig vielen Genesenen oder Geimpften möglich. Ist auch die landesweite Inzidenz höchstens 35 – die sogenannte Doppel-Inzidenzstufe 1–, ist bei Kontaktsport draußen kein Test mehr nötig. Für kontaktfreien Sport drinnen – auch in Fitnessstudios – gilt bei der Doppel-Inzidenzstufe: Man kann wahlweise auf die Negativtestnachweise oder den Mindestabstand verzichten. Schwimmen im Verein ist auch in Hallenbädern erlaubt.

Standpunkt: Noch etwas Geduld

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Da sind wir aber überrascht. Ausgerechnet der derzeit viel befragte, ewig skeptische SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach machte jetzt in der Kölner Gesprächsrunde „Loss mer schwade“ Hoffnung auf Karnevalsveranstaltungen in dieser Session. „Ich glaube, dass diese Veranstaltungen nicht gefährdet sind – natürlich unter bestimmten Voraussetzungen“, sagte Lauterbach. Wer hätte das gedacht, dass der ansonsten eher schwarzmalerische Lauterbach sich mal optimistischer geben würde als der eigentlich immer gut gelaunte Zausel Eickhoff vom Dabringhauser Festausschuss? Aber in diesen Zeiten ist eben alles möglich. Spaß beiseite: Den Vereinsaktiven wäre es mehr als zu wünschen, würde endlich ein wenig Ruhe und Konstanz in der Corona-Lage erreicht. Denn dass wir mit dem Virus leben müssen, ist uns inzwischen ja allen klar. Es muss eben nur gewährleistet sein, dass sich Menschen nicht mehr unnötig gefährden. Hoffnung machen die Impfungen, immerhin sind inzwischen fast die Hälfte der Bundesbürger immunisiert. Noch etwas Geduld brauchen wir. Aber dann könnte es gut werden.

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