Initiative 84

Verein sucht dringend Übungsleiter

Uschy Kasper, 1. Vorsitzende der Initiative 84 (links) und Schatzmeisterin Christiane Distel.
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Uschy Kasper, 1. Vorsitzende der Initiative 84 (links) und Schatzmeisterin Christiane Distel.
  • Susanne Koch
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Die Initiative 84 wurde vor 38 Jahren von Eltern geistig Behinderter gegründet.

Von Susanne Koch

Am 6. Oktober 1984 wurde die „Initiative 84“ gegründet. „Es waren überwiegend Eltern von geistig behinderten Kindern, von denen diese Idee damals ausging“, sagt die 1. Vorsitzende der Initiative, Uschy Kasper. „Sie wollten ihren Kindern die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung bieten.“

Heute hat die „Initiative 84“ 68 Mitglieder. „Leider sind auch schon einige unserer Mitglieder gestorben, meistens aus Altersgründen“, sagt Schatzmeisterin Christiane Distel. „Die, die heute bei uns Sport machen, sind schon längst erwachsen geworden. Und wir haben eine Gruppe für an Multiple Sklerose Erkrankte dazugewinnen können.“ Diese MS-Sitz/Gymnastik-Gruppe trifft sich immer mittwochs von 14.30 bis 15.30 Uhr in der Kattwinkelschen Fabrik. Eine Bewegungsport- und Leichtathletik-Gruppe für Menschen mit geistigem Handicap trifft sich donnerstags von 19 bis 20 Uhr in der Sporthalle des Städtischen Gymnasiums Wermelskirchen, Stockhauser Straße 13. Und Schwimmen ist auch wieder möglich, immer montags von 19.40 bis 20.20 Uhr, treffen sich im Quellenbad Behinderte und Nichtbehinderte, um gemeinsam zu schwimmen.

„Zum Glück haben wir jetzt wieder mehr Freiheiten“, sagt Uschy Kasper. „Denn die Einschränkungen der Corona-Pandemie haben uns schon sehr beeinträchtigt.“ Eine Zeit lang sei gar kein gemeinsamer Sport möglich gewesen. „Und das spüren wir noch heute“, sagt die 1. Vorsitzende. „Es haben noch nicht alle ihren Hintern wieder hochbekommen. Einige sind seit Corona in ihren vier Wänden hängengeblieben.“

Sie selbst sei als Betreuerin von behinderten Menschen, die in ihren eigenen Wohnungen leben, bei der Caritas beschäftigt, und begleite die Menschen mit Handicap ambulant. „Ich motiviere sie natürlich auch immer wieder, doch beim Sport der Initiative mitzumachen“, sagt Uschy Kasper. Derzeit seien es 15 Menschen mit Handicap, die an der Sportgruppe in der Halle teilnehmen. „Sie turnen zusammen, spielen aber auch schon einmal gerne Handball und andere Gruppenspiele. Und wir geben denen, die das Sportabzeichen einmal im Jahr machen wollen, auch dazu Gelegenheit.“

„Es haben noch nicht alle ihren Hintern wieder hochbekommen.“

Uschy Kasper, Vorsitzende

Christiane Distel ist aus dem Vorstand am längsten in der Initiative engagiert. „Von Anfang an. Meine Mutter war vor mir Schatzmeisterin der kleinen Initiative, als sie es nicht mehr konnte, habe ich das Amt übernommen. Vorher war ich Schriftführerin des Vereins.“ Ihr Bruder habe ein geistiges Handicap.

Dringend gesucht werden Übungsleiter für den Sport, aber auch fürs Schwimmen. Derzeit seien noch fünf aktiv. „Wir denken aber an die Zukunft und daran, dass unsere Übungsleiter immer älter werden und wir dringend Ersatz für sie suchen. Die Übungsleiter müssen einen zusätzlichen Schein haben, der es ihnen ermöglicht, auch mit Menschen mit geistiger Behinderung Sport zu treiben.“ Bald beginne ein neuer Kurs. „Wir sind auch bereit dazu, Interessenten zu unterstützen“, sagt Uschy Kasper. „Sie müssten uns dann aber zusichern, dass sie einige Jahre für uns tätig sind.“

Da Uschy Kasper bei der Caritas tätig ist, kann die Initiative die Räume am Weyersbusch nutzen. „Das kommt uns sehr gelegen“, sagt sie. „Wir treffen uns hier einmal im Monat zu unseren Vorstandssitzungen, wo wir beispielsweise unsere weiteren Aktivitäten planen. Hier ist es viel ruhiger als in der Gaststätte, wo wir uns früher getroffen hatten.“ Die nächste Veranstaltung sei die Weihnachtsfeier. „Ich hoffe, wir können sie dieses Jahr stattfinden lassen“, sagt sie. „Das machen wir dann auch hier in diesem großen Raum, der sich sehr dafür eignet.“

Darüber hinaus plant die Initiative auch einmal im Jahr einen gemeinsamen Ausflug. „Auch das muss gut vorbereitet werden“, sagt Christiane Distel. Die Initiative 84 sei wie eine große Familie. „Jeder kennt jeden“, sagt die Schatzmeisterin. „Und für uns ist es da natürlich Ehrensache, unsere Veranstaltungen auch gut vorzubereiten.“

    Die Mitglieder der Initiative zahlen einen Monatsbeitrag von vier Euro. „Wir rechnen zum Beispiel die Gymnastik der MS-Kranken auch mit den Krankenkassen ab, wenn die Menschen, die zu uns kommen, ein entsprechendes Rezept mitbringen“, sagt die Schatzmeisterin Christiane Distel. „Wir freuen uns auch auf neue Mitglieder.“

Kontakt


Kontakt: Initiative 84 Behinderten- und Rehabilitationssport Wermelskirchen, Barbara Hanke (Geschäftsführung), Kirchweg 7a, 42929 Wermelskirchen, Tel. (0 21 96) 7 06 77 28; barbarahanke@gmx.de

Vorsitzende: Uschy Kasper, 2. Vorsitzender: Werner Welz, Schatzmeisterin: Christiane Distel.

Standpunkt von Susanne Koch: Es sind die Eltern

susanne.koch@rga.de

Wenn es die Initiative 84 nicht schon 38 Jahre lang in Wermelskirchen gäbe, sie müsste neu erfunden werden. Eltern von Kindern mit einer geistigen Behinderung wollten ihren Kindern Bewegungsmöglichkeiten verschaffen. Und inzwischen sind die damaligen Kinder Erwachsene geworden, neue junge Erwachsene kommen hinzu und finden ihren Weg zum Turnen, aber auch zum Schwimmen.

Und neu dazu gekommen ist sogar eine Gruppe für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Auch sie treffen sich einmal die Woche zur Sitzgymnastik in der Katt. Es ist auch hier in Wermelskirchen so wie in vielen Städten im Umfeld. Es sind und waren die Eltern, die sich für ihre Kinder einsetzen und ihnen neue Freizeitmöglichkeiten eröffnen. Dadurch, dass die Initiative 84 durch den Beruf ihrer ersten Vorsitzenden nah an den Menschen mit geistigem Handicap dran ist, werden diese ermutigt, Sport zu treiben.

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