Anlaufstelle für Frauen in Notsituationen

Verein setzt mit neuem Namen ein Zeichen

Michaela Fahner und Anna Keppel  (v. l.) gehören mit Elisabeth Rückl (nicht im Bild) zum Vorstand des Vereins Frauen stärken Frauen Bergisch Gladbach.
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Michaela Fahner und Anna Keppel (v. l.) gehören mit Elisabeth Rückl (nicht im Bild) zum Vorstand des Vereins Frauen stärken Frauen Bergisch Gladbach.

Aus „Frauen helfen Frauen“ wird „Frauen stärken Frauen“.

Von Wolfgang Weitzdörfer

„So, wie unsere Arbeit immer in Bewegung und im Wandel ist, war es jetzt an der Zeit, unseren Namen zu ändern“, sagt Michaela Fahner. 30 Jahre lang behielt der Verein Frauen helfen Frauen, Anlaufstelle für Frauen in Notsituationen im ganzen Kreisgebiet, seinen Namen. Das ändert sich nun. Aus „helfen“ wird „stärken“. Inhaltlich bleibt indes alles gleich.

Im Zentrum der Arbeit stehe die Haltung, mit der die 14 Mitarbeiterinnen den Frauen begegneten, die zu ihnen kämen. „Das Wort ‚helfen‘ suggeriert Hilflosigkeit, dass jemand ohne Ressourcen ist. Das ist aber nicht mehr unser Anspruch – und ganz allgemein auch nicht der Anspruch der Sozialarbeit“, sagt Anna Keppel, zusammen mit Michaela Fahner und Elisabeth Rückl im Vorstand aktiv. Die 30-Jährige muss es wissen, schließlich liegt ihr Studium der Sozialarbeit noch nicht so lange zurück. „Das verändert sich schon seit einigen Jahren. Es geht nicht mehr nur noch darum, den Frauen zu helfen. Es ist Hilfe zur Selbsthilfe, die wir leisten. Wir zeigen den Weg auf, gehen ihn aber gemeinsam. Wir begegnen den Frauen auf Augenhöhe“, sagt sie.

Ihre Kollegin ergänzt: „Wir sind in den vergangenen drei Jahrzehnten gewachsen, haben uns verändert und sind professioneller und politischer geworden.“ Neben der Frauen- und Mädchenberatungsstelle bietet der Verein auch noch eine Anlaufstelle für geflüchtete Frauen und das Frauenhaus an.

Der Prozess, sich einen neuen Namen zu geben, ist dabei keineswegs übers Knie gebrochen worden. „Wir haben die ersten Überlegungen dazu im Sommer des Vorjahres in den Vorstand eingebracht“, sagt Michaela Fahner. Und im Anschluss habe man sich die Köpfe heißdiskutiert.

„Es gab Stimmen, die eine Änderung zunächst gar nicht wollten – schließlich sind wir eine Institution, man kennt den Verein unter diesem Namen“, sagt Michaela Fahner. Allerdings sei man sich bei näherem Überlegen dann doch schnell darüber einig geworden, dass das Wort „helfen“ nicht mehr zeitgemäß sei. „Es gab einige Alternativen. Aber uns war wichtig, dass man den neuen Namen noch mit dem alten in Verbindung bringt. Da war das Wort ‚stärken‘ sehr naheliegend“, sagt Michaela Fahner.

Sie glaubt, dass der Verein aus Bergisch Gladbach durchaus eine gewisse Vorreiterrolle einnehmen könnte. „Der Diskurs ändert sich gerade in der Sozialarbeit. Ich habe schon von einzelnen Einrichtungen gehört, die ihren alten Namen nicht mehr haben wollen oder auch schon eine Änderung vollzogen haben.“

Hintergrund

Verein: Seit 1985 setzt sich der Verein im Rheinisch-Bergischen Kreis für Frauen und Mädchen ein. Ziel ist es, sie zu schützen und zu stärken, Gewalt gegen sie öffentlich zu machen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Kontakt zu den Einrichtungen:

• Frauenhaus,
Tel. (0 22 02) 4 26 82.

• Frauenberatungsstelle: Beratung und Information erhalten Frauen ab 18 Jahren persönlich, telefonisch oder online, Tel. (0 22 02) 4 51 12; frauen-stärken-frauen-bgl.de.

• Mädchenberatungsstelle für Mädchen
ab 12 Jahren,
Tel.: (0 22 02) 9 89 11 55.

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