Politik

Verbundenheit ist Marion Lück wichtig

Bürgermeisterin Marion Lück mit ihren Stellvertretern Stefan Leßenich (r., CDU) und Norbert Galonska (SPD). Foto: Doro Siewert
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Bürgermeisterin Marion Lück mit ihren Stellvertretern Stefan Leßenich (r., CDU) und Norbert Galonska (SPD).
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Neue Bürgermeisterin betonte bei ihrer Vereidigung, dass ihr Klarheit wichtig sei.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Ihre Rede in der konstituierenden Sitzung des Stadtrates war stark. Und der Zeit angepasst. Der neuen Wermelskirchener Bürgermeisterin Marion Lück ging es bei ihrer Begrüßung vor allem um eines: um den Zusammenhalt. „Viele Menschen machen sich derzeit große Sorgen“, schlug sie eine Brücke zur Corona-Pandemie. „Umso mehr geht es nun darum, Klarheit zu schaffen, Fragen so gut es geht zu beantworten und zusammenzuhalten.“

Lück räumte ein, dass sie „zutiefst gerührt“ sei über den Moment – und das konnte man ihr auch anmerken. Im wegen der Corona-Beschränkungen von der Verwaltung sehr klein gehaltenen Zuschauerraum saßen auch ihr Sohn, ihr Lebensgefährte sowie ihre beiden Schwestern. Sie habe „ein großes Herz“ für ihre Stadt, unterstrich die Bürgermeisterin. Und das wolle sie gern weitergeben. Die Aufgabe, Marion Lück zu vereidigen, hatte an diesem Abend Friedel Burghoff als Ratsältester. Vor allem aus dem Grund, weil die beiden stellvertretenden Bürgermeister, die ansonsten die Sitzungshoheit gehabt hätten, erst gewählt werden mussten.

Michael Schneider (CDU) brachte Pasta als Geschenk mit

Burghoff wählte in seiner Ansprache sowohl Worte von Hildegard von Bingen als auch von Hanns Dieter Hüsch. Wichtig war ihm, den Wunsch an die neue Bürgermeisterin zu richten, einen guten Kontakt zur Wirtschaft in der Stadt zu pflegen. Nach der Vereidigung gab es frenetischen Applaus im Saal für die neue Bürgermeisterin.

Burghoff ging konform mit Heinz Voetmann, der als Bürgermeister sage und schreibe ein Vierteljahrhundert erster Mann der Stadt war. Voetmann hatte in seiner kurzen Ansprache gleich drei Wünsche im Gepäck. Um die Zusammenarbeit mit den Unternehmen möge sie sich mehr kümmern, befand auch er. Zudem die Vereine verstärkt ins Boot holen. Und: jederzeit ein offenes Ohr für die Bürger haben. „Wenn ich in der Vergangenheit gelesen habe, dass ein Bürgermeister alle vier oder sechs Wochen eine Sprechstunde angeboten hat, dann hat mich das betroffen gemacht. Denn der Bürgermeister sollte eigentlich immer ansprechbar für die Bürger sein.“

Außer Blumen von einigen Ratsmitgliedern und der Stadtverwaltung bekam Marion Lück auch einen Strauß Pasta geschenkt. Den hatte der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Schneider aus Dabringhausen mitgebracht. Es sollte aber offenbar keineswegs eine Anspielung auf die angesichts der Krise in den Supermarktregalen eher rar gewordene Teigware sein, sondern schlicht eine Aufmerksamkeit: „Die halten einfach länger als Blumen“, sagte Schneider.

Gegen Ende der Sitzung mussten die Ratsmitglieder noch einmal zur Wahlurne. Es ging darum, die stellvertretenden Bürgermeister zu wählen. Die Entscheidung war insofern keine große Überraschung mehr, als dass sich vor der Sitzung bereits eine große Zählgemeinschaft aus den Fraktionen CDU, SPD, Grüne, FDP und Bürgerforum gebildet hatte, deren Entschluss bereits feststand.

Erster Stellvertreter von Marion Lück wird demnach Stefan Leßenich (CDU), die Aufgabe des zweiten Stellvertreters übernimmt wunschgemäß Norbert Galonska (SPD). Die Bürgermeister wurden mit 48 Ja-, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gewählt. | Standpunkt

Nächste Sitzung

Die nächste Ratssitzung findet am Montag, 16. November, 17 Uhr, wieder im Ratssaal statt. Auch diese Sitzung wird eine Präsenzveranstaltung im Ratssaal sein – allerdings unter strengsten Hygieneregeln wegen der Corona-Pandemie. Es dürfte wieder spannend werden. Am 16. November wird es vor allem um den Vorsitz und die Zusammensetzung der Ausschüsse und Gremien sein.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Die Ratssitzung am Montagabend war eine der wenigen Präsenzveranstaltungen, die in diesen coronagebeutelten Zeiten überhaupt noch stattfinden durfte. Umso mehr genossen es die Anwesenden, sich persönlich auszutauschen, sich mal wieder einen kurzen Gruß zuzurufen oder kurz am Tisch etwas austauschen zu können. Das konnte man nahezu jedem Anwesenden ansehen. Es herrschte eine herzliche und rührende Atmosphäre im Ratssaal, die in einem rauschenden Applaus und stehenden Ovationen für Marion Lück endete. Nicht nur die neue Bürgermeisterin war davon berührt, es durfte auch an den meisten anderen nicht emotionslos vorübergegangen sein. 

Die Vereidigung Marion Lücks und das erste Treffen des neuen Wermelskirchener Rates kann durchaus als Zeichen der Hoffnung für die Stadt gedeutet werden. Nicht, weil es zuvor nicht auch schon gut gelaufen wäre. Aber eben, weil ein Neuanfang besonders in schwierigen Zeiten auch ein gutes Signal sein kann. Wie es wird, kann niemand derzeit wissen. Sichtbar war aber durchaus, dass alle mit viel Motivation dabei sein werden. Und das ist ein gutes Zeichen.

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