Pandemie

Veranstalter stehen weiter unter Druck

Im Eventhaus Giebel an der Stockhauser Straße finden vor allem Hochzeiten statt. Foto: Tobias Opitz
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Im Eventhaus Giebel an der Stockhauser Straße finden vor allem Hochzeiten statt.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Tobias Opitz vom Eventhaus Giebel versucht der Krise mit Sonderaktionen zu trotzen.

Wermelskirchen. Tobias Opitz ist inzwischen krisenerprobt. Der Inhaber des Eventhaus‘ Im Giebel hat harte Monate hinter sich. „Wegen der Corona-Pandemie konnten wir 2020 und 2021 jeweils nur drei Monate öffnen. Das schlägt sich gewaltig im Umsatz nieder“, sagt der Wermelskirchener Unternehmer.

Hochzeiten sowie private und geschäftliche Feiern bietet er im Haus an der Stockhauser Straße an. Investiert hat er einiges, um seinen Betrieb coronagerecht weiterführen zu können. „Wir haben hochwertige Luftfilter eingebaut, hatten während des Lockdowns vielfach Kontakt mit der Landesregierung, um unser ausgefeiltes Hygienekonzept vorzustellen“, berichtet Opitz.

Als es im Sommer weitergehen konnte mit dem Event-Betrieb und die ersten Hochzeiten wieder im Giebel gefeiert werden konnten, konnte der Wermelskirchener etwas aufatmen. „Von Normalität können wir aber lange noch nicht sprechen“, räumt er ein.

Denn es melden deutlich weniger Menschen Feste und Hochzeiten bei ihm an als das noch vor zwei Jahren der Fall war. „Sonst hatten wir schon im September den Kalender voll für die Weihnachtsfeiern“, erzählt er. Das sei jetzt nicht der Fall. „Die Leute sind einfach zurückhaltender, sicher auch wegen der wieder ansteigenden Infektionszahlen.“

Er hoffe dennoch, dass der Eventbetrieb im Giebel auch im Winter weiterlaufen könne. Sicher ist er sich da aber nicht: „Die Bundestagswahlen sind vorbei, die Politiker können wieder unabhängig vom Wählerinteresse entscheiden. Man weiß nicht, was kommt. Aber ich möchte nicht zu pessimistisch sein.“

Was sich Opitz gut vorstellen kann: Dass die 2G-Regel für Events kommen wird. Das heißt, dass künftig nur Geimpfte oder vom Coronavirus genesene Menschen Eintritt zu Feiern wie größeren Geburtstagen, Firmenfeiern oder Hochzeiten haben werden.

„Wenn das auch vielfach in der Kritik steht, weil ja somit Menschen ausgeschlossen werden, so könnte ich doch damit leben“, sagt der Unternehmer. Schon jetzt sei es so, dass viele Brautpaare oder andere Gastgeber bei ihrer privaten Feier auf die 2G-Regel setzen. „Die lassen dann eben nur Geimpfte und Genesene rein und laden die anderen aus.“

Team nimmt die Einlasskontrollen ernst

Ob 2G- oder 3G-Regel: Die Einlasskontrollen nehmen der Betreiber des Eventlokals an der Stockhauserstraße und sein Team ernst. „Wir kontrollieren die Unterlagen streng, wir möchten ja keinen Ärger mit den Behörden bekommen und vor allem auch kein Risiko für uns oder unsere Gäste eingehen“, unterstreicht er. Danach sei die Atmosphäre bei den Festen aber umso lockerer. Opitz: „Man merkt einfach, dass die Leute es vermisst haben, zu feiern, miteinander fröhlich zu sein und zu tanzen.“ Weniger Gäste seien es inzwischen indes oft, meist nur noch 50 bis 60 statt wie früher um die 100.

Kreativ sein, das muss Tobias Opitz, um weiter Kunden zu akquirieren. Deshalb hat sich der Unternehmer nun etwas Besonderes ausgedacht: Bei einer „Generalprobe für die Traumhochzeit“ können am 20. November zukünftige Brautpaare im Giebel erleben, wie eine Hochzeitsfeier dort abläuft. „Wir organisieren eine Fete im Boho-Stil, also etwas rustikal, aber auch stylisch und chic“, beschreibt Opitz das Ambiente.

Es wird ein Buffet geben, einen professionellen DJ, der das Ganze auch moderiert, Deko im typischen Stil, Cocktails, einen Fotografen und eine Foto-Box.

Opitz: „Eine Hochzeit bei uns sieht etwas anders aus als im Hotel oder Restaurant. Um den Paaren das näherzubringen, gab es sonst immer Tage der offenen Tür, die jetzt wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten. Die Traumhochzeits-Generalprobe soll das ersetzen und ein möglichst authentisches Gefühl vermitteln.“ Anmeldungen sind online beim Eventhaus möglich.

Generalprobe für die Hochzeit

Am 20. November richtet das Team des Eventhaus’ Giebel eine Traumhochzeit im Boho-Stil aus – ohne Brautpaar und Trauung, ansonsten aber so gestaltet wie eine Hochzeitsfeier. Eingeladen sind zukünftige Brautpaare, die sich das Ambiente und den Ablauf einmal anschauen möchten. Anmeldungen sind beim Eventhaus unter kontakt@eventhaus-giebel.de möglich. Es gelten die 3G-Regeln, Einlass an diesem Abend erhalten nur geimpfte, getestete oder genesene Personen.

www.eventhaus-giebel.de

Standpunkt: Verständnis aufbringen

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Neben der Gastronomie und der Kultur sowie dem lokalen Einzelhandel hat vor allem die Eventbranche stark unter den langen Corona-Lockdowns gelitten. Veranstaltungen konnten über lange Monate nicht stattfinden, Umsätze fielen daher einfach weg. Umso froher sind die Eventbetreiber nun, dass vieles wieder möglich ist. Natürlich unter den herrschenden Voraussetzungen und mit Hygiene- und Abstandsregeln. Dass die Veranstalter nun vielfach dafür kritisiert werden, dass sie auf die 2G-Regel setzen, also nur Geimpften und Genesenen Einlass gewähren, ist deshalb umso weniger einzusehen. Denn man muss beachten, unter welchem Druck die Branche steht. Nicht auszudenken, welcher Schaden für den jeweiligen Betreiber entsteht, wenn es zu einer größeren Infektionswelle nach einer Veranstaltung kommt. Gastronomen, und Eventbetreiber haben eine Menge investiert, um ihre Betriebe so reibungslos wie möglich weiterführen zu können. Ein bisschen mehr Verständnis dafür, dass sie sich und ihre Gäste bestimmten Regeln unterwerfen müssen, sollte da vorausgesetzt werden können.

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