Fest auf dem Schwanenplatz

Veranstalter planen Kirmes weiter

Schausteller Frank Schmidt, hier mit Tochter Jaqueline, hofft auf niedrige Inzidenzzahlen im September, damit die Kirmes stattfinden kann. Foto: Doro Siewert
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Schausteller Frank Schmidt, hier mit Tochter Jaqueline, hofft auf niedrige Inzidenzzahlen im September, damit die Kirmes stattfinden kann.

Fest auf dem Schwanenplatz soll nach bisherigem Stand im September stattfinden.

Von Anja Carolina Siebel

Viele Menschen blicken derzeit etwas bange auf steigende Sieben-Tages-Inzidenzen in der Corona-Pandemie. In der Nachbarstadt Solingen war zuletzt die Zahl nach einer Feier zur Fußballeuropameisterschaft die Zahl so rapide nach oben geschnellt, dass es kurzfristig wieder mehr Einschränkungen geben musste – die dann aber großteilig wegen der differierenden Zahl zu Nordrhein Westfalen wieder zurückgenommen wurden. Dennoch: Gemeinhin gilt, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern – zunächst bis 27. August – nicht stattfinden dürfen.

Dazu würde unter bestimmten Voraussetzungen auch die für September geplante Kirmes auf dem Schwanenplatz fallen. Aber auch sonst ist noch nicht sicher, ob die für den 3. bis 12. September geplante kleine Version der Herbstkirmes stattfinden kann. Voraussetzung ist so oder so, dass die Sieben-Tages-Inzidenz unter 35 bleiben müsste.

Die Veranstalter bleiben indes optimistisch. „Wir planen weiter, so lange, bis man uns vom Gegenteil überzeugt“, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann.

Schaustellergröße Frank Schmidt, der mit dem Wermelskirchener Ordnungsamt die Organisation dieser besonderen Kirmes übernommen hat, hofft natürlich umso mehr, dass es im September klappt. „Wir planen momentan alles von Tag zu Tag“, sagt der Schausteller. Das gelte auch für die meisten seiner Kollegen. Froh sei er, dass er während der vergangenen Monate mit seiner Familie einen Süßwarenstand im Remscheider Allee-Center hatte betreiben dürfen. Und: „Die Zahlung der Soforthilfe für Unternehmer hat bei uns zumindest reibungslos funktioniert. Mit beidem konnten wir die vergangenen Monate überbrücken.“

Nun freue er sich eigentlich, dass es langsam wieder losgehe. Die wieder steigenden Inzidenzen in Städten und Landkreisen beobachtet Schmidt indes mit Sorge. „Ich würde mir wünschen“, sagt er, „dass mehr Leute sich impfen ließen. Umso schneller wären wir doch aus dieser prekären Situation raus, könnten wieder mehr Freiheiten genießen. So wie diese Kirmes zum Beispiel.“

Die Menschen im Bergischen würden die Volksfeste vermissen. Das wisse er von der Kundschaft an seinem Süßwarenstand, aber auch von Gesprächen mit Bekannten und Freunden. „Auch

Nach der Wermelskirchener Kirmes soll es nahtlos in Remscheid weitergehen: Vom 17. bis 26. September veranstaltet die Schaustellerfamilie Schmidt auf dem dortigen Schützenplatz die Kirmes. „Das wäre schon bitter, wenn das nicht klappen würde“, sagt der erfahrene Schausteller. Aber er hat auch vorgesorgt, falls es etwa in Wermelskirchen doch verstärkte Auflage geben sollte: Einlasskontrollen am Schwanenplatz seien kein Problem. Es könnte sie unten am Schwanen (Höhe Hotel Zum Schwanen) und oben an der Jahnstraße geben. „Wenn dann der Platz voll ist, werden wir eine Durchsage machen, dass sich der Rest der Besucher noch eine Weile gedulden muss, bis er auf das Gelände kann“, hatte der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Paul Engelbracht bereits vor einigen Wochen angekündigt.

„Wir planen momentan alles von Tag zu Tag.“

Schausteller Frank Schmidt

Über Spiele, Kinderfahrgeschäfte sowie Essen und Trinken soll auf der Schwanenkirmes alles dabei sein. Bisher haben 25 Schausteller zugesagt. „Und es hat auch noch niemand wieder abgesagt“, freut sich Frank Schmidt. Und sollte es doch nicht klappen mit den größeren Volksfesten im Herbst? Daran möchte Schmidt eigentlich gar nicht denken. „Wenn es aber so weitergeht mit der Pandemie und weiteren Restriktionen, müssen wir und auf jeden Fall Alternativen überlegen“, kündigt der bergische Schausteller an. Eine Idee wäre für ihn die sogenannte Pop-up-Kirmes, die einige seiner Kollegen, etwa in Wuppertal, schon angeboten haben. Dabei schließen sich unterschiedliche Schausteller zu einem geschlossenen Freizeitpark zusammen. | Standpunkt

Pop-up-Kirmes

Eine normale Kirmes ist immer noch undenkbar. Deswegen gibt es ein neues Konzept, dass sich in Deutschland schon wie ein Lauffeuer verbreitet: Pop-up-Freizeitparks und -Kirmesmessen. Weil es sich um geschlossene Veranstaltungen handelt, besteht die Möglichkeit, die Besucherzahl zu beschränken und alle zu registrieren. Unter Umständen gilt Maskenpflicht. Viele Schausteller nutzen die Pop-up-Kirmes als Überbrückung, solange Volksfeste nicht möglich sind.

Standpunkt: Daumen drücken

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Es ist zwar nicht vergleichbar mit der Kirmes, die die Wermelskirchener sonst kennen und für sogar jene, die längst weggezogen sind, sich Urlaub nehmen und wieder in die Stadt kommen. Aber die geplante, immerhin zehntägige Kirmes im September ist eine schöne Alternative, auf die sich auch jetzt schon viele freuen. Gut, dass die Veranstalter – erst einmal–- auch an der Planung festhalten und sich nicht Bange machen lassen von zum Teil steigenden, zum Teil auch wieder fallenden Inzidenzen. Seit Jahren plant der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Pau Engelbracht federführend die Kirmes. Die Schausteller wissen, dass die Wermelskirchener Kirmes ein Garant für gute Einnahmen ist. Es ist, anders als in anderen Städten, immer eine Menge los auf den Straßen und die Plätze sind proppevoll. In dieser gewohnten und liebgewonnenen Form wird es dieses Jahr keinesfalls in Wermelskirchen rundgehen. Vor allem den Schaustellern wäre es aber zu wünschen, dass die kleinen Feste wie geplant stattfinden können. Und es somit langsam wieder zu einer Normalität zurückgeht. Dazu gehört eben auch das Feiern.

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