Bever-Talsperre

Urlaubstag an der DLRG-Wachstation

Waren begeistert von der Bootstour (von links im Uhrzeigersinn): Greta, Paul, Bootsführer Matthias Schopphoff, Jaqueline Schmidt, Theo und Noah.
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Waren begeistert von der Bootstour (von links im Uhrzeigersinn): Greta, Paul, Bootsführer Matthias Schopphoff, Jaqueline Schmidt, Theo und Noah.

16 Jungen und Mädchen tauschten die Kinderstadt gegen die Bever-Talsperre ein.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Sommerferien ist gleich Urlaubszeit. Das gilt auch für jene Mädchen und Jungen, die einen Teil ihrer Ferien in der Kinderstadt auf dem Gelände der Kattwinkelschen Fabrik verbringen. Manchmal muss man eben einfach raus, haben sich wohl insgesamt 16 Kinder gedacht, haben ihr „Gehalt“ genommen, dass sie sich in der Kinderstadt erarbeitet haben – und sich einfach einen Tag Urlaub gekauft.

Ihr gemeinsamer Weg hat sie in die Nachbarstadt Hückeswagen geführt, genauer an die Bever-Talsperre, noch genauer an die DLRG-Wachstation gleich in der Nähe der Staumauer. Wo sich auf der anderen Seite die Badewiese neben der Gaststätte „Zur Zornigen Ameise“ an diesem heiteren Sommertag noch etwas langsam füllt, geht es an der Wachstation gleich recht fetzig zu. Dabei ist das Sommerfest der Hückeswagener DLRG doch erst am kommenden Wochenende. . .

Aber es sind auch nur die 16 Kinder, die sich sofort ins kühle Bever-Nass stürzen wollen. „Wir mussten erst einmal sortieren – wer trägt schon Badeklamotten drunter? Wer muss sich noch umziehen? Dann zwei Gruppen Männlein und Weiblein. Dabei wollten die Kinder doch nur ins Wasser“, sagt Christian Gierlich und lacht. Das DLRG-Mitglied organisiert den Bever-Tag in Zusammenarbeit mit der Kinderstadt schon seit 2016.

„Es ist bei den Kindern wirklich eine sehr beliebte Veranstaltung“, sagt Gierlich. Die jeweils vorhandenen Fahrzeug-Kapazitäten seien immer ausgebucht. „Wir hatten schon Tage, da waren hier 28 Kinder, diesmal haben wir nur zwei Autos, daher sind es nur 16 Kinder“, sagt er. Darunter übrigens auch ein Kind der Lebenshilfe. „Für dieses Kind ist noch zusätzliche Betreuung mitgekommen, aber wir wollten den Tag eben allen Kindern ermöglichen“, sagt Gierlich.

Sieben Ehrenamtliche der DLRG Wermelskirchen kümmern sich um die Kinder an der Wachstation der Kollegen in Hückeswagen. „Unser Haupteinsatzgebiet ist ja der Fühlinger See in Köln – schließlich hat Wermelskirchen leider keinen See“, sagt Jacqueline Schmidt. Die Zusammenarbeit mit den Hückeswagener Lebensrettern sei traditionell sehr gut, ergänzt Gierlich. Und das merkt man. Denn ständig wird gelacht, wird ein wenig gefrotzelt und werden Witze mit- und übereinander gemacht.

„Wir sind seit 2016 hier an der DLRG-Station der Hückeswagener, können deren Infrastruktur nutzen – und haben so auch den Vorteil, direkt am See zu sein“, sagt Jacqueline Schmidt. Dieser Urlaubstag an der Bever habe zwei Hintergründe, sagt Gierlich. „Zum einen wollen wir als DLRG eben auch zeigen, dass unser Dienst sehr viel mehr ist, als nur im Schwimmbad aufzupassen, dass beim Bahnenziehen nichts passiert.“ Auf der anderen Seite wolle man den Kindern aber vor allem eine Freude machen.

Und das klappt ganz hervorragend, denn die 16 Jungen und Mädchen sind praktisch gar nicht mehr aus dem Wasser zu bekommen. Zwei Mädchen versuchen sich etwa auf einem DLRG-Board im Stand-up-Paddling. Groß ist das Gelächter, als sie zum wiederholten Mal das Gleichgewicht verlieren und umkippen. Andere Kinder sitzen in einem Schlauchboot und kreuzen vor dem Ufer hin und her.

Haben in der Bever Haie Platz?

Frage eines Kindes

Und dann ist da natürlich das Motorboot. „Das ist der große Renner bei den Kindern, da will auch praktisch jeder mal mitfahren“, sagt Jacqueline Schmidt, die selbst gerade von einer Fahrt zurückgekommen ist. Das Boot liegt am Ufer, einige der Kinder steigen aus, andere wollen gleich noch eine Runde mitfahren. Auch die neunjährige Greta ist gerade mitgefahren, will jetzt aber eine Pause machen. „Soll ich die Rettungsweste dann wieder ausziehen“, fragt sie Jacqueline Schmidt. Die nickt und hilft dem Mädchen beim Ablegen der Weste. „Das war schon toll auf dem Boot, vor allem der Fahrtwind“, sagt die Neunjährige begeistert. Auf einem solchen Motorboot sei sie noch nie mitgefahren. „Dafür aber schon öfter auf so ganz großen Booten“, sagt das Mädchen. Und läuft lachend davon, nachdem sie die sperrige Weste wieder losgeworden ist.

„Die Kinder sind sehr neugierig und stellen auch ganz viele Fragen – wie tief ist der See? Gibt es darin Fische? Wie schnell kann das Boot fahren?“, sagt Jacqueline Schmidt. Oder auch diese: „Haben in der Bever Haie Platz?“ Ob die Kinder Gierlichs Antwort allerdings Glauben geschenkt haben, darf bezweifelt werden. „Ich habe gesagt, dass im Moment keine Haie in der Bever sind, weil Moby Dick zu Besuch ist“, sagt er lachend.

Überhaupt, es ist erfrischend zu sehen, wie viel am Dienstag an der Bever gelacht wird. Für Gierlich ganz klar eine Folge der Corona-Pandemie. „Es ist schön, dass es für die Kinder wieder ein bisschen Normalität gibt. Ich habe den Eindruck, dass die Kinder geradezu nach Spaß und Freude lechzen“, sagt er.

Und dann legt das Motorboot auch schon wieder ab – diesmal neben den Kindern auch mit einem Sonargerät an Bord. „Das ist auch eine Attraktion, denn damit kann man den Seegrund absuchen - und erkennt auch richtig viel“, sagt Gierlich. Und Jacqueline Schmidt ergänzt schmunzelnd: „Hoffentlich gehen sie dann gleich wieder ins Wasser, wenn sie am Grund die vielen Fische gesehen haben. . .“

Hintergrund

Nachwuchs: Wie jeder andere Verein auch, sucht man auch bei der Wermelskirchener DLRG immer wieder nach Nachwuchs. Dafür werden auch die Kinderstadt-Tage genutzt. „Das führt dann auch immer wieder zu neuen Anmeldungen“, sagt Christian Gierlich. So hätten sich etwa 2019, als Folge des letzten Aktionstags vor Corona, gleich drei Kinder angemeldet.

Kontakt: DLRG-Ortsgruppe, Tel. (0 21 96) 8 97 99 16, E-Mail: info@wermelskirchen.drlg.de

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