Nach den Flutschäden

Unterburg: Wupper-Terrasse kehrt kernsaniert zurück

Cedo und Matija Markic haben es geschafft: Elf Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe hat ihre Wupper-Terrasse wieder geöffnet. Direkt an der Wupper liegend ist es bei Gästen äußerst beliebt.
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Cedo und Matija Markic haben es geschafft: Elf Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe hat ihre Wupper-Terrasse wieder geöffnet. Direkt an der Wupper liegend ist es bei Gästen äußerst beliebt. Fotos: Carolin Streckmann

Restaurant hat inzwischen wieder geöffnet.

Von Carolin Streckmann

Wermelskirchen. Wenige Tage vor der Wiedereröffnung des Traditionsrestaurants riecht es nach neuen Möbeln und frisch renovierten Räumen. Hinten durch im Thekenbereich sieht es noch nach Arbeit aus. Bauteile liegen auf Tischen; Kabel, Eimer und Putzlappen warten auf ihren Einsatz. Im Hintergrund sind einige altmodische Bar-Tische gestapelt. Der neue Gastraum ist modern und schlicht, aber stilvoll eingerichtet. Noch ist es ein kontrastreicher Anblick, der sich bietet: Das Neue und das Alte, das fertig Renovierte und die letzten Arbeiten, die gerade verrichtet werden.

All das ist mittlerweile erledigt, inzwischen zieht wieder der Duft von deftigem Essen und frischen Waffeln durch die Räume: Die Wupper-Terrasse in Unterburg hat seit rund einer Woche endlich wieder geöffnet.

Einige Tage zuvor bei Inhaber Cedo Markic: Er steht mit einem Zollstock in der Hand da und sieht sich in seinem Restaurant um. „Heute wird die Theke fertiggemacht“, erklärt der Gastwirt, dessen Restaurant an der Wupper seit fast 30 Jahren bei Burgern und Ausflüglern beliebt ist. Unter anderem müssen noch einige Schläuche für die Zapfanlage verlegt werden, erklärt Markic mit Blick auf die Theke. „Sie hat Gott sei Dank überlebt, weil sie aus Voll-Holz gebaut ist. Ich hätte es schade gefunden, wenn wir sie hätten entsorgen müssen.“ Die gehöre einfach in sein Restaurant.

Rückblick: Vor elf Monaten wurde die Wupper-Terrasse wie viele andere Häuser in Unterburg vom Hochwasser überrascht. Das komplette Restaurant musste daraufhin saniert werden. Nun wolle man neu starten, fast auf den Tag genau elf Monate später, sagte Markic – am Mittwoch war es dann endlich so weit.

Cedo Markic sagt, man habe das Beste aus der Situation gemacht: Der Gastraum wurde grundlegend saniert.

Mitte Juli 2021 sah es noch ganz anders aus in dem Traditionslokal. Bei der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli gehörte Burg zu den überschwemmten Stadtteilen in Solingen. Auch in der Wupper-Terrasse standen Wasser und Schlamm so hoch wie noch nie. „Wir mussten praktisch alles bis auf die Grundmauern abschlagen und nach einer langen Trocknungsphase vollständig wieder aufbauen“, erinnert sich Cedo Markic. Allein die Trocknung mit insgesamt zehn Luftentfeuchtern habe zehn Wochen gedauert. Davor mussten Markic und sein Team – unterstützt von zahlreichen Helfenden – den Schlamm und alle kaputten Geräte und Einrichtungsgegenstände ausräumen.

„Alle Möbel aus Pressspan waren komplett aufgequollen“, erinnert sich der Gastronom. „Auch alles, was mit Elektrik zu tun hatte, ist kaputt gegangen.“ Die Stadt habe die Betroffenen im Stadtteil bei der Entsorgung mit großen Containern und kostenlosem Abtransport unterstützt. „Es hat ungefähr zwei Wochen gedauert, bis alles raus war.“ Den vielen Helfenden ist Markic noch immer dankbar. „Es waren vor allem viele junge Leute dabei. Wir mussten ja auch alle schwer schleppen.“

Dass die Wupper einmal einen solchen Schaden anrichten würde, damit habe er nicht gerechnet, so Markic. „Es war das erste Hochwasser in dem Ausmaß. Sonst hatten wir nur mal etwas Grundwasser im Keller. Aber das konnte einfach abgepumpt werden.“ Diesmal sei vor allem der Schlamm zerstörerisch gewesen, der mit dem Wasser kam.

Wir mussten quasi alles bis auf die Grundmauern abschlagen und vollständig wieder aufbauen.

Inhaber Cedo Markic

Die folgenden Monate waren geprägt von viel Ärger und Stress mit Handwerkern und Versicherungen. Fachleute für nötige Arbeiten seien nicht immer leicht zu bekommen gewesen. „Und die Preise sind ja auch gestiegen“, so Markic. Inzwischen ist alles neu in dem Restaurant: die Einrichtung, die Böden, die Küchengeräte – selbst das Geschirr.

Unterstützung gab es durch die NRW-Hilfe. Genug sei das aber nicht, sagt Markic. „Da wurde von einem Zeitwert ausgegangen, und davon gab es dann 80 Prozent. Das reicht bei Weitem nicht aus.“ Den Rest habe er aus eigener Tasche finanzieren müssen.

Wie hoch die Investitionen bis zur Wiedereröffnung am Mittwoch liegen, wisse er nicht genau. Darüber wolle er sich in den kommenden Tagen einen Überblick verschaffen. Immerhin könne er weiterhin auf sein Stammpersonal zählen. „Probleme haben wir mit den Aushilfen.“ Die seien zurzeit schwer zu finden.

Öffnungszeiten

Das Restaurant an der Eschbachstraße in Burg öffnet seit letzter Woche wieder regulär ab 11 Uhr. Bis 21.30 Uhr hat die Küche durchgehend geöffnet. Angeboten werden Mittagstisch, Waffeln, Kuchen und internationale Speisen zum Abendessen. Montags hat die Wupper-Terrasse Ruhetag.

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