Baustelle

Unerlaubte Gäste im Jugendfreizeitpark

Der Jugendfreizeitpark ist noch in der Entstehung und entsprechend eine Baustelle. Betreten verboten. Archivfoto: Doro Siewert
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Der Jugendfreizeitpark ist noch in der Entstehung und entsprechend eine Baustelle. Betreten verboten.
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Unbefugte treiben sich immer wieder auf der Baustelle herum und gefährden damit sich und das Projekt.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Katja Töbelmann ist eines ganz wichtig zu sagen: „Der Jugendfreizeitpark ist immer noch eine Baustelle. Und als solche sollte man ihn auch zurzeit behandeln.“

Die Wermelskirchener Stadtjugendpflegerin, der das Projekt Jugendfreizeitpark am Herzen liegt und die es seit Jahren mitbetreut, sagt das nicht ohne Grund. Immer wieder beobachten sie und ihr Team vom Jugendamt der Stadt, dass Jugendliche die Fläche in Zenshäuschen schon unerlaubt nutzen – zum Skaten etwa oder um sich sonst dort aufzuhalten.

„Für so etwas habe ich kein Verständnis.“
Marco Lerch, Vorsitzender des Vereins Rollrausch

Im sozialen Netzwerk Facebook wiesen Kollegen von Katja Töbelmann bereits mehrfach darauf hin, dass diese ungebetenen Gäste nicht nur sich selbst, sondern auch das gesamte Projekt gefährden würden: „Es gibt an mehreren Stellen Risse im Beton, die durch die Nutzung noch verstärkt werden könnten und neben der Frage nach der Ursache auch Haftungsfragen aufwerfen könnten, was wiederum eine Eröffnung nach hinten schieben wird“, heißt es dort.

Kritik am unerlaubten Betreten und Nutzen der unfertigen Anlage übt auch Marco Lerch vom Verein Rollrausch. Er beobachtete in den vergangenen Tagen und Wochen sogar, dass Eltern ihre Kinder beim Besuch der Baustelle begleiteten. „Für so etwas habe ich gar kein Verständnis“, unterstreicht Lerch. Allerdings würde er sich auch wünschen, dass die Stadtverwaltung deutlich sichtbar auf ein Betretungsverbot der Baustelle in Zenshäuschen hinweisen würde. „Ein solches Schild habe ich dort bisher nicht gesehen“, sagt Lerch, wenn er auch einräumt, dass es eigentlich selbstverständlich sein sollte, eine Baustelle nicht zu betreten. Wann die lang ersehnte Eröffnung stattfinden kann, steht laut Stadtverwaltung noch nicht fest. Anberaumt war sie noch vor dem Frühjahr.

Aber selbst wenn die Arbeiten zeitnah fertig würden und die Abnahme erfolgt wäre, bliebe die Unwägbarkeit „Corona-Pandemie“. „Natürlich stehen unsere Mitglieder in den Startlöchern“, sagt Marco Lerch. Zwar seien die, die damals, bis vor gut zehn Jahren, die Rollrausch-Halle an der Thomas-Mann-Straße (jetziger Aldi-Markt), genutzt hätten, inzwischen teilweise selbst Eltern. Aber es sei eine Generation nachgerückt.

„Aber wir wissen ja gar nicht, in welcher Form wir die Anlage nutzen dürfen, wenn sie denn fertig ist“, räumt der Rollrausch-Vorsitzende ein. Die derzeitig geltende Version der Corona-Schutzverordnung, sich auch draußen nur mit einer Person eines fremden Haushalts treffen zu dürfen, lasse auch für Skater, die in Ruhe ihrem Hobby nachgehen wollen, wenig Raum.

Die Corona-Pandemie und deren ungewisser Ausgang bereitet auch Jonas vom Stein eine gewisse Sorge. Der Vorsitzende des CVJM setzt sich ebenso wie die Aktiven der Vereine Rollrausch und Flip off seit Jahren für die Entwicklung des Jugendfreizeitparks ein und war ebenfalls an den Spendenaktionen beteiligt, die letztlich zum Entstehen des Parks beigetragen hatten. „Ich war so begeistert, als es endlich losging auf der Baustelle, dass ich erst mal den Asphalt anfassen musste, um es überhaupt glauben zu können“, berichtet Vom Stein und lacht. „Aber gerade deshalb würden wir natürlich auch mit unserer Inline-Hockey-Gruppe gern mit der Planung starten.“

Die Corona-Pandemie und die immer noch geltenden strengen Lockdown-Maßnahmen machten indes eine solche Planung unmöglich. „Wir als Mannschaftssportler waren ja die Ersten, denen ihr Sport im November verboten wurde. Und das wird wohl noch eine Weile so bleiben.“ Auch offene Treffen des CVJM können wohl zunächst nicht in Zenshäuschen stattfinden. „Wir hoffen aber auf ganz schnelle Gewissheit und einen baldigen Start“, bleibt Jonas vom Stein optimistisch. 

Hintergrund

Etwas über ein Jahr ist es her, dass die entscheidenden Weichen für den Jugendfreizeitpark in Zenshäuschen gestellt wurden. Die Politiker trafen sich am 16. Dezember 2019 zur Ratssitzung. Damals verkündete der damalige Bürgermeister Rainer Bleek, dass das Projekt nun vollständig finanziert sei. Bleek hatte es geschafft, die notwendigen 225 000 Euro städtischen Eigenanteils aus Spenden zu rekrutieren.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Dass zurzeit vielen Kindern und Jugendlichen daheim die Decke auf den Kopf fällt, ist nur verständlich. Wie wohl fast alle sehnen sie sich nach etwas Normalität, Spaß, Aktivitäten und vor allem Miteinander mit Gleichgesinnten und Freunden. Das ist einzusehen. Unnötig und absolut überflüssig ist es aber, deshalb Grenzen zu überschreiten und damit sich und andere zu gefährden. Wie geschehen auf der Baustelle des Jugendfreizeitparks. Immer wieder treiben sich laut Verantwortlichen der Stadt und der Vereine, die das Projekt seit Jahren mitbetreuen, Jugendliche – teils sogar in Begleitung ihrer Eltern – auf dem Gelände herum und nutzen es schon unerlaubt. Damit gefährden sie nicht nur ihre eigene Gesundheit. Denn die Skaterfläche ist keineswegs sicher und hat noch keinerlei Prüfung durchlaufen. Sie gefährden auch das gesamte Projekt Jugendfreizeitpark. Denn durch die unerlaubte Nutzung könnte der Beton reißen und es könnten teure Schäden entstehen. Das muss nicht sein. Wer Interesse daran hat, dass es irgendwann einen tollen Park mit vielen Möglichkeiten in Zenshäuschen gibt, der sollte sich in Geduld üben.

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