International renommierter Jazz

Und sogar Julian Wasserfuhr lächelt

Eingespieltes Team, das sich blind im musikalischen Miteinander versteht: Roman Wasserfuhr am Klavier und sein Bruder Julian an der Trompete.
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Eingespieltes Team, das sich blind im musikalischen Miteinander versteht: Roman Wasserfuhr am Klavier und sein Bruder Julian an der Trompete.

Jazz-Brüder Roman und Julian Wasserfuhr spielten im Haus Eifgen und hatten Titel ihrer neuen CD Mosaic mit dabei.

Von Peter Klohs

Die aus Hückeswagen stammenden Brüder Roman und Julian Wasserfuhr bringen in schöner Regelmäßigkeit neue CDs auf den Markt. In normalen Zeiten geht dies gerne mit einer sogenannten Release-Party einher, die oftmals im Rahmen eines Konzertes, in dem das neue Werk vorgestellt wird, gefeiert wird. Nun sind die Zeiten nicht normal, was die Wasserfuhrs jedoch nicht davon abhielt, ihre Ende August erschienene CD „Mosaic“ in einem Release-Konzert im Haus Eifgen den Jazzfreunden nahezubringen. Am Freitagabend wollten rund 200 Gäste den neuen Kompositionen von Roman (Piano) und Julian (Trompete, Flügelhorn) Wasserfuhr lauschen.

Ob es jetzt das vierte oder fünfte Konzert der Gebrüder im Haus Eifgen war, konnten weder Gastgeber Michael Dierks noch die Brüder verlässlich behaupten. Sie kämen auf jeden Fall immer wieder gerne nach Wermelskirchen, wo sie ja praktisch ein Heimspiel haben, erklärte Roman Wasserfuhr in einer seiner launigen Ansagen.

Die Brüder hatten namhafte musikalische Verstärkung mitgebracht: Cellist Jörg Brinkmann unterstützte den Gruppensound mit sphärigen Streicheinlagen sowie zuweilen fulminanten Soli. Der ukrainische Gitarrist Vitali Zolotow brachte einen Hauch Rock in die Musik ein, Bassist Markus Schieferdecker brillierte auf dem elektrischen und dem akustischen Bass. Schlagzeuger Oliver Rehmann vervollständigte das Sextett.

Sextett gab Einblickein seine Jazzwelt

In unterschiedlichen Besetzungen gaben die sechs Musiker einen Einblick in ihre Jazzwelt und vergaßen selbstverständlich nicht, einige der neuen Stücke aus „Mosaic“ vorzustellen. So der Shuffle „Hank“, nach dem Spitznamen von Charles Bukowski so genannt, bei dem Zolotov die Möglichkeiten seiner E-Gitarre auslotete und Roman Wasserfuhr eines seiner fantasievollen Soli gestaltete.

Das durch eine leider etwas zu ausgedehnte Pause geteilte Programm aus zehn Stücken bewegte sich im Rahmen des harmonisch reichen und wandelbaren Modern Jazz, ohne schöne Melodien zu vergessen oder wirksam mit Rhythmen zu spielen.

Trompeter Julian Wasserfuhr wirkt auf der Bühne sehr introvertiert und bei sich, seine Soli sind oft kürzer als die seines Bruders. Als er sich dann doch das Mikrofon schnappt, entpuppt er sich als witziger Conférencier. Und dann lächelt er gar, sogar langanhaltend: Bei der atemberaubenden Version von Stings „Englischman in New York“ geht das Sextett zur Sache. Wo bei Sting ein Swingteil gespielt wird, geht die Band in einen pechschwarzen Funk über, auf dem sich die Solisten austoben dürfen. Und Julian Wasserfuhr steht da und lächelt glücklich über die feurige Spielfreude seiner Kollegen.

Von der neuen CD erklingen außerdem „Aki Puh“, eine Komposition, die sich von einer Quasi-Ballade dynamisch zu einem Reißer entwickelt, außerdem „Forward“, bei dem der Name Programm ist. Mit „Hoptimistic“ schließt sich nach 90 Minuten der Jazzkreis für diesen Abend. Aber die Besucher verlangen stürmisch mehr, so dass die Band noch eine Zugabe anfügt.

Hintergrund

Die CD „Mosaic“ ist bei ACT Records erschienen. Außer den im Konzert im Haus Eifgen mitspielenden Musikern sind darauf die Saxofonisten Tony Lakatos und Paul Heller sowie der Drummer Keith Carlock zu hören. Die CD bietet auf elf Stücken gut 50 Minuten lang harmonischen Modern Jazz zwischen Balladen, Rock und Latin.

Aschließend waren die Musiker übrigens mit ihrer anderen Leidenschaft auf dem Altstadtfest Hückeswagen: Sie brauen Schnaff-Bier.

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