Mehrere Fälle

Unbekannter sorgt für Schrecken an Grundschulen

An der katholischen Grundschule St. Michael hatten Kinder von Vorfällen mit einem „schwarzen Mann“ berichtet.
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An der katholischen Grundschule St. Michael hatten Kinder von Vorfällen mit einem „schwarzen Mann“ berichtet.

Schüler berichteten mehrfach von einem schwarz gekleideten Mann, der sie angesprochen hätte.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Das treibt Eltern den Schreck ins Mark: Bei ihrer Rückkehr aus der Schule berichten Grundschüler von einem „schwarzen Mann“, der die Kinder auf ihrem Weg zur oder von der Schule anspricht. Den Berichten der Eltern zufolge handelt es sich um einen schwarz gekleideten Mann, der Kinder in Gespräche verwickelt und unter anderem behauptet, ein „Dieb“ zu sein – zumindest für Jungen und Mädchen im Grundschulalter eine beängstigende Situation.

Die jetzt bekanntgewordenen Fällen ereigneten sich im Umfeld der Katholischen Grundschule St. Michael (KGS) an der Jörgensgasse und ebenso der zugehörigen Offenen Ganztagsschule an der Schillerstraße. Vor beiden Haupteingängen soll nach Angaben mehrerer Eltern besagter Mann gesehen worden sein. In Chat-Gruppen von Messenger-Diensten und in sozialen Internet-Medien häufen sich entsprechende Einträge.

Die Stadtverwaltung bestätigt die Schilderungen der Eltern: „Der Sachverhalt ist in der KGS bekannt und es sind umgehend Maßnahmen getroffen worden, um die Kinder zu schützen.“ Die Stadt als Schulträger habe die Polizei informiert. Diese werde zusammen mit dem Ordnungsamt verstärkt vor Ort sein und Präsenz zeigen – auch vor der in der Nähe liegenden Schwanenschule. „Für das Ordnungsamt kann ich sagen, dass die Mitarbeiter das bereits umgesetzt haben“, sagt Stadtsprecherin Kathrin Kellermann.

Das bestätigt KGS-Schulleiterin Andrea Steinz: „Das Ordnungsamt war bereits vor Ort. Und die Polizei soll auch Präsenz zeigen.“ Aber: Sie habe besagten Mann nicht gesehen und stellt fest: „Wenn Eltern ihn gesehen haben, frage ich mich, warum sie ihn nicht angesprochen haben.“

Eltern von Schülern der KGS sprechen von verängstigten Kindern, die nicht mehr zur Schule wollten. Erst vor wenigen Tagen waren ähnliche Vorfälle in Solingen bekanntgeworden. Dort sollen zwei bislang noch unbekannte Männer versucht haben, an der Grundschule Gottlieb-Heinrich-Straße in Wald ein Kind anzusprechen und Süßigkeiten anzubieten, was nicht nur Verunsicherung unter Eltern schürte, sondern vergleichbare Fälle in den vergangenen Wochen bekanntwerden ließ.

Elternsprecherin mahnt zur Ruhe

Eine Elternsprecherin der KGS St. Michael, die namentlich nicht genannt werden möchte, mahnt zur Ruhe: „Man muss das ernstnehmen, aber nicht allzu hoch aufhängen. Im Moment wird Panik geschürt.“ Ihrem Eindruck nach handele es sich bei der von den Kindern als „schwarzen Mann“ bezeichneten Person eher um einen verwirrten Menschen. Die Schule habe den richtigen Weg eingeschlagen, in dem die Kinder im Unterricht für das Thema sensibilisiert worden seien.

Die Polizei rät, Kinder auf Gefahren aufmerksam zu machen. Wichtig sei, dass die Polizei nach Bekanntwerden eines Vorfalls umgehend unter Tel. 110 alarmiert wird.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Ruhe bewahren

anja.siebel@rga.de

Es geschieht gerade in den sozialen Medien häufiger. Nachrichten von weißen Transportern und dunklen Männern, die auf Kinderfang gehen, machen die Runde. Meist sind das sogenannte Fake-News, also erdachte Nachrichten, an denen nichts dran ist. Wenn nun das eigene Kind indes aus der Schule kommt und tatsächlich von einem unheimlich wirkenden, schwarz gekleideten Mann, der Kinder anspricht, berichtet, schrillen bei den meisten natürlich die Alarmglocken.

Die Elternvertreterin und die befragten Experten der Polizei haben aber ganz recht, wenn sie empfehlen, erst einmal die Ruhe zu bewahren. Natürlich muss man die Schilderungen ernst nehmen, die Schule und am besten auch die Polizei benachrichtigen. Meist erweist sich ein solcher Verdacht aber als Missverständnis. Es ist nicht leicht, Kinder auf der einen Seite für Gefahren zu sensibilisieren, auf der anderen Seite aber keine Panik zu schüren. Aber genau darum geht es.

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