Unbekannte stehlen Goldmarie aus dem Märchenwald

Der Märchenwald in Altenberg ist für gewöhnlich das ganze Jahr über gut besucht. Archivfoto: Doro Siewert
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Der Märchenwald in Altenberg ist für gewöhnlich das ganze Jahr über gut besucht. Archivfoto: Doro Siewert

Einbruch in Odenthal verärgert die ohnehin von Corona gebeutelten Betreiber

Von Anja Carolina Siebel

Die Polizeimeldung vom Mittwoch klingt ein bisschen wie ein Aprilscherz. Und das zu Weihnachten. Ein Scherz ist es aber nicht. Denn im Märchenwald in Altenberg wurde tatsächlich eingebrochen.

Demnach sollen Unbekannte in der Zeit zwischen voriger Woche Mittwoch, 13 Uhr, und Donnerstag, 17. Dezember, 18 Uhr im Märchenwald eingebrochen sein. Dabei stahlen sie laut Polizeimeldung „eine Puppe aus dem Frau-Holle-Häuschen des Märchenwaldes in Odenthal“.

„Es ist für mich nicht einsehbar, dass wir schließen mussten.“

Marcel Kreber, Märchenwald-Betreiber

Außerdem wurde eine weitere Puppe beschädigt. Die Betreiber des Märchenwaldes erstatteten am Dienstag, 22. Dezember, Anzeige bei der Polizei in Bergisch Gladbach. „Ob es ohne Frau Holle noch weiße Weihnachten geben wird? Fraglich“, heißt es in der Polizeimeldung.

Wie Märchenwald-Betreiber Marcel Kreber auf Nachfrage mitteilt, war es aber nicht die Frau Holle selbst, die verschwand, sondern die Goldmarie aus dem Märchen Frau Holle. „Die Frau Holle schüttelt ja an dem Häuschen das Kissen aus dem Fenster aus“, erklärt Kreber. „Davor steht sonst eben immer die Goldmarie. Die ist nun verschwunden.“

Märchenfans werden sich vielleicht erinnern: Die Goldmarie soll wegen eines Wettbewerbs Tag und Nacht am Brunnen Garn spinnen. Dabei verletzt sich Marie an der Spindel und das Garn auf der Spule durchtränkt sich mit ihrem Blut. Als Marie sie im Brunnen reinigen will, fällt die Spule hinein. Ängstlich gesteht das junge Mädchen ihrer Tante ihr Missgeschick, die darauf besteht, dass Marie die Spule wieder aus dem Brunnen heraufholt. Auf einer goldenen Leiter, die plötzlich aus dem Brunnen ragt, steigt Marie hinunter, und betritt Frau Holles Reich.

Marcel Kreber kann sich nicht erklären, wer auf die Idee kommen könnte, eine Märchenfigur zu stehlen. Es ärgert ihn.

Aber vermutlich sind dieser Diebstahl und die Beschädigung einer weiteren Figur nur das Tüpfelchen auf dem i des Ärgers, den die Märchenwaldbetreiber-Familie derzeit verspürt. Seit Anfang November ist der Märchenwald Altenberg wegen der Corona-Pandemie geschlossen. „Für uns ist das nicht einzusehen“, sagt Kreber. „Wir haben schließlich die Möglichkeit, die Besucherzahl zu beschränken, und auf unseren Wegen muss sich niemand begegnen. Gerade, weil viele Wanderstrecken bei uns entlangführen, ist es sehr bitter, dass wir jetzt schließen müssen. Wie und ob es bei uns weitergeht, das kann ich noch gar nicht sagen.“

Und dabei wäre der Märchenwald eigentlich sogar über Weihnachten geöffnet. Kreber hatte schon Beleuchtung organisiert und hätte den Märchenwald gern festlich ausgeleuchtet. „Das hatten wir auch schon für November so geplant, denn es wird ja schon nachmittags dunkel. Aber das ist nun alles nicht mehr nötig.“ Hoffentlich ist es kein schlechtes Omen, dass die Pechmarie von den Dieben unangetastet blieb.

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