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Ukrainischen Schülern fällt das Ankommen schwer

Viele Familien aus der Ukraine planen eher die Rückkehr in eine Heimat als einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland. Deshalb tun sich auch die Kinder mit dem Ankommen schwer.
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Viele Familien aus der Ukraine planen eher die Rückkehr in eine Heimat als einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland. Deshalb tun sich auch die Kinder mit dem Ankommen schwer.

Grundschullehrerin berichtet von Problemen mit nichtdeutschen Kindern.

Von Stefan Singer

Derzeit sind insgesamt 48 aus der Ukraine geflüchtete Kinder an den fünf Wermelskirchener Grundschulen. Rund 85 sind es in fünf Sprachfördergruppen an den weiterführenden Schulen. Das berichtete die Schulleiterin der Dhünntalschule, Friederike Kelzenberg-Gerloff, als Vertreterin der Wermelskirchener Schulleitungen. In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses ging es um den Sachstand zu Schülern mit nichtdeutschem Sprachhintergrund, bei dem aktuell besonders die aus der Ukraine geflüchteten Jungen und Mädchen besonders im Fokus stehen.

„Wir arbeiten mit Sprachfördergruppen, die in eine Ankunfts- und eine Anschlussförderung unterteilt sind. Und wir versuchen die Kinder so zu verteilen, dass maximal zwei in eine bestehende Klasse kommen, um die Klassen nicht zu groß werden zu lassen“, erläuterte Friederike Kelzenberg-Gerloff. Das gestalte sich allerdings zunehmend schwieriger. Rechtlich müsse die Einstufung nach dem Alter erfolgen. Da jedoch in der Ukraine die Kinder erst mit eher sieben Jahren eingeschult werden, sei es in Deutschland sinnvoll, ukrainische Kinder, die vom Alter in die dritte Klasse müssten, besser in die zweite Klasse einzustufen.

„Uns ist es wichtig, diese Kinder an die Offene Ganztagsschule anzubinden, weil sie durch Austausch lernen“, betonte die Leiterin der beiden Grundschulstandorte der Dhünntalschule in Dabringhausen und Dhünn: „Das begreifen die Eltern nicht immer als Lernchance.“

Das Problem: In den Köpfen der Eltern und der Kinder stecke der feste Gedanke, baldmöglichst in die Ukraine zurückzukehren. Das stelle einen Unterschied zu einem Gros der Flüchtlinge dar, die 2015 nach Deutschland kamen. „Dadurch läuft nicht alles, wie erhofft“, sagte Friederike Kelzenberg-Gerloff: „Es ist oft schwer, an die Kinder heranzukommen. Das geht so weit, dass sie nicht einmal Freundschaften mit anderen Kindern suchen.“

Als gute Nachricht überbrachte Friederike Kelzenberg-Gerloff den Mitgliedern des Schulausschusses aber auch noch: „Es ist in Wermelskirchen kein Fall bekannt, wo ein Kind aus der Ukraine in Wermelskirchen noch keinen Schulplatz hat.“

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