Spendenlauf

Ukraine: Schüler erlaufen 21.736 Euro

Freuten sich über den Spendenlauf: Bürgermeisterin Marion Lück (v. l.) , Schulleiterin Dagmar Strehlow-Toussaint, Dorothea Hoffrogge und Jochen Bilstein von Willkommen in Wermelskirchen, sowie die Schülerinnen Pauline Weber, Mara Gläser-Hagedorn und Sofia Criado van Mil. Foto: Susanne Koch
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Freuten sich über den Spendenlauf: Bürgermeisterin Marion Lück (v. l.) , Schulleiterin Dagmar Strehlow-Toussaint, Dorothea Hoffrogge und Jochen Bilstein von Willkommen in Wermelskirchen, sowie die Schülerinnen Pauline Weber, Mara Gläser-Hagedorn und Sofia Criado van Mil.

Rund um den Sportplatz im Eifgental sammelten Kinder und Lehrer Spenden.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Die Not der Menschen in der Ukraine beschäftigt die Grundschüler der Waldschule. Vom ersten Tag an. „Den Kindern dort geht es nicht gut“, sagt Schulsprecherin Pauline Weber (4a). „Es kommen Fliegerangriffe. Da bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als zu fliehen.“ „Der Krieg ist vom ersten Tag an Thema bei uns an der Schule, weil es die Schülerinnen und Schüler beschäftigt“, sagt die Schulleiterin Dagmar Strehlow-Toussaint. „Die Kinder kamen mit Fragen an, etwa ob der Krieg auch zu uns käme. Und wir haben mit ihnen darüber gesprochen, ihre Fragen beantwortet und sie getröstet.“

Schülerinnen und Schüler waren es auch, die helfen wollten. „Sie hatten die Idee zu einem Bücherflohmarkt, den wir organisiert haben, und eben zu diesem Sponsorenlauf“, sagt die Schulleiterin. 194 Schülerinnen und Schüler, auch die mit Handicap, sowie eine Lehrerin liefen so lange sie konnten. Runde um Runde. „Dabei kam die uns alle beeindruckende Summe von 21 126,50 Euro zusammen. Und durch den Erlös aus dem Flohmarkt und zusätzlicher Spenden kamen noch einmal 610 Euro dazu.“

Wir freuen uns sehr über die große Summe.

Dorothea Hoffrogge von Willkommen in Wermelskirchen

Auch Bürgermeisterin Marion Lück war sehr beeindruckt von der Leistung der Schülerinnen und Schüler, die gestern alle bei der Spendenübergabe auf dem Schulhof waren. Sie fragte die Kinder: „Wart ihr schon einmal auf dem Fußballplatz?“ und dann machte sie mit allen Kindern zusammen die La-Ola-Welle.

„Wir freuen uns sehr über die große Summe“, sagte Dorothea Hoffrogge von Willkommen in Wermelskirchen. „Als ich die Summe auf unserer Internet-Seite veröffentlicht hatte, wurde ich zuerst angerufen mit den Worten, ich hätte eine Null zu viel eingetragen. Aber dem war nicht so. Wir setzen das Geld in der Flüchtlingshilfe für die ukrainischen Menschen ein.“ Ihr Mitstreiter Jochen Bilstein erklärt: „Wir werden Lehrmaterial anschaffen und auf jeden Fall auch Laptops. Denn die ukrainischen Kinder können virtuell noch Unterricht in der Ukraine erhalten.“

Am 15. März hatte Mara Gläser-Hagedorn aus dem vierten Schuljahr die meisten Runden gelaufen, 15 Runden insgesamt. „Mir hat das Laufen Spaß gemacht“, sagt sie. „Aber viele Kinder unserer Schule haben über zehn Runden gedreht und auch die Kinder mit Handicap sind über acht Runden gelaufen. So konnten wir wenigstens etwas für die Flüchtlinge tun, die hier teilweise nur mit einem Rucksack angekommen sind“, sagt Schülersprecherin Sofia Criado van Mil.

Um das Geld für den Sponsorenlauf zusammenbekommen, waren die Schülerinnen und Schüler sehr fleißig. „Einige haben Festsummen vereinbart, andere haben eine bestimmte Summe für jede Runde bekommen“, sagt Dagmar Strehlow-Toussaint. „Ein Junge hat sogar Menschen auf der Berliner Straße angesprochen. Und ein älterer Herr, der dort in einem Altenzentrum wohnt, kam tatsächlich hier zur Schule herunter, um den Betrag zu bezahlen. Eine enorme Fleißarbeit der Kinder.“

In Dabringhausen sind Kinder aus der Ukraine bereits in der Grundschule aufgenommen worden. „Unsere Kinder werden bald auch Kinder aus der Ukraine kennenlernen“, sagt die Schulleiterin. Jochen Bilstein ergänzt. „Wir haben seit 2015 schon viel gelernt. Und wissen schneller, worauf es bei den Flüchtlingen ankommt.“

Hintergrund

Initiative: „Willkommen in Wermelskirchen“ ist eine Initiative von Christen und engagierten Menschen für Flüchtlinge und Asylsuchende in der Stadt Wermelskirchen. Die Initiative möchte Zufluchtsuchende unterstützen, sich in unserer Gesellschaft schnell zurecht zu finden. Ukrainische Flüchtlinge kommen jetzt noch hinzu.

Kontakt: Koordinatorin Dorothea Hoffrogge, d.hoffrogge@wkiwk.de; Brigitte Krips (Sachspenden), sachspenden@wkiwk.de

Standpunkt: Kinder engagiert im Einsatz

Ein Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Der Krieg in der Ukraine geht an niemandem vorbei: Er macht auch nicht Halt vor Kinderaugen und -ohren. Da ist es eine tolle Initiative der Waldschule, den Kindern Hilfsmöglichkeiten zu geben. Durch die Organisation des Bücherflohmarktes –die Kinder haben sich von manchem Buch getrennt und es verkauft – und die Organisation des Sponsorenlaufs, an dem 194 Schülerinnen und Schüler teilnahmen (sechs Kinder waren krank), haben sie die Kinder und ihre Bedürfnisse ernst genommen. Den Kindern war im Gespräch anzumerken, wie wichtig ihnen die Sache ist. Und wie eifrig sie sich für die Spenden für die ukrainischen Flüchtlinge eingesetzt haben, nicht nur durchs Laufen, sondern auch durch die Suche nach Sponsoren. In diesem Zusammenhang wird eines noch einmal deutlich: Reden hilft, Unerträgliches zu verarbeiten und die Seele wieder frei zu bekommen. Aber nur mit Reden ist es nicht getan: Handeln ist genauso wichtig. Das kann ein Sponsorenlauf sein, das kann sein, den Kleiderschrank auszusortieren und alles wegzugeben, das noch gut ist, aber nicht mehr passt. Aber auch die Küchenschränke zu durchforsten, den Keller oder den Speicher.

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