Über Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz

Wolf-Dietmar Oberhoff, Referent beim Philosophischen Café im Haus Eifgen, glaubt, dass es Chancen für eine gute Koexistenz von Menschen und intelligenten Computern gibt. Symbolfoto: Guido Kirchner/dpa
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Wolf-Dietmar Oberhoff, Referent beim Philosophischen Café im Haus Eifgen, glaubt, dass es Chancen für eine gute Koexistenz von Menschen und intelligenten Computern gibt. Symbolfoto: Guido Kirchner/dpa

Informatiker Wolf-Dietmar Oberhoff sprach im Philosophischen Café

Von Wolfgang Weitzdörfer

Philosophische Gespräche sind nur für einen kleinen Personenkreis von Interesse? Das ist keineswegs immer der Fall – zumindest dann, wenn man sich den Publikumszuspruch beim Philosophischen Café im Haus Eifgen am Dienstagabend ansieht. Das Thema des Abends – die „Doppelgesichtigkeit der künstlichen Intelligenz“ – interessierte immerhin rund 30 Besucher.

Für den Impulsvortrag, der die Anwesenden ins Thema einführte, hatten die Organisatoren Uwe Christoph und Joachim Schulte den Ingenieur und Informatiker Wolf-Dietmar Oberhoff gewinnen können. Oberhoff, seinen eigenen Worten zufolge „eher Praktiker als Philosoph“, brachte in seinen einführenden Worten dann dennoch die Philosophen Schopenhauer und Jaspers sowie die Frage nach dem freien Willen, der Vernunft und der Verantwortung ins Spiel.

Aber auch der kölsche „Philosoph“ Tünnes wurde an dieser Stelle zitiert. Warum auch nicht? Letztlich sollte es aber auch um die Technik gehen, und damit auch um die Funktion des Computers als Intelligenzverstärker. Dabei ging es dann auch um die Entwicklung der Rechner, die seit der Zeit von Konrad Zuse in wahnsinniger Geschwindigkeit vorangeschritten sei. Aber ein Rechner sei nur dann sinnvoll, wenn die entsprechende Software vorhanden sei. „Intelligenz heißt Programmierung. Und Programmierung geht immer weiter in Richtung Intelligenz“, sagte Oberhoff. In seinem Vortrag ging er die historische Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) im Schnelldurchlauf durch.

„Wir brauchen eine globale Strategie für eine KI-Ethik.“

Wolf-Dietmar Oberhoff, Informatiker

Konsequent zu Ende gedacht, würden Computer von ihrer Entwicklung her, den Menschen irgendwann überlegen sein. Allerdings stünden dieser Entwicklung das komplette Fehlen von Emotionen bei künstlicher Intelligenz entgegen. „Wir haben durchaus gute Chancen, dass es eine gute Koexistenz zwischen dem Menschen und intelligenten Computern geben wird“, sagte Oberhoff. Mit seinem durchaus abwechslungsreichen Vortrag sorgte er somit für ausreichend Gesprächsstoff.

Daran schloss sich die Diskussion an, an der sich zahlreiche Gäste beteiligten. So wurden etwa die wirtschaftlichen Vorteile der Entwicklungen befürwortet, aber gleichzeitig auch die Sorge um wegfallende Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenzen geteilt. Ein weiterer Punkt betraf den militärischen Einsatz von KI – die vor allem von autokratischen Regimes wie China genutzt würde. „Die Software lernt immer weiter, durch immer mehr Daten, die in immer größerem Umfang gesammelt werden. Wir brauchen eine globale Strategie für eine KI-Ethik“, sagte etwa ein Anwesender. Ein anderer äußerte seine Angst davor, dass der Mensch bei allen Vorteilen der KI diese auch dafür nutzen würde, um anderen Menschen zu schaden.

Auch der Begriff der „Intelligenz“ wurde in Frage gestellt. Die Rechner würden ja nur das bereits Bekannte nutzen, um auf Basis von Wahrscheinlichkeiten alte oder neue Handlungen auszuführen.

Ein weiterer Gast machte die Entscheidungsfähigkeiten von Algorithmen Sorgen, die bereits im Einsatz sein. „Wenn ich sehe, wie viele Fehler etwa in Windows 10 ausgebügelt werden mussten, wird mir schlecht bei dem Gedanken, dass ein Computer für mich Entscheidungen trifft“, sagte er unter dem Lachen der Anwesenden.

Insgesamt hielt sich die Zahl der Bedenkenträger und der Optimisten in Bezug auf die Entwicklung der KI im Publikum an diesem Abend im Haus Eifgen in etwa die Waage.

Hintergrund

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Der Begriff gilt als schwer definierbar, weil es bereits an einer genauen Definition von „Intelligenz“ mangelt. Meist bezeichnet künstliche Intelligenz den Versuch, bestimmte Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden, indem zum Beispiel ein Computer so gebaut und programmiert wird, dass er relativ eigenständig Probleme bearbeiten kann.

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