Fair Trade

Über 400 Besucher bei fairer Nacht

Das Weltladen-Team bildet die Speerspitze der Fair-Trade-Idee.
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Das Weltladen-Team bildet die Speerspitze der Fair-Trade-Idee.

Veranstalter hatten mit der Resonanz der „Fair Trade Night“ im Bürgerzentrum nicht gerechnet.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Fair Trade ist mehr als der Fokus auf fair, also für die ursprünglichen Erzeuger gerecht, gehandelte und bezahlte Produkte. Fair Trade ist eine Idee, die Facetten wie Gerechtigkeit oder Solidarität genauso beinhaltet wie Klimafreundlichkeit, Regionalität, Qualität oder Schonung von Ressourcen. Das machte das ideenreiche Angebot der vielfältigen Aussteller sowie Standbetreiber auf der Premiere der Wermelskirchener „Fair Trade Night“ im Bürgerzentrum deutlich.

„Es geht längst nicht mehr nur um den Verkauf von bestimmten Produkten, sondern um die Frage, wie wir mit diesem großen Thema im Leben umgehen – da gehören dann zum Beispiel Aspekte der Nachhaltigkeit auch dazu“, fasste es Ulla Buhlmann vom Weltladen-Team zusammen.

Fair Trade ist nicht nur der Verkauf von Jutebeuteln.

Ulla Buhlmann

Der Weltladen mit seinem Ladenlokal am Markt gehört unbestritten zur Speerspitze der Umsetzung des Fair-Trade-Gedankens in Wermelskirchen, wie auch Ulla Buhlmann bestätigte: „Fair Trade ist nicht nur der Verkauf von Jutebeuteln. Unsere Produktauswahl wächst stetig.“ Ebenso wäre es schön, wenn sich mehr andere Händler in der Stadt dabei beteiligen würden, sagte Ulla Buhlmann und führte den „Krämerladen“ von Jochen Schmees als positives Beispiel an. Ebenso müssten die Schulen beteiligt sein, um die Informationen zu Fair Trade über den Bildungsweg zu verbreiten.

Zentral im großen Ratssaal hatte der Weltladen seinen Stand aufgebaut und konnte so die Vielfalt seiner angebotenen Produkte, die von Kaffee oder Tee über Schokolade und Schmuck bis hin zu Kleidung reichen, präsentieren. „Wermelskirchen ist Fair Trade Town. Das durchdringt immer mehr Bereiche, wie wir heute hier sehen“, sagte Buhlmann. So waren Jugendparlament, Seniorenbeirat, die Kulturinitiative (Haus Eifgen), die Jugendinitiative (AJZ Bahndamm), das alpha-Biogenprojekt oder auch das Reparaturcafé nebst Freiwilligenbörse vertreten.

Für Hanne’s Blumenstube fungierte Volker Groß als Rosenkavalier und verteilte fair gehandelte Rosen aus Ecuador im Publikum, das mit gut 400 Besuchern die Veranstaltungspremiere, zu der Bürgermeisterin Marion Lück die Ideengeberin war, zu einem unerwartet großen Erfolg werden ließ. „Die Idee ist richtig toll. Mit derart großer Resonanz haben wir sicherlich gehofft, aber konnten damit nicht rechnen. Es macht richtig Spaß, jetzt haben alle ein Lächeln im Gesicht“, stellte Brigitte Zemella, Umweltbeauftragte der Stadt und Angehörige der Steuerungsgruppe Fair Trade-Stadt Wermelskirchen, fest.

Die Kombination aus Produktangebot, Information, kennenlernen, unterhalten, probieren und spielen an den 20 Ständen mache das Flair der „Fair Trade Night“ aus. Zum Mitmachen entschieden hatten sich auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, die sich mit Schokolade, Tierhaltung und Kleidung beschäftigt hatten und die die Ergebnisse ihrer Arbeit in einem Film vorstellten. Live referierte die Eine-Welt-Promoterin für das Bergische Land, Sophia Merrem, und wies auf bedenkliche Fakten hin: „Nur 6,4 von 100 in Deutschland getrunkenen Tassen Kaffee sind fair gehandelt – Stand: 2020.“

Was sich aus fair gehandelten Produkten zaubern lässt, zeigten Alexandra Koll sowie die Schwestern Sabrina und Joana Herbst vom Bahndamm-Team. Sie stillten den Hunger der Besucher mit einer veganen Suppe. Bürgermeisterin Marion Lück nahm sich eine Portion mit nach Hause. Für Entertainment sorgten die Moderatoren Armin Himmelrath und Uwe Engelbracht.

Chor-Auftritt

Ein Höhepunkt im Programm war der Auftritt eines Chores mit 50 Kindern der 3. Klassen der Schwanenschule unter der Leitung von Daniela Bornefeld. Sie stimmten vier Lieder an, die sie auch in der Lanxess-Arena singen.

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