Vereinsleben

Tura: Rainer Bleek ist neuer Vorsitzender

Der neugewählte Tura-Vorstand (v. l.): Frank Schneider (Jugendleiter), Dirk Hohlmann (Geschäftsführer), Silke Schneider (stellv. Schatzmeisterin), Daniele Vernuccio (sportl. Leiter), Rainer Bleek (1. Vorsitzender), Lutz Schellenberg (Schatzmeister) sowie Yannick von Polheim (stellv. Geschäftsführer). Es fehlt Heike Lehmann (stellv. Vorsitzende). Foto: Peter Klohs
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Der neugewählte Tura-Vorstand (v. l.): Frank Schneider (Jugendleiter), Dirk Hohlmann (Geschäftsführer), Silke Schneider (stellv. Schatzmeisterin), Daniele Vernuccio (sportl. Leiter), Rainer Bleek (1. Vorsitzender), Lutz Schellenberg (Schatzmeister) sowie Yannick von Polheim (stellv. Geschäftsführer). Es fehlt Heike Lehmann (stellv. Vorsitzende).

Ehemaliger Bürgermeister will dem Verein neue Mitglieder beschaffen und ihn nach vorn bringen.

Von Peter Klohs

Für einen kleinen Sportverein wie Tura Pohlhausen, dessen Vereinsleben deutlich durch das gesellige Zusammensein geprägt wird, waren die vergangenen drei Jahre schwierig. Alle Feste mussten wegen Corona abgesagt werden. Und trotzdem gehen Vorstand und Mitglieder „vergleichsweise gut“ aus der Krise hervor, wie der Geschäftsführer des Vereins, Dirk Hohlmann, in seinem Bericht zur Mitgliederversammlung im Vereinsheim in Unterpohlhausen bestätigte.

Drei Jahre lang fand keine solche Mitgliederversammlung in Anwesenheit statt. Umso froher zeigte sich Hohlmann, dass es jetzt wieder möglich war. Er stellte positiv heraus, dass die Austritte aus dem Verein rar geblieben seien. Im Jubiläumsjahr 2020, in dem Tura Pohlhausen angemessen das 125-jährige Bestehen des Vereins gefeiert hätte, mussten sehr viele Veranstaltungen abgesagt werden, bedauerte der Geschäftsführer. „Aber der Vorstand war jederzeit handlungsfähig und hat auch Entscheidungen gefällt.“ Wie Schatzmeister Lutz Schellenberger in seinem Bericht darlegte, blieben die finanziellen Verluste ebenso im Rahmen. Der Verein steht nach wie vor gut da.

Jugendleiter Frank Schneider berichtete von extremen Zeiten, die der Verein insbesondere in den Jugendmannschaften erleben musste. „Da ging es zur Hauptsache um zwischenmenschliche Probleme“, sagte er. Die Probleme waren immerhin so deftig, dass komplette Jugendmannschaften inklusive Trainer den Verein verließen. Zurzeit gibt es die F-Jugend und die Bambini. Die 1. Mannschaft des Vereins spielt nach der Abschaffung der Kreisliga C in der Kreisliga B und belegt dort zur Zeit Tabellenplatz sieben.

Wichtigster Programmpunkt war die Neuwahl des kompletten Vorstands, in der auch ein 1. Vorsitzender gewählt wurde, eine Position, die lange Jahre im Verein vakant war. Vorgeschlagen wurde der ehemalige Wermelskirchener Bürgermeister Rainer Bleek. Gelächter ergab sich, als Bleek unmittelbar nach dem Vorschlag gefragt wurde, ob er die Wahl annehme. Bleek gab humorvoll zurück: „Wenn ich gewählt worden bin: ja.“ Dieses war jedoch eine Formsache, so dass Bleek einstimmig gewählt wurde.

Jugendmannschaften sollen verstärkt werden

Dirk Hohlmann wurde ebenso einstimmig als Geschäftsführer wiedergewählt. Wie der ebenfalls einstimmig gewählte Schatzmeister Lutz Schellenberg verlauten ließ, denke er nun, der seit 25 Jahren im Amt sei, so langsam daran . . . Weiter kam er nicht. Der Protest seiner Vereinskameraden war lautstark.

Die Vorstandswahlen verliefen ohne Überraschungen. Leichte Probleme ergaben sich bei der Wahl der neuen Kassenprüfer, aber letztlich wurden auch für dieses Amt Vereinsmitglieder gefunden.

Rainer Bleek, der neuerdings auch Vorsitzender des Stadtsportverbandes ist, erinnerte daran, dass im kommenden Jahr die Stadt Wermelskirchen 150 Jahre Stadtrechte habe und viele – auch sportliche – Aktivitäten geplant seien. Im Gespräch gab Rainer Bleek als sein vordergründigstes Ziel an, dem Verein neues Leben einhauchen zu wollen.

„Wir haben, wie Sie wissen, schwierige Zeiten, vor allem bei den Jugendmannschaften, hinter uns. Meine Aufgabe muss es sein, den Verein mitgliedermäßig nach vorne zu bringen, was für einen kleinen Verein wie wir es sind, schon eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Wenn es mir dazu gelingt, den Verein zu verjüngen, dann bin ich mehr als zufrieden.“

Bleek sagte, dass er sich als langjähriges Mitglied bei Tura nicht vor der Verantwortung des Amtes als 1. Vorsitzender habe entziehen können und wollen. Langfristig, so der ehemalige Bürgermeister, der politisch nicht mehr aktiv ist, wolle er auch die Vereinsführung in jüngere Hände übergeben. „Und wenn ich träumen darf“, fügte Bleek hinzu, „dann würde ich gerne die Jugendmannschaften komplett aufgestellt sehen wollen. Und wenn es uns dann noch gelingt, dass die 1. Mannschaft sich in der Kreisliga A etabliert und dort langjährig spielt, dann haben wir so viel nicht falsch gemacht.“ | Standpunkt

Hintergrund

Für das laufende Jahr plant der Verein einige größere Veranstaltungen. So soll das traditionelle Osterfeuer stattfinden. Auch ein Zusammensein unter freiem Himmel, zu dem die Musikgruppe Framework spielen soll, ist geplant.

Der neue 1. Vorsitzende Rainer Bleek hat keine politischen Ämter inne und steht dem Stadtsportbund, Tura Pohlhausen und dem Wermelskirchener Verein Radieschen vor, der sich für hilfsbedürftige Kindern und Jugendliche einsetzt.

Standpunkt: Blick nach vorn im Sport

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Die Sportvereine haben keine leichten Zeiten hinter sich. Das ging nicht nur Tura Pohlhausen so, sondern auch allen anderen. Während der Pandemie fielen nicht nur lieb gewonnene Veranstaltungen und sportliche Ereignisse aus, sondern lange Zeit konnten die Mannschaften nicht gemeinsam trainieren und es fanden auch keine Turniere statt. Die bittere Folge für viele: Der Mitgliederschwund, den sie ohnehin beklagen, weitete sich noch aus. Und: Vor allem die Kinder und Jugendlichen litten darunter, sich nicht sehen und nicht gemeinsam Sport treiben zu können. Mitglieder hat Tura Pohlhausen zwar glücklicherweise nicht signifikant verloren, aber um die Jugendmannschaften in der Fußballabteilung ist es offenbar nicht so gut bestellt. Dass Rainer Bleek jetzt motiviert angetreten ist, um das zu ändern, ist sicher ein Lichtblick in der Vereinsarbeit. Und nicht nur bei Tura. Denn Bleek ist auch neuer Vorsitzender des Sportbundes. Als Bürgermeister Wermelskirchens war er immer bürgernah, kommunikativ und ein konstruktiver Gesprächspartner. Die Vereine können sich also sicher über die Bereicherung freuen.

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