Ganz sportlich

Tura Pohlhausen feiert Jubiläum

Gemeinsam posierten die Spieler der Tura-All-Stars und Rat/Verwaltung für unser Foto: Auf dem Platz ging es dann aber zur Sache . . . Foto: Michael Schütz
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Gemeinsam posierten die Spieler der Tura-All-Stars und Rat/Verwaltung für unser Foto: Auf dem Platz ging es dann aber zur Sache . . .

Gegen eine Auswahl von Rat/Verwaltung verloren die Tura All-Stars mit 2:8.

Von Peter Klohs

Der Rasenplatz des Wermelskirchener Fußballvereins Tura Pohlhausen ist gerade einmal zwei Jahre alt. Im Oktober 2018 wurde er mit einem Fußballspiel der Tura-All-Stars gegen die Stadtverwaltung Wermelskirchen eingeweiht. Die damalige, mit 2:6 Toren recht deutliche Niederlage, hat die Kicker von Turu nie ruhen lassen. Immer wieder suchte man einen Termin für ein Revanche-Spiel. Das diesjährige Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen des Vereins nahm der Vorstand um Geschäftsführer Dirk Hohlmann zum Anlass, ein solches zu organisieren.

Das Zustandekommen der Partie war wegen der Corona-Pandemie längere Zeit fraglich, aber am Freitagabend war es dann doch so weit: Um kurz nach 19 Uhr begann das Jubiläumsspiel. „Und wenn sportlich noch eine Revanche gelänge“, so Dirk Hohlmann, „dann soll es mir auch recht sein. Aber im Vordergrund steht natürlich der Spaß.“

Von Anfang an entwickelte sich ein Spiel mit allen Facetten, wie sie für einen Amateurkick typisch sind: mit Kampf um jeden Ball, mit verbissenem Einsatz, mit vermeidbaren Ballverlusten, mit vielen Torchancen und zehn Toren, was die 50 Besucher auf dem Platz in Pohlhausen lautstark bejubelten.

„Ohjeohje!“ 

Dirk Hohlmann, Tura-Geschäftsführer

Es ging auch gut los für die Elf von Tura. In der siebten Minute das erste Tor, was wegen Abseits vom Schiedsrichter jedoch nicht anerkannt wurde. Fast im Gegenzug ein Lattentreffer der Stadtverwaltung. Die Stärke der Torhüter wird mit zumeist harmlosen Weitschüssen überprüft. Leichte Ballverluste auf beiden Seiten. Nach einem schönen Spielzug gehen die Fußballer der Stadt in der 15. Minute in Führung. Zwei Minuten später steht es gar 2:0. Wermelskirchens Bürgermeister Rainer Bleek, interessierter Beobachter der Partie und der fußballerischen Leistung seines Sohnes Jan-Magnus, kommentiert das Geschehen auf dem Rasenplatz nicht. Das übernimmt Dirk Hohlmann: „Das darf doch nicht wahr sein.“

Nachdem er die ersten Minuten unter der noch heißen Sonne mitgespielt hat, dürfen jetzt andere ran. Ein Verzweiflungsschuss der Tura streicht eine Bücherdicke über den Querbalken, aber dann: Ein Freistoß aus gut 25 Meters senkt sich hinter dem verdutzten Torwart ins Netz, und es steht nur noch 2:1. Und auch jetzt ein Doppelschlag, denn drei Minuten später heißt es 2:2. Torwartwechsel bei der Stadt. Trinkpause. Halbzeit.

Die Tura braucht auch dringend eine Pause. Das tapfere Erwehren gegen die Stadt-Kicker kostet Kraft. Und nicht jeder ist so fit wie Mahmut Egilmez, der für die Stadtverwaltung spielt und durch seine aktive Fußballkarriere beim SSV Bergisch Born noch reichlich Kondition hat. Das wird am Ende den Ausschlag geben.

Tura Torwart Marco Inden tut sein Möglichstes, um einen Rückstand nach der Pause zu vermeiden, der jedoch unter anderem von Karl-Heinz Wilke, Vorsitzender des Sportausschusses, angestrebt wird. Aber es dauert bis zur Mitte der zweiten Halbzeit, ehe sich die fehlende Kondition bei der Tura bemerkbar macht und die Stadtverwaltung, im Gegensatz zum Hausherren mit einigen Auswechselspielern unterwegs, doch noch einige Tore schießt. Besonders Mahmut Egilmez scheint derjenige zu sein, der noch reichlich Luft hat; er schießt die letzten beiden Tore zum am Ende mit 8:2 doch um zwei oder drei Tore zu hoch ausgefallenen Sieg der Stadtverwaltung.

Dirk Hohlmann ist ein fairer Sportsmann und gratuliert dem Gegner sofort. Kurz vorher hat er seinen Unmut noch mit einem deutlich vernehmbaren „Ohjeohje“ kundgetan. „Jetzt haben wir noch höher verloren als beim ersten Spiel“, sagt er und liefert sofort die Erklärung mit: „Naja, kein Wunder ohne Ersatzspieler.“

Als die ersten Anzeichen der Abenddämmerung schon deutlicher werden, finden sich die Fußballspieler und die Gäste noch zu einem oder zwei Kaltgetränken zusammen. | Standpunkt

Tura Pohlhausen

Tura Pohlhausen wurde 1895 gegründet, kann in diesem Jahr also 125-jähriges Bestehen feiern. Wie alle langjährig bestehenden Vereine hat auch Tura Höhen und Tiefen erlebt. Das „Revanchespiel“ der Tura All-Stars (bestehend aus den Alten Herren des Vereins, Jugendtrainern oder Vätern von jugendlichen Mitgliedern) gegen die Stadtverwaltung kam zum Jubiläum gerade recht. Spaß war wichtiger als das Ergebnis (2:8).

Standpunkt: Wie Lionel Messi

Von Markus Schumacher

Tura Pohlhausen hätte sein 125-jähriges Bestehen in diesem Jahr gerne größer gefeiert. Doch durch die meisten geplanten Veranstaltungen machte Corona einen dicken Strich. Nun war aber wenigstens das Spiel der Tura-All-Stars möglich – doch hier gab die Truppe aus Stadtverwaltung und Rat den Jubiläumsverderber:

markus.schumacher@rga-online.de

Mit 2:8 gewannen Politiker und Beamte. Einfach gnadenlos. Dabei wollte Tura doch Revanche nehmen für die 2:6-Niederlage beim Eröffnungsspiel des Rasenplatzes vor zwei Jahren. 

Vielleicht ist es ja ein schwacher Trost, dass der große FC Barcelona mit Lionel Messi kürzlich auch eine 2:8-Packung bekam. Tura befindet sich also fußballerisch in bester Gesellschaft. Doch Spaß beiseite, denn um den ging es am Freitag ja vor allem. Unser Berichterstatter muss keine Verletzten aufzählen und auch von keinen Unsportlichkeiten berichten. Die „dritte Halbzeit“ wird zumindest erwähnt. Sie dürfte länger als 45 Minuten gedauert haben. Und die Truppe um Geschäftsführer Dirk Hohlmann findet bestimmt bald wieder mal einen Grund, gegen Stadt/Rat zu spielen. Vielleicht gelingt dann die Revanche.

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