Neuer Flyer „Lebensmut“

Trauernde können Kontakte knüpfen

Ute Lüttinger macht „Lebensmut: Die Koordinatorin will mit dem Hospizverein Angebote schaffen, die möglichst viele Interessen ansprechen.
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Ute Lüttinger macht „Lebensmut: Die Koordinatorin will mit dem Hospizverein Angebote schaffen, die möglichst viele Interessen ansprechen. Foto: Doro Siewert

Hospizverein hat viele neue Angebote.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Sie würden sich häufig nicht unter Menschen trauen. Machten ihren Kummer unter sich aus. Das hat Ute Lüttinger bei vielen Trauernden beobachtet. Um das zu ändern, haben die Koordinatorin des Hospizvereins und ihr Team jetzt ein neues Angebot für Menschen erarbeitet, die jemanden in ihrem engsten Kreis verloren haben. „Es gibt jetzt einen Flyer in leuchtendem Orange, den legen wir überall in der Stadt aus“, sagt Lüttinger, die seit Juni als Nachfolgerin von Annette Gennat an der Spitze des Hospizvereins arbeitet.

Seit 1997 arbeitete sie bereits ehrenamtlich für den Verein, begleitete Schwerstkranke und Sterbende gemeinsam mit den Angehörigen auf ihren letzten Wegen. Und hat dabei eine Menge Erfahrungen gesammelt. Zum Beispiel die, dass Angehörige nach dem Tod des geliebten Menschen häufig still leiden, sich zurückziehen.

„Deshalb wollen wir Angebote schaffen, die möglichst viele Interessen ansprechen“, sagt sie. Los geht es am 19. Oktober mit einem gemeinsamen Koch-Event. Später soll es Kreativ-Nachmittage und andere Angebote geben. Passend zu den lebensbejahenden Themen, um die es bei den Treffen gehen soll, heißt der Flyer „Lebensmut“. „Wir wollen im nächsten Jahr dann noch einen gemeinsamen Brunch, Spaziergänge und Lesungen anbieten“, kündigt Ute Lüttinger an.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel zum Hospizverein

„Wir hatten zwar immer schon das Trauercafé“, räumt die Koordinatorin ein. „Da hat sich aber gezeigt, dass das eher ältere Menschen nutzen, die dann auch häufig kommen.“ Nun solle es aber darum gehen, alle Betroffenen anzusprechen.

Dass Bedarf dafür da ist, weiß Ute Lüttinger. „Gerade wenn jemand aus der Familie plötzlich verstirbt, der vielleicht auch noch jung war, dann herrscht oft auch im Umfeld betretenes Schweigen, weil niemand so recht weiß, wie er mit den Angehörigen umgehen soll. Und das kann man auch nur erfahren, wenn man im Gespräch bleibt.“ Denn: Die Wünsche, die jemand in einer solchen existenziellen Situation habe, seien so unterschiedlich wie die Menschen selbst.

Wir wollen Angebote schaffen, die möglichst viele Interessen ansprechen.

Ute Lüttinger, Hospizverein

Kinder, die gerade jemanden aus dem nächsten Umfeld verloren hätten, würden auf besondere Weise trauern, weiß Ute Lüttinger. Gerade wenn die Eltern oder Teile der Familie selbst betroffen sind, haben sie oft niemanden, mit dem sie sich austauschen und bei dem sie Halt finden können.

Das Netzwerk Ambulante Hospizarbeit Radevormwald/Remscheid/Wermelskirchen hat deshalb eine spezielle Trauergruppe für Kinder ins Leben gerufen. Das Angebot richtet sich an Grundschüler aus den genannten Städten, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. Zeitgleich bieten die geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Raum für Austausch für die Begleitpersonen an, während die Kinder in ihrem eigenen Raum zusammenkommen.

Ein erfahrenes Team von ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen, die speziell bei einem renommierten Dozenten in Düsseldorf in 80 Stunden fortgebildet wurden, steht den Kindern zur Seite. Mit viel Fingerspitzengefühl gehen sie auf die Kinder ein und schauen individuell, welches Päckchen jedes gerade mitbringt. Daher sei ein Vorabgespräch mit den Kindern so wichtig, sagen die Initiatoren.

Für Wermelskirchen betreut die neu ins Leben gerufene Trauergruppe Anke Stolz, die zusammen mit Ute Lüttinger den Hospizverein Wermelskirchen koordiniert. „Das ist eine Menge Arbeit“, weiß Ute Lüttinger. „Aber wir wissen, dass der Bedarf dafür absolut da ist. Und dem wollen wir gerecht werden.“

Kontakt

Kochen: Am 19. Oktober startet die Reihe der neuen Angebote beim Ökumenischen Hospizverein Wermelskirchen mit einem gemeinsamen Koch-Event. Die genaue Uhrzeit steht noch nicht fest. „Wir teilen alles weitere den Teilnehmern mit, nachdem sie sich angemeldet haben“, sagt Ute Lüttinger.

Infos: Nähere Informationen gibt es beim Ökumenischen Hospizverein, Anke Stolz oder Ute Lüttinger, Tel. (0 21 96) 88 83 40, oder per Mail: kontakt@hospizverein-wk.de; hospizverein-wermelskirchen.de

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