Tränen können Schmerzen lindern

Bernhard Kerkhoff ist Klinikseelsorger. Archivfoto: RK
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Bernhard Kerkhoff ist Klinikseelsorger. Archivfoto: RK

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Von Pfarrer Bernhard Kerkhoff, kath. Seelsorger Sana-Krankenhaus, Remscheid

Heute traf ich einen, / der meine Tränen sah. / Es waren die ungeweinten, / heruntergeschluckten, / die sich einbrennen, / unter die Haut / zum Herzen dringen / es bitter machen / bis auf den Grund.

Sie zwingen dich, / ständig zurückzuschauen, / und lassen dich verhärten / wie eine Säule aus Salz. / Heute traf ich einen. / Er sah mich an und fragte: / Mensch, warum weinst Du? / Und seine Frage löste / den Bann.

Meine Haut wurde weich, / durchlässig gar / und der Schmerz war/ wahrgenommen, / endlich bereit sich zu lösen. Tina Willms

Der Krieg in der Ukraine – nicht zu vergessen die übrigen Krisen, Konflikte und Kriege in der übrigen Welt – bringt mit der Zerstörung der Heimat unendliches Leid. Täglich sehen wir weinende Menschen.

Bei all’ der großartigen Hilfsbereitschaft, die wir ebenfalls wahrnehmen, macht der eindringliche Text von Tina Willms in bildmächtiger Sprache auf die ungeweinten Tränen mit ihren traurigen Folgen aufmerksam.

Um diese Tränen wahrzunehmen, ist ein tieferer einfühlsamer Blick im wahren Sinne des Wortes notwendig, weil Not wendend. Die Christen glauben, dass Jesus diesen Blick hatte und sich auch nicht scheute, die entscheidende und damit erlösende Frage nach dem Grund der „ungeweinten Tränen“ zu stellen: „Mensch, warum weinst du?“

Jesus stellte nicht sich selbst, sondern den Mitmenschen in die Mitte und vermittelte ihm Selbststand, ein Bewusstsein seiner Persönlichkeit und seiner Würde. Er sah den Menschen wirklich an mit diesem freien Blick, der die Bedürfnisse wahrnimmt, sie annimmt und ermöglicht, dass sich der Schmerz unter Umständen in erlösenden Tränen äußern kann.

Ich wünsche, trotz der gegenwärtig schwierigen Situation, eine gute und gesegnete Zeit.

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