Coronavirus

Testzentrum im Rathaus wird reaktiviert

Bei der Eröffnung des Testzentrums im März ließ sich der Beigeordnete Stefan Görnert als Erster testen. Archivfoto: Doro Siewert
+
Bei der Eröffnung des Testzentrums im März ließ sich der Beigeordnete Stefan Görnert als Erster testen.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
    schließen

Die Lebenshilfe nimmt am 29. November wieder die Arbeit auf

Wermelskirchen. Das Testzentrum der Lebenshilfe im Bürgerzentrum soll zum 29. November wieder in Betrieb genommen werden. Das bestätigt Lebenshilfe-Geschäftsführer Axel Pulm auf Nachfrage. Nähere Informationen zu Öffnungszeiten soll es kommende Woche geben, sagt Pulm.

Bereits seit einigen Tagen hatten Gespräche mit der Stadtverwaltung stattgefunden. Bürgermeisterin Marion Lück hatte bereits erklärt, dass sie daran interessiert sei, die Testkapazitäten in der Stadt wieder zu erweitern: „ Vor allem in den frühen Morgenstunden, bevor die Menschen zur Arbeit gehen, ist der Andrang vor den Schnelltestzentren der Apotheken groß. Für die Bürgermeisterin ist deshalb ganz klar, „dass wir die Möglichkeiten für Testangebote deutlich erhöhen müssen. Auch im Hinblick auf die 3G-Regel am Arbeitsplatz

Dass das Schnelltestzentrum so schnell wieder die Arbeit aufnehmen kann, freut die Bürgermeisterin sehr. „Eine Abfrage unter unseren Apotheken, die Schnelltests anbieten, hatte ja in dieser Woche bereits ergeben, dass sich die Nachfrage nach Testungen verdoppelt hat“, sagt sie. „Vor allem im Hinblick auf die 3G-Regel am Arbeitsplatz bin ich sehr froh, dass wir die Möglichkeiten für Testangebote in der Stadt so schnell deutlich erhöhen können“, sagt Marion Lück. Nach WGA-Informationen ist die Verwaltung ebenso im Gespräch mit dem Betreiber eines Test-Drive-Ins. Es sei allerdings noch nicht klar, wo die Teststelle entstehen solle und wann sie öffnen könne.

Aktuell liegt kein Corona-Patient im Wermelskirchener Krankenhaus

Apotheker Dr. Thomas Winterfeld (Montanus-Apotheke) hatte mit seinem Team die ganze Zeit über Testungen angeboten. Die vor allem die ungeimpften Menschen genutzt haben, sagt er. „Aber seit die Schnelltests wieder kostenfrei angeboten werden, nimmt auch bei uns in den Apotheken in Wermelskirchen und Burscheid der Andrang zu.“ Bisher, sagt Winterfeld, sei das Aufkommen von seinem Personal aber noch zu stemmen. Die Reaktivierung des Testzentrums halte er zum einen für sinnvoll. „Ich verstehe aber generell nicht, warum die Testzentren zunächst geschlossen wurden. Einer Pandemie kann man grundsätzlich nicht hinterherrennen. Man muss kontinuierlich am Ball bleiben. Dasselbe gilt für die Impfungen. Alles, was jetzt beschlossen wird, ist im Grunde zu spät.“

Immer wieder versuche er beharrlich, Impfgegner von der Sinnhaftigkeit einer Impfung zu überzeugen. „Das geht nur mit Vehemenz und Überzeugungskraft, wenn überhaupt“, sagt der Apotheker.

Seiner Ansicht nach hätten aber vor allem Bund und Länder früher reagieren müssen. Auch bei Apothekerin Ulla Buhlmann, die mit ihrer Bergischen Apotheke Anfang des Jahres ein Testzentrum einrichtete, haben die Zahlen der Testpersonen wieder deutlich zugenommen. „Da kam einiges zusammen“, sagt sie. „Die Tests wurden wieder kostenlos und die Zahlen steigen an.“ Buhlmann beobachtet, dass unter den positiv Getesteten auch einige geimpfte Personen sind.

Dr. Volker Launhardt. Ärztlicher Direktor des Wermelsirchener Krankenhauses, begrüßt die erhöhten Testkapazitäten, sagt aber auch, dass man die Ergebnisse in Relation setzen müsse. Und zwar unter anderem zur Schwere der Erkrankung eines positiv Getesteten. „Wir haben zumindest in Wermelskirchen derzeit andere Hospitalisierungszahlen als wir sie vor der Impfkampagne hatten“, sagt der Mediziner. So seien von April bis Herbst lediglich zwei Patienten mit dem Coronavirus auf der Intensivstation behandelt worden; davon eine ungeimpft und eine – allerdings mit massiven Vorerkrankungen – geimpft. „Ansonsten hatten wir nie mehr als drei oder vier Corona-Patienten auf unserer Isolierstation.“ Zwei seien gerade am Freitag entlassen worden, so dass aktuell kein Corona-Patient mehr im Krankenhaus behandelt würde.

Aktuelles

Ungeimpfte in NRW müssen ab voraussichtlich kommender Woche mit drastischen Einschränkungen rechnen. Im Freizeitbereich sollen flächendeckend Zugangsbeschränkungen für Erwachsene eingeführt werden, die nicht gegen das Coronavirus geimpft oder davon genesen sind. Das kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) jetzt nach einer Kabinettssitzung in Düsseldorf an. Das werde unter anderem für die Gastronomie, Weihnachtsmärkte sowie Fußball- und andere Sportgroßveranstaltungen gelten. Zudem sind Schnelltests künftig nur noch 24 Stunden gültig.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Die Aufregung ist derzeit wieder groß. Geimpfte und Ungeimpfte bekriegen sich im Netz, Politiker und Epidemiologen ringen öffentlich um Worte. Und die Corona-Infektionszahlen steigen weiter an. Was nach wie vor fehlt, ist eine klare Richtlinie, wie es nun weitergeht. Und wie man denn gedenkt, die offenbar prekäre Lage in den Griff zu bekommen. Was auch fehlt: eine klare, angstfreie aber konsequente Kommunikation. Das Fatale: Weil es zunehmend auch zu Infektionen bei geimpften Personen kommt, fühlen sich die Impfgegner in ihrer Meinung bestätigt, dass die „Impfungen ja nichts bringen“. Das ist aber schlichtweg falsch. Das verdeutlicht Mediziner Dr. Volker Launhardt noch einmal eindrücklich. An der Zahl der Hospitalisierungen, die in Wermelskirchen gottlob noch sehr gering ist, und der Schwere der Erkrankungen kann man das unter anderem festmachen. Eine Vielzahl der Geimpften müsse eben nicht ins Krankenhaus und erleidet bei einer Infektion keinen schweren Erkrankungsverlauf. Das belegen zahlreiche Statistiken. Die Impfung ist nach wie vor das sinnvollste Mittel, um die Situation zu entspannen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gastronomin: „Vor allem emotional ist es kaum tragbar“
Gastronomin: „Vor allem emotional ist es kaum tragbar“
Gastronomin: „Vor allem emotional ist es kaum tragbar“
Vorderhufe: Ortspolitiker sehen Chancen
Vorderhufe: Ortspolitiker sehen Chancen
Vorderhufe: Ortspolitiker sehen Chancen
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Erste Impfaktion im Bürgerzentrum - Neuer Termin nächste Woche
Erste Impfaktion im Bürgerzentrum - Neuer Termin nächste Woche
Erste Impfaktion im Bürgerzentrum - Neuer Termin nächste Woche

Kommentare