Corona

Test-Drive-In nutzen auch Wermelskirchener

Die Ärzte im Test-Drive-In entnehmen die Proben am Autofenster. Foto: Roland Keusch
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Die Ärzte im Test-Drive-In entnehmen die Proben am Autofenster.
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Die mobile Gelegenheit zum Corona-Schnelltest am Remscheider Schützenplatz ist stark frequentiert.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Mit dem Auto ranfahren, vom Arzt einen Corona-Schnelltest durchführen lassen und wissen, ob man infiziert ist oder nicht. Möglich ist das seit November am Corona-Drive-In am Remscheider Schützenplatz. Wie Koordinator Professor Dr. Helmut Kaulhausen bestätigt, nutzen diese Gelegenheit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen, längst nicht mehr nur Remscheider. „Wir sehen auch viele Menschen aus Wermelskirchen und dem Rheinisch-Bergischen, aber auch aus dem Oberbergischen Kreis“, sagt Kaulhausen, der früher als gynäkologischer Chefarzt im Sana-Klinikum tätig war.

Ursprünglich war der Corona-Drive-In für Arbeitnehmer gedacht, deren Chefs sichergehen wollten, dass es innerhalb ihres Unternehmens möglichst keine Ansteckungen gab. „Ich habe vor einigen Monaten an der Hotline des Gesundheitsamtes beraten“, berichtet Kaulhausen. „Die Inhaber eines Unternehmens sprachen mich an, was man denn tun könne, um sich innerhalb des Unternehmens gegen das Virus zu schützen.“ Nach vielen weiteren Gesprächen gründeten drei Geschäftspartner die Bergische Schnelltest GmbH (BeST) – und Kaulhausen stieg als Mediziner mit ein.

„Inzwischen nutzen aber nicht nur Firmen die Gelegenheit, sondern auch viele Privatleute“, sagt Kaulhausen. Er und sein Team beobachteten, dass der Andrang am Schützenplatz vor den Feiertagen noch einmal zunahm. „Weil die Menschen vor dem Fest noch sichergehen wollen, dass sie niemanden anstecken.“

Morgens ab 8 Uhr ist der Test-Drive-In, in dem immer ein Mediziner und ein Team von Verwaltungskräften arbeitet, geöffnet. Kaulhausen: „Dann herrscht bis mittags auch der stärkste Andrang.“ Die Menschen fahren mit dem Auto vor, füllen einen Bogen aus, in dem sie sich ausweisen und angeben, ob und welche Symptome sie haben. Dann wird von einem Arzt der Test gemacht.

Der Abstrich erfolgt durch die Nase, wobei das Stäbchen bis in den Rachen eingeführt wird. „Das ist etwas unangenehm, wir hatten aber noch keine Beschwerden, dass jemand zu grob vorgegangen ist“, berichtet der Mediziner.

Nach maximal einer Viertelstunde liegt das Ergebnis vor. Zwischen dem 16. November und dem 14. Dezember haben die mitarbeitenden Mediziner, meist Ärzte im Ruhestand, rund 2000 Personen mittels CoV-Antigen-Schnelltest auf diese Weise untersucht.

Die meisten kamen laut Kaulhausen aus den Betrieben der Bergischen Werkzeug- und Messerindustrie; viele Menschen ließen sich aber auch vor Treffen im familiären Umfeld auf dem Schützenplatz untersuchen.

Erstaunlich oft positive Testergebnisse

Um Fehlerquellen zu vermeiden, würden alle Abstriche von Ärzten durch die Nase aus dem Rachen gewonnen. Unerwartet hoch sei der Prozentsatz der positiven Testergebnisse gewesen: bisher weit über 100, entsprechend fast 6 Prozent. „Die meisten haben leichte Symptome wie Schnupfen oder etwas Husten, leichtes Fieber allenfalls“, sagt der Mediziner. Manche würden aber auch überrascht: „Die hatten dann gar nichts, und auf einmal war der Test positiv.“

Die Test-Kassette ähnelt einem Schwangerschaftstest aus der Apotheke. Ist die Testperson negativ, zeigt sich nach wenigen Minuten nur ein roter Kontrollstrich. Bei einem positiven Ergebnis gesellt sich ein weiterer Strich hinzu. „Der ist manchmal sehr schwach und manchmal stark zu sehen“, erklärt der Mediziner. „Das hängt von der im Körper befindlichen Viruslast ab.“

Positive Ergebnisse werden von den Teams am Drive-In dem Gesundheitsamt gemeldet, die Quarantänepflicht wird ausgesprochen. Remscheider mit einem positiven Ergebnis beim Schnelltest werden sofort vor Ort mit einem aussagekräftigeren PCR-Test getestet. „Bisher waren aber alle PCR-Tests nach einem positiven Schnelltest-Ergebnis auch positiv“, sagt Kaulhausen. Die Wermelskirchener mit positivem Ergebnis müssen den PCR-Test später beim Hausarzt machen.

Hintergrund

Im Januar und Februar ist das Schnelltestzentrum auf dem Schützenplatz 1 ebenfalls geöffnet. Allerdings erfolgen die Untersuchungen dort nur bis 16.30 Uhr, weil später kaum noch Testpersonen kommen würden, sagt der Koordinator. Ein Schnelltest kostet 40 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Testpersonen sollten möglichst eine Stunde vor ihrem Test keine Flüssigkeit zu sich genommen haben.

Standpunkt

anja.siebel @rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

So aussagekräftig wie der PCR-Test, auf dessen Ergebnis man ein bis zwei Tage warten muss, ist der Schnelltest nicht. Aber wenn jemand Symptome, die typisch für Covid-19 sind, hat, beschreiben Experten die Schnelltests als relativ sicher. Sie sind eine Momentaufnahme, aber bieten etwas Sicherheit, beispielsweise für Arbeitnehmer, die sich mit mehreren Menschen an einem Arbeitsplatz aufhalten. Auch vor Besuchen bei den älteren, möglicherweise vorerkrankten Verwandten, gerade an den Feiertagen, können die Tests sinnvoll sein. Sie können beruhigen, Entwarnung geben oder eben die Sicherheit, dass man infiziert ist und sich so schnell wie möglich separieren sollte. 

Vertreter der Stadt Remscheid haben bereits bestätigt, dass die Testzentren, von denen es in der Nachbarstadt zwei gibt – das andere ist an der Alleestraße stationiert – eine gewünschte Ergänzung zu den Testungen beispielsweise des Gesundheitsamtes sind. Problematisch wird es nur, wenn die Tests, wie jetzt in Pflegeeinrichtungen, vorgeschrieben sind, aber das Personal dafür fehlt. Dort ist nun die Hilfe von noch mehr Ärzten gefragt.

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