Corona

Terminvergabe: Bürger kritisieren lange Wartezeiten

Ämter halten am Corona-Vergabeverfahren fest.

Von Stephan Singer

Wartezeiten oder Fristen sind eine Sache für sich – was dem einen lang vorkommt, erscheint dem anderen kurz. Trotz Aufhebung aller Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten sowohl das Bürgerbüro der Stadt Wermelskirchen als auch die Kfz-Zulassungsstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises mit der Außenstelle an der Viktoriastraße über dem Einkaufszentrum an dem Terminvergabeverfahren fest. Während die Terminvergabe als solche noch nachvollziehbar erscheint, „schmecken“ die Auswirkungen dieses Verfahrens längst nicht jedem. So boten die Terminvergabesysteme auf den Homepages von Stadt und Kreis zuletzt erst einen nächsten freien Termin in sieben beziehungsweise neun Werktagen an. Das monierten zwei Bürger gegenüber der Redaktion.

Der eine wollte seinen eingeschläferten Hund abmelden und berichtet: „Ich habe das entsprechende Formular auf der städtischen Homepage heruntergeladen und ausgefüllt – die tierärztliche Bestätigung über die Einschläferung habe ich, die Hundesteuer-Marke ebenso.“ Dann müsste das doch eine Sache sein, die in zehn Minuten abzuwickeln sei.

Bürgerin findet: Das muss schneller gehen

In einem anderen Fall erscheint die Sache noch eiliger. „Ich habe mein altes Auto verkauft, also in Zahlung gegeben, und mir ein neues, gebrauchtes Auto gekauft. Das Online-Terminsystem der Zulassungsstelle bietet mir für die Viktoriastraße glatt einen Termin in neun Werktagen an – damit habe ich nicht gerechnet“, erzählt eine Wermelskirchenerin. Das bedeute, dass sie fast zwei Wochen ohne nutzbares Auto wäre. „Wie soll ich denn zur Arbeit in eine Nachbarstadt kommen? Es gibt keine Busverbindung“, zeigt sich die Bürgerin verständnislos für die lange Zeit bis zu einem Termin: „Die Terminvereinbarung macht sicherlich Sinn. Wir Bürger können im Internet direkt sehen, welche Unterlagen wir mitbringen müssen, und die Mitarbeiter in den Büros wissen, welche Anliegen die Bürger haben.“ Aber: „Solch ein Termin muss doch schneller zu kriegen sein. Es kann doch kein berufstätiger Mensch hier bei uns im ländlichen Raum tagelang ohne Auto sein.“

Eine Terminvergabe innerhalb beispielsweise 48 Werktagsstunden wäre in der Regel nicht möglich. Das betonen sowohl Dorte Schulte, bei der Stadt Wermelskirchen zuständig für das Bürgerbüro, als auch Nina Eckardt von der Pressestelle des Rheinisch-Bergischen Kreises. „Es kann vorkommen, dass Bürgerinnen und Bürger keinen Termin an einem Wunschdatum oder zu ihrer gewünschten Uhrzeit erhalten. Wenn kein zeitnaher Wunschtermin angezeigt wird, lohnt es sich, kurzfristig noch einmal nachzuschauen. Denn tagesaktuell werden immer wieder Termine frei durch Absagen oder Verschiebungen.“

Beide Verwaltungsvertreter sehen durch die Terminvereinbarung eine bessere Planbarkeit sowie effizientere Abwicklung ermöglicht. Schulte: „Eine Wartezeit von wie derzeit rund vier Wochen für einen Termin zur Beantragung eines Passes oder Ausweises liegt im Vergleich mit umliegenden Städten noch bei den eher kurzen Wartezeiten.“

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