Verkehr

Telegrafenstraße ist wieder geöffnet

Entgegen der Einbahnstraße zu fahren und dann links in die Straße An der Feuerwache abzubiegen, ist seit gestern wieder verboten. Foto: Anja C. Siebel
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Entgegen der Einbahnstraße zu fahren und dann links in die Straße An der Feuerwache abzubiegen, ist seit gestern wieder verboten.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung stimmten die Politiker mehrheitlich gegen die Sperrung. Seit gestern sind die Schilder wieder weg.

Von Sebastian Radermacher und Anja Carolina Siebel

Der Arbeiter, der das blaue Schild „Durchfahrt für Busse erlaubt“ gestern um 14 Uhr an der Telegrafenstraße abschraubte, zog – wie nebenbei – eine nüchterne Bilanz: „Zwei Wochen hat das gehalten. Länger nicht.“

Geplant war es anders: Eigentlich wollte die Stadtverwaltung heute die Beschilderung des Durchfahrtsverbots in der Telegrafenstraße noch einmal nachbessern, um Autofahrern deutlicher zu machen, dass sie den Engpass hinter der Stadtsparkasse nicht mehr passieren dürfen. Daraus wird aber nichts. Denn seit Montagabend steht fest, dass das Durchfahrtsverbot nicht länger Bestand haben wird. Die Politiker im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr beschlossen mit knapper Mehrheit, das Durchfahrtsverbot umgehend wieder aufzuheben. CDU (5 Stimmen) und Bürgerforum (1) sowie Claus Zippmann (fraktionslos) votierten für das Ende des Verbots, SPD (3), FDP (1) und Grüne (1) waren dagegen.

Standpunkt von Karsten Mittelstädt

Ausschlaggebend für den Wechsel der Mehrheit – im April hatte es noch eine knappe Mehrheit für das Verbot gegeben – war das Abstimmungsverhalten der WNK/UWG. Die Fraktion hatte sich im April noch mit drei Stimmen für das Durchfahrtsverbot ausgesprochen, am Montag enthielt sie sich geschlossen bei der Abstimmung.

Und: Die WNK/UWG hatte vor der Beschlussfassung für eine Bürgerbefragung plädiert um herauszufinden, ob die Mehrheit der Wermelskirchener das Durchfahrtsverbot möchte oder eben nicht. Die Verwaltung soll demnach nun ein Gesamtkonzept für die Verkehrsführung in der Innenstadt entwickeln, welches die Interessen der Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer berücksichtigt. Darin sollen auch die Auswirkungen des Loches-Platz-Umbaus mit einem Vollsortimenter einbezogen werden.

Der Abstimmung war eine kontroverse Diskussion der Politiker vorausgegangen, die wenig sachlich geführt wurde. Vor allem CDU und SPD gerieten aneinander. Jochen Bilstein (SPD) kritisierte besonders die Unterschriften-Aktion der Christdemokraten, um das Durchfahrtsverbot aufzuheben. „Ich bin empört und verärgert über dieses Verhalten. Es war immer üblich, dass Fraktionen politische Beschlüsse akzeptieren, wenn sie dagegen gestimmt haben“, sagte Bilstein. Dazu sagte Randolph Schmidt (CDU): „Wir haben die Meinungen der Bürger aufgenommen. Die Sperrung wurde letztlich entschieden, ohne die Auswirkungen zu kennen.“

Bürgermeister Rainer Bleek appellierte an die Politiker, den im April beschlossenen Verkehrsversuch erst einmal abzuwarten, bevor man eine Entscheidung treffe. „Der Versuch hat noch gar nicht begonnen. Wir brauchen ein paar Monate, um Erkenntnisse zu gewinnen, ob das Verbot wirksam ist.“ Erfolg hatte der Bürgermeister, der die CDU-Unterschriftenaktion für die chaotische Situation mitverantwortlich machte, damit aber nicht. Nach einer Beratungspause stimmte die Mehrheit gegen das Verbot.

Fahrlehrer hält das Verfahren für „falsch geplant“

Frank Niewöhner, Inhaber von „Franks Fahrschule“, hat seine Geschäftsräume genau gegenüber der Einfahrt An der Feuerwache. Er hält die Sache mit dem Durchfahrtsverbot für „falsch geplant“. Häufig habe es brenzlige

HINTERGRUND

RADVERKEHR Weil Wermelskirchen die Bahntrasse für den Bau der Umgehungsstraße nutzte, ist der Radweg Balkantrasse unterbrochen. Um eine Verbindung in Richtung Belten zu schaffen, soll Radfahrern möglicherweise wieder erlaubt werden, die Telegrafenstraße gegen die Einbahnstraße zu nutzen. Unter anderem als Vorbereitung für den gegenläufigen Radverkehr wurde die Telegrafenstraße probeweise am hinteren Ende gesperrt. Man wollte eine Verkehrsberuhigung erzielen.

Situationen gegeben, weil Verkehrsteilnehmer vor der Sparkasse gewendet hätten und zurückgefahren seien. „Ich hätte Blumenkübel oder Schwellen auf der Fahrbahn besser gefunden, mit denen man sicher eher eine Verkehrsberuhigung erzielt“, sagt Niewöhner. Vom Radverkehr auf der Telegrafenstraße hält der Fahrlehrer generell nichts. „Da sollten sie lieber den Brückenweg breiter machen und die Radfahrer dort entlang leiten. Hier ist das viel zu gefährlich, denn die meisten würden sicher statt auf der Fahrbahn auf den Gehwegen fahren.“

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