Für Radler Einbahnstraße öffnen

Telegrafenstraße: Klage ist eingereicht

In Wermelskirchen ist die gegenläufige Freigabe der Telegrafenstraße seit Jahren ein Politikum. Hier protestierte der ADFC mit Frank Schopphoff vorneweg gegen Mehrheitsentscheidung des Rates, die Einkaufsstraße in Richtung Thomas-Mann-Straße für Radler wieder zu schließen. Foto: Doro Siewert
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In Wermelskirchen ist die gegenläufige Freigabe der Telegrafenstraße seit Jahren ein Politikum. Hier protestierte der ADFC mit Frank Schopphoff vorneweg gegen Mehrheitsentscheidung des Rates, die Einkaufsstraße in Richtung Thomas-Mann-Straße für Radler wieder zu schließen.
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Nachbarstädte öffnen Einbahnstraßen zum Teil bereits seit Jahren für den gegenläufigen Radverkehr.

Von Karsten Mittelstädt

Das angekündigte Frühlingswetter am Samstag und Sonntag werden viele Erholungssuchende zu einer Fahrradtour über die Balkantrasse nutzen. Und wieder werden sich viele, vor allem auswärtige Radfahrer über die Unterbrechung der Trasse in Wermelskirchen ärgern. Dass dies ein Kritikpunkt vieler Radler ist, wird am alle zwei Jahre durchgeführten Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) deutlich. Zwar wird auch die Infrastruktur in Wermelskirchen verbessert – die Trasse wird bis Zenshäuschen verlängert – aber die Telegrafenstraße für Radler gegen die Einbahnstraße zu öffnen, das haben CDU, WNK UWG und B

Standpunkt von Karsten Mittelstädt

üfo mehrheitlich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr auf die Zeit nach Fertigstellung des Loches-Platzes verschoben. Weil Frank Schopphoff, Vorsitzender des ADFC-Ortsverbandes, Klage eingereicht hat, wird sich das Verwaltungsgericht mit dem Thema auseinandersetzen.

Nur in Wermelskirchen wird das Thema so kontrovers diskutiert, in der bergischen Nachbarschaft ist man da schon viel weiter. Allen voran Wuppertal. „In Wuppertal gibt es rund 400 Einbahnstraßen. Etwa 150 davon sind für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben“, versichert Kathrin Petersen, Sprecherin der Stadt Wuppertal. In der bergischen Großstadt werde die Öffnung der Einbahnstraßen schon seit 2013 praktiziert, seit die Straßenverkehrsordnung diese Förderung des Fahrradverkehrs erleichtere. Die Freigabe werde im Einzelfall mit Verkehrsamt, Polizei und Stadtwerken überprüft. Bestehen keine Bedenken, werde die Einbahnstraße für Radler geöffnet. „Uns sind keine Unfälle wegen dieser Regelung bekannt. Weil wir in Wuppertal durchweg gute Erfahrungen damit gemacht haben und weil viele Radfahrer das auch fordern, werden wir den gegenläufigen Radverkehr in Zukunft weiter forcieren“, sagt Petersen.

Burscheid wird die Hauptstraße nach Umbau für Radfahrer öffnen

Auch in der Nachbarstadt Burscheid, ist die Erleichterung für Radfahrer kein jahrelanges Streitthema wie in Wermelskirchen. „Wir wollen das in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde in Zukunft in der Burscheider Innenstadt umsetzen“, sagt Renate Bergfelder-Weiss, Pressesprecherin der Stadt Burscheid, auf Nachfrage des WGA. In der Nachbarstadt, deren Innenstadt ebenso wie Wermelskirchen an der Balkantrasse liegt, gibt es bereits konkrete Pläne. Im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes „Burscheid 2025“, für das Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan bereits einen Förderbescheid in Höhe von 1,2 Millionen Euro erhalten hat, soll die Hauptstraße umgestaltet werden. Es ist bereits beschlossen, die Hauptstraße im Teilbereich zwischen Einmündung Montanusstraße und Kreissparkasse für den gegenläufigen Radverkehr zu öffnen. „Baubeginn wird voraussichtlich Anfang Juni sein“, kündigt Renate Bergfelder-Weiß an.

Selbst in Remscheid, in der die Radwege-Infrastruktur in der Vergangenheit eher ein kümm

BEFRAGUNG

ANTWORTEN Der ADFC führt alle zwei Jahre eine Befragung unter dem Namen „Fahrradklimatest“ durch. Wermelskirchen erhielt 2016 die Schulnote 4,2 (2014: 4,0) Ein Hauptkritikpunkt war dabei die fehlende Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer. 40 Teilnehmer der Befragung forderten die Öffnung der Telegrafenstraße für Fahrradfahrer in Gegenrichtung. Drei waren dagegen. 

TERMIN Vom 1. September bis 30. November findet der nächste Fahrradklimatest statt.

erliches Dasein führte, steht man dem gegenläufigen Radverkehr in Einbahnstraßen offen gegenüber, wie der Abteilungsleiter Verkehrsplanung, Burkhard Fey, versichert. Wermelskirchens Nachbarstadt könne seines Wissens zwar noch kein Beispiel vorweisen, es sei aber nur eine Frage der Zeit, „wann wir das ein einer geeigneten Straße mal testen“, sagt Fey. Remscheid habe ein Planungsbüro mit der Erstellung eines Radwegeverkehrskonzeptes beauftragt mit dem Ziel, den Radverkehr in der Werkzeugstadt zu fördern.

Bis die strittige Frage, Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer, in Wermelskirchen geklärt wird, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Es sei denn das Verwaltungsgericht entscheidet vorher im Sinne vieler Radfahrer.

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