Telegrafenstraße: ADFC protestiert bei Sternfahrt

Rund 80 Radfahrer trafen sich am Samstagmittag, um mit einer Sternfahrt gegen die Pläne einiger Stadtratfraktionen zu protestieren. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr hatte es eine Mehrheits-Empfehlung dafür gegeben, die Radfahrer von der Telegrafenstraße möglichst zu verbannen.

Seither regt sich breiter Widerstand - nicht nur in der Politik, sondern vor allen Dingen in der Öffentlichkeit. "Es geht uns darum, dass objektiv über das Thema debattiert wird", sagte am Samstag Frank Schopphoff, der Ortsverbandsvorsitzende des Allgemeinen Deutschen FahrradClubs (ADFC).

Dieser kann die Aufregung um vermeintliche - und von der Polizei nicht gesehene - Unfallgefahren nicht nachvollziehen. Fahrzeuge, die in der Telegrafenstraße links parkten, stünden dort zumeist illegal, meint Schopphoff.

Verwaltungsgericht: Radfahrer dürfen von beiden Seiten fahren

In der Tat ließ sich unmittelbar vor der seit Wochen angekündigten Sternfahrt zur offiziellen Eröffnung des Teilstücks nach Hückeswagen der Panorama-Radwegtrasse beobachten, dass etliche Wermelskirchener ihr Auto unmittelbar vor dem geschäft abstellen.

Schopphoff sieht Wermelskirchen allerdings noch aus anderen Gründen in der Pflicht gegenüber den Zweiradfahrern. "Wir haben Vereinbarungen getroffen, unter anderem mit den Städten Burscheid und Remscheid. Wermelskirchen hat sich verpflichtet, im Rahmen der Neugestaltung der Balkan-Trasse ein fahrradfreundliches Umfeld zu schaffen."

Der ADFC-Vorsitzende hat neben dem drohenden Imageverlust auch die Landeshilfen im Hinterkopf (WGA vom Samstag). Für die Umgestaltung der Telegrafenstraße zur verkehrsberuhigten Zone wie zur Herrichtung der Balkan-Trasse seien erhebliche Landesmittel geflossen, fürchtet Schopphoff eventuelle Rückzahlungen.

In der heutigen Ratssitzung (18 Uhr, Mehrzweckhalle Dabringhausen) soll das Thema noch einmal auf der Tagesordnung stehen. Rückenwind sehen die Radfahrer in einem Urteil des Verwaltungsgerichts Gießen. Diese hat vor einer Woche entschieden, dass Radfahrer grundsätzlich von beiden Seiten in Einbahnstraßenfahren dürfen.

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