Teilnehmer bereiten sich auf den Start vor

Helene und Xavier Bonabal sind zur ersten Ausfahrt aus Frankreich angereist. Im Gepäck haben sie immer einen Regenschirm, der die rot angestrichene französische Brücke Garabit zeigt. Zudem verteilten sie das Kinderbuch „Discovering Garabit“. Foto: Roland Keusch
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Helene und Xavier Bonabal sind zur ersten Ausfahrt aus Frankreich angereist. Im Gepäck haben sie immer einen Regenschirm, der die rot angestrichene französische Brücke Garabit zeigt. Zudem verteilten sie das Kinderbuch „Discovering Garabit“.

42 Teams treten bei der Six Bridges Rally an – Nun gab es ein erstes Kennenlernen im Bergischen

Von Julia Wodara

Zwei Monate vor dem Start laufen die Vorbereitungen für die Six Bridges Rally auf Hochtouren, bei der die Teilnehmer die sechs Brücken besuchen, die in einem gemeinsamen Antrag zum Welterbe erklärt werden sollen. Bei einem Treffen in Wermelskirchen konnten sich die Teilnehmer kennenlernen, die im September das gut 6000 Kilometer lange Abenteuer antreten werden. 30 der bislang 42 Teams starteten zu einer ersten gemeinsamen Rundfahrt in ihren Old- oder Youngtimern und verbrachten ihre Zeit zusammen in der Gaststätte „Zu den drei Linden“ in Wermelskirchen.

Auch das französische Team „Garabit avec vous“ war angereist: Xavier und Helene Bonabal, die bei der Rally nur in Frankreich dazu stoßen werden, nahmen den weiten Weg auf sich, um die Müngstener Brücke sehen und die anderen Teams treffen zu können. Die beiden vermittelten auch den Kontakt zu Rally-Schirmherrin Myriam Larnaudie-Eiffel, die sie durch eine ihrem Ur-Ur-Großvater Gustave Eiffel gewidmete Jubiläumsfeier bereits persönlich kannten. Auf die Frage, was sie selbst zur Teilnahme an der Rally motiviert hat, antwortet Helene Bonabal: „Für meinen Mann sind es die Autos und für mich die Brücken – hier haben wir beides abgedeckt.“

Ihre Leidenschaft für die Brücken ist schnell zu erkennen: Der Regenschirm zeigt das Garabit-Viadukt und im Gepäck befinden sich Exemplare des Kinderbuches „Discovering Garabit“, das die befreundete Patricia Vergne Rochès dessen Entstehungsgeschichte gewidmet hat. Auch die streng geheimen Rallyaufgaben verpflichten sich vor allem den Eisenbahnbrücken: Die Leitfrage „Wie verbinden wir die Brücken miteinander?“ bestimmte die Auswahl, die die Organisatoren Timm Kronenberg und Marc Baehr im November getroffen haben – ebenso wie das Ziel, möglichst viel der zu durchquerenden Gegenden entdecken zu können. Etwas Orientierung könnte dabei dann ein sogenannter Trackingkanal bieten, der den Interessierten jederzeit zeigen kann, wo sich alle Teams befinden. Navigationssysteme aber sollen die Fahrerinnen und Fahrer nicht nutzen. „Man nimmt den Weg viel genauer wahr, wenn man sich nicht auf ein System verlassen kann“, erklärt Baehr. Ob jemand dabei schummelt, kann jedoch nicht überprüft werden. „Wenn man komplett verloren ist, macht man auch mal das Navi an“, gibt Doris Kortmann aus dem Team „Kortini“ sogar zu.

Das ist hier aber gar nicht schlimm, denn die Six Bridges Rally grenzt sich von einem Wettkampfgedanken größtenteils ab: „Es ist wie eine Schnitzeljagd für Erwachsene“, illustriert Baehr, „es soll vor allem auch Spaß machen.“

Der Spaßfaktor und der Reiz des Ungewissen – darum nehmen die Teams an der Six Bridges Rally teil. Baehr selbst ist schon zwei Rallys gefahren und musste bereits nach der ersten feststellen: „Man kann nur ins Blaue fahren – es ist das genaue Gegenteil einer durchgeplanten Pauschalreise.“

Einheimische sind immer sehr hilfsbereit

Und das Risiko fährt immer mit, eine Panne an einem der mindestens 20 Jahre alten Autos kann schnell zum Problem werden. „Einheimische sind aber immer sehr hilfsbereit“, versichert der Organisator. Und für einige sind die technischen Herausforderungen der Old- und Youngtimer sogar eine erhoffte Challenge: „Man schafft sich damit selbst Probleme und ist dann stolz, wenn man sie löst“, scherzt Arnold Schulze aus dem Team „Kopffrei“.

Vorbereitungen sind daher ein wichtiges Thema – auch für das Team aus Frankreich. „Wir haben so viele Tools, denn ich hasse Pannen“, sagt Helene Bonabal und lacht. Wie man sich genau vorbereiten sollte, hänge aber immer von Fahrzeug und Erfahrung des jeweiligen Teams ab, erklären Doris und Reinhard Kortmann, die schon oft auf Rallys unterwegs gewesen sind. Für sie und viele andere sind die Vorbereitungen bereits abgeschlossen. „Ich habe noch gar nicht damit angefangen“, sagt dagegen Claudia Fischer-Liedmann, für die im September die erste Rallye überhaupt startet. Angst vor dem Abenteuer hat sie jedoch keine: „Was kann uns schon passieren?“

Hintergrund

Die Old- und Youngtimer-Rally Six Bridges ist ein von Timm Kronenberg und Marc Baehr organisiertes Projekt zur Unterstützung des Unesco-Welterbe-Antrags für die Müngstener Brücke und die später angeschlossenen Eisenbahnbrücken aus Portugal, Frankreich und Italien. Vom 11. bis zum 26. September 2021 durchfahren die Teams auf 6000 Kilometer neun Länder und besuchen alle sechs Brücken. Weitere Anmeldungen sind noch bis zum 8. August möglich. Weitere Infos und Teilnahmebedingungen gibt es im Internet.

sixbridges-rally.de

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