Tebroke will die Infrastruktur ausbauen

Hermann-Josef Tebroke kandidiert für das Direktmandat im Rheinisch-Bergischen Kreis. In seiner Freizeit liest der CDU-Politiker gerne, fährt Fahrrad oder verbringt Zeit im Garten. Eine Legislaturperiode im Bundestag hat er bereits hinter sich. Foto: Vittinghoff
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Hermann-Josef Tebroke kandidiert für das Direktmandat im Rheinisch-Bergischen Kreis. In seiner Freizeit liest der CDU-Politiker gerne, fährt Fahrrad oder verbringt Zeit im Garten. Eine Legislaturperiode im Bundestag hat er bereits hinter sich.

57-Jähriger möchte als CDU-Direktkandidat wieder in den Bundestag einziehen

Von Marei Vittinghoff

Hermann-Josef Tebroke hat seinen Sohn Elias mit zum Gespräch gebracht. Die beiden haben an diesem Mittag bereits zwei Wahlkampftermine hinter sich. Elias – Mitte 20 – hat alles mit der Kamera festgehalten. Für den Instagramaccount seines Vaters. Der sitzt neben ihm, dunkelblaue Anzug und weißes Hemd, und erzählt von den vergangenen vier Jahren in Berlin, eine „spannende“ Legislaturperiode, die „wie im Flug vergangen“ sei – Debatten über die Migrationspolitik, ein immer schärfer werdender Ton im Bundestag und natürlich Corona. Und ab und zu, wenn er über das redet, was er erreicht hat und erreichen möchte, dann fallen auch Sätze, die so oder so ähnlich wohl in jeder Wahlkampfrede fallen könnten: „Wir wollen die Menschen mitnehmen.“ Oder zur Vereinbarung von Klimaschutz und wirtschaftlichem Wachstum: „Das sind keine Bürden, das sind Aufgaben.“ Dann merkt man: Tebroke ist schon lange kein Neuling mehr auf der politischen Bühne.

Diplom-Kaufmann ist ein Seiteneinsteiger

Dabei hatte alles als Seiteneinsteiger angefangen. Der 57-Jährige wuchs im Münsterland auf, studierte in Münster Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er promovierte und habilitierte, übernahm 1999 eine Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik und begann 2001 als BWL-Professor mit dem Schwerpunkt Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre an der Universität Bayreuth. Im selben Jahr zog er mit seiner Frau und den vier Kindern nach Lindlar im Oberbergischen. Drei Jahre später trat er dort bei der Wahl zum Bürgermeister an, zunächst als parteiloser Kandidat der CDU. Tebroke gewann, wurde nach der Wahl offiziell Christdemokraten und bei der Kommunalwahl 2009 mit fast 85 Prozent der Stimmen wiedergewählt. 2012 dann der Wechsel auf die Kreisebene: Als Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises. Und fünf Jahre später: der Einzug als Direktkandidat der CDU in den Bundestag. Den Wahlkreis hatte er mit 40 Prozent der Stimmen gewonnen. Jetzt bewirbt sich Tebroke erneut um das Direktmandat. Auf der Landesliste der CDU steht er auf Platz 41.

Eine Woche im Kreis, eine Woche im Berlin – das sei in den vergangenen vier Jahren sein Alltag gewesen, sagt Tebroke. Die Debatten in der Hauptstadt immer auch mit den Begebenheiten vor Ort abzugleichen, das sei ihm wichtig gewesen. Wenn etwa im Bundestag über das Potenzial von E-Scootern debattiert werde, mit denen man hier im Kreis nicht im Ansatz ein Verkehrsproblem lösen könne, oder über eine Stärkung des ÖPNV gesprochen werde. Dann denke er an die Wasserstoffbusflotte in Wermelskirchen, die er als „hochattraktive Alternative“ bezeichnet.

Mit den Bürgermeistern der Kommunen treffe er sich mindestens einmal im Jahr zum Austausch – das habe er „aus der Landrat-Zeit so weitergetragen“. Was er an den Menschen hier besonders schätze? Unter anderem ihre Pragmatik. „Hier wird nicht lange rumdiskutiert, hier kommt man auch zu Potte.“ Die Pragmatik – man kann sie, wenn man will, auch auf Tebroke selbst beziehen. Denn er sagt zwar hin und wieder einen dieser typischen Wahlkampfsprüche. Er nennt aber auch Beispiele für das, was er meint. Immer möglichst diplomatisch – Meinungen zusammenführen, das hat er in seiner Zeit als Bürgermeister und Landrat gelernt. Sollte er wieder in den Bundestag einziehen, wolle er vor allem die Verkehrsinfrastruktur verbessern. „Es gibt natürlich eine Verbindung zu den Autobahnen, aber wenn Sie von einer Stadt zur anderen wollen, ist das eine ganz schön weite Reise“, sagt er.

Eine Verkehrswende müsse neben der Stärkung des ÖPNV in den ländlichen Regionen immer auch noch durch den Individualverkehr ergänzt werden, er sei da „Realist“. Insbesondere an den Grundschulen müsse außerdem die Nachmittagsbetreuung ausgebaut werden, durch eine „anständige finanzielle Ausstattung“ der Kommunen. Ein weiteres Thema: eine „Verbesserung der digitalen Infrastruktur“.

Bilanz der Legislaturperiode

Ausschüsse: Hermann-Josef Tebroke war Ordentliches Mitglied im Finanzausschuss, zudem Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Eine Mitarbeit in diesen Ausschüssen hatte er sich auch gewünscht.

Reden: Der 57-Jährige hielt insgesamt neun Reden im Bundestag.

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