Tebroke gewinnt sein Direktmandat

Im „Bergischen Löwen“ in Bergisch Gladbach feierte Dr. Hermann-Josef Tebroke mit Ehefrau Sabine (l.) und Parteifreunden. Fotos: Doro Siewert
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Im „Bergischen Löwen“ in Bergisch Gladbach feierte Dr. Hermann-Josef Tebroke mit Ehefrau Sabine (l.) und Parteifreunden.

Mit rund 30 Prozent verlor der CDU-Kandidat allerdings etwa zehn Prozent der Stimmen von 2017

Von Anja Carolina Siebel

Er hat es wieder geschafft. Dr. Hermann Josef Tebroke (CDU) hat das Direktmandat für den Kreis gewonnen. Allerdings mit einem deutlich knapperen Ergebnis als bei der Bundestagswahl 2017. Konnte er sich damals mit 40 Prozent der Stimmen deutlich von den anderen Kandidaten absetzen, erreichte er diesmal nur rund 30 Prozent.

Und dennoch: Die Freude über seinen Wahlsieg war ihm am Ende anzusehen. „Ich wäre ja nicht angetreten, wenn ich nicht die Hoffnung gehabt hätte, zu gewinnen“, sagte Tebroke noch, als gegen 18 Uhr die ersten Hochrechnungen eintrudelten, nach denen die SPD deutlich vorn lag. „Mir ist bewusst, dass es die CDU diesmal schwer hat. Das ist eben der Bundestrend. Und an dem hänge ich letztlich. Er bestimmt mein Ergebnis mit.“

Landrat Stephan Santelmann war sicher: „Dass er gewonnen hat, liegt vor allem an den Sympathien, die er bei den Rhein-Bergern hat.“ Und auch der Wermelskirchener CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich bescheinigt Tebroke „hohe Sympathiewerte. Das haben wir beim gemeinsamen Haustürwahlkampf gesehen.“

Viel war indes nicht los am Sonntagabend im Kreishaus. Die meisten Kandidaten schauten nur kurz vorbei, zogen sich dann mit ihren Parteikollegen zurück. Die CDU feierte beispielsweise im Bergischen Löwen in Bergisch Gladbach.

„Ich hänge nun mal auch an der Bundes-CDU. Der Trend bestimmt mein Ergebnis mit.“

Dr. Hermann-Josef Tebroke, Bundestagskandidat

Kurz nach 18 Uhr war die Stimmung bei allen schon anwesenden Kandidaten noch verhalten. Auch nachdem nach der ersten Hochrechnung klar war, dass die SPD mit 25 Prozent ordentlich Stimmen für sich gewinnen konnte, konnte und wollte auch der SPD-Kandidat Kastriot Krasniqi noch nicht wirklich jubeln. „Es gibt diesmal viele Briefwahlstimmen. Das wird dauern, bis man wirklich eine Tendenz erkennen kann.“ Hoffnung war dennoch da. Auch bei der Landtagskandidatin Heike Engels: „Natürlich freuen wir uns über das wesentlich bessere Ergebnis als bei den Wahlen in den Jahren zuvor.“

Christian Lindner weilte in Berlin. Seine Parteikollegen hielten allerdings gern die Stellung. Und freuten sich über das stabile Ergebnis – sowohl auf Kreis- als auch auf Bundesebene. Mögliche Gründe nannte Kreisfraktionsvorsitzender Dr. Alexander Engel. „Wir haben fortschrittliche Politik gemacht – und das zeichnet sich jetzt aus. Wir bieten Lösungen an, stellen das Individuum in den Mittelpunkt, und das in sämtlichen Bereichen: Klimaschutz, Bildungs- oder Wirtschaftspolitik.“

Mit dem Fahrrad kam Grünen-Kandidat Maik Außendorf ins Kreishaus. Er war mit seinem Ergebnis zufrieden, hätte sich aber vor allem auf Bundesebene mehr Zuspruch von den Wählerinnen und Wählern erhofft. „Bei meinem Besuchen im Wahlkreis habe ich bemerkt, dass den meisten Bürgern der Klimaschutz wichtiger denn je ist. Diesem Wunsch wollen wir nachkommen.“ Außendorf hofft, dass er über einen Listenplatz in den Bundestag einziehen kann. Er wünscht sich eine Ampelkoalition. „In der wir unsere Ziele auch deutlich durchsetzen können“, betont der Grünen-Kandidat.

Auch Dr. Harald Weyel (AfD) zeigte sich zufrieden. „Ich habe immerhin die Fünf-Prozent-Hürde genommen – und das, gleichwohl wir als Partei immer wieder Rufmord ausgesetzt sind. Uns werden doch immer die Worte im Mund herumgedreht.“ | Standpunkt

Standpunkt

Von Anja Carolina Siebel

Es war sicher ein Heimsieg, den Dr. Hermann-Josef Tebroke an diesem Wahlsonntag eingefahren hat. Heimsieg deshalb, weil er eben im Rheinisch-Bergischen Kreis viele Sympathien hat. Nicht zuletzt deshalb, weil er jahrelang Landrat des Kreises war. Aber auch, weil er nahbar ist, sich um die Belange der Bürger kümmert und ihnen zuhört. Und vielleicht gilt auch als kleines Plus, dass der Rheinisch-Bergische Kreis eben eigentlich traditionell „eher schwarz“ wählt. Eigentlich. Denn auch Tebroke musste diesmal ordentlich Wählerstimmen einbüßen. Rund zehn Prozent, um genau zu sein. Und mit seiner Aussage „Ich hänge eben auch an der Bundes-CDU“ hat er sicher recht. Denn klar wurde bei dieser Wahl vor allem eines: Die Menschen wollen Veränderung. Wie die nun genau aussieht, ist noch lange nicht klar. Denn erst die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen werden das zeigen. Auf Kreisebene zeigt sich deutlich, dass die SPD und die Grünen stark aufgeholt haben. Auch das deckt sich mit dem Bundestrend. Und eben auch das signalisiert den Wunsch nach Veränderung. | Tebroke gewinnt sein Direktmandat

anja.siebel @rga.de

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