Krise

Taxi-Unternehmen haben wenig zu tun

Andreas Wickesberg, Chef der Taxizentrale, rechnet coronabedingt mit einer ruhigen Silvesternacht. Foto: Doro Siewert
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Andreas Wickesberg, Chef der Taxizentrale, rechnet coronabedingt mit einer ruhigen Silvesternacht.

Wegen der Pandemie fällt die Nachfrage gering aus.

Von Jennifer Preuß

2020 war nicht das Jahr der Taxifahrer. Das wird sich nun zum Jahreswechsel kaum ändern. Hatten die Taxiunternehmen in den vergangenen Jahren alle Hände voll zu tun, alkoholisierte und übermüdete Partygänger nach Hause zu bringen, rechnet dieses Mal niemand mit einer Rekordnachfrage. Silvester ohne Feuerwerk und große Party, stattdessen mit Maske und Abstand?

Andreas Wickesberg, Chef der Taxi-Zentrale Wermelskirchen, rechnet nicht damit, dass die Telefone in der Zentrale heiß laufen. „Wir fahren über die Feiertage mit fünf Autos. Das sind etwa drei Viertel von dem, womit wir sonst in den Vorjahren geplant haben.“

An Silvester nimmt Andreas Wickesberg keine Vorbestellungen entgegen. Wer von ihm und seinem Team befördert werden will, soll sich einfach melden. Im Zweifel müsse man Wartezeiten einplanen. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass viel kommt“, so Wickesberg.

„Die Auswirkungen des neuen Lockdowns haben wir sofort gemerkt.“
Andreas Wickesberg, Taxi-Zentrale

Die Corona-Pandemie setzt seinem Unternehmen stark zu. Seit März sind die Fahrgastzahlen deutlich eingebrochen. Flughafenfahrten finden so gut wie keine mehr statt. Abends ist auch kaum jemand noch unterwegs, der ein Taxi braucht. Seitdem die Restaurants wieder geschlossen sind, ist die Nachfrage erneut zurückgegangen. „Es läuft schlecht. Auch am Wochenende fahren wir nur noch mit 30 Prozent“, sagt Andreas Wickesberg. „Die Auswirkungen des neuen Lockdowns haben wir sofort gemerkt.“

Seit dem 16. Dezember hat die Zahl der Einkaufs- und Besorgungsfahrten deutlich abgenommen. „Die älteren Leute haben einfach Angst rauszugehen. Dialyse- und Krankenfahrten haben wir noch. Dann wird es dünn“, sagt Andreas Wickesberg.

Sein größter Wunsch fürs neue Jahr ist, dass die Restaurants und Kneipen wieder öffnen. Das würde auch der Taxi-Branche zugutekommen. Man müsse durchhalten, sagt Wickesberg.

Personell ist die Taxi-Zentrale Wermelskirchen gut aufgestellt. Zur Zeit sind dort 15 Fahrer beschäftigt, davon fünf als 450-Euro-Kräfte. In die Sicherheit hat die Taxi-Zentrale investiert. Hinter dem Fahrersitz beziehungsweise den Sitzbänken im Großraumtaxi wurden Abtrennungen eingebaut. Auf dem Beifahrersitz darf in den Autos der Taxi-Zentrale keiner mehr sitzen.

Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe sind obligatorisch. Sicherheit hat oberste Priorität. An die staatlichen Vorschriften hält sich Andreas Wickesberg geflissentlich. Was staatliche Hilfen angeht, ist er aber lieber vorsichtig. Andreas Wickesberg ist nun seit 2014 selbstständig und will die Krise aus eigener Kraft meistern.

Angela Hübing aus Dabringhausen ist seit 2017 Alleinunternehmerin. „Ich fahre an Silvester von 10 bis 18 Uhr“, sagt sie. „Im Moment fahre ich abends nicht.“ Auf die Abendstunden verzichte sie bewusst. Sie hat ihre Dienstzeiten etwas zurückgeschraubt, um sich selbst keinem Infektionsrisiko auszusetzen.

Kontakt

Die Taxi-Unternehmen sind unter den folgenden Telefonnummern zu erreichen:

Taxi und Mietwagen Angela Hübing: Tel. (0 21 93) 5 00 04 04

Mannus Mietwagen: Tel. (0 21 96) 88 45 45.

Taxi-Zentrale Wermelskirchen: Tel. (0 21 96) 44 44.

Standpunkt: Solidarisch sein

Von Alexandra Dulinski

Nicht erst jetzt zu den Feiertagen an Weihnachten und Silvester haben die Taxi-Unternehmen in der Stadt wenig zu tun. Das ganze Jahr schon sind Taxifahrer gebeutelt, Feiern, Festivitäten und besondere Anlässe sind ausgefallen.

alexandra.dulinski@rga.de

Dabei haben die Unternehmen viel investiert, um den größtmöglichen Schutz und die Sicherheit ihrer Fahrgäste zu gewährleisten. Klar ist, dass sich an der Situation der Taxifahrer so schnell nichts ändern wird, solange nicht nur große Feiern verboten sind, sondern auch Restaurants, Bars und Clubs geschlossen bleiben. 

Denn wer abends nicht mehr ausgeht, der braucht auch kein Taxi nach Hause. Aber ebenso sicher ist auch, dass die Taxi-Unternehmen Unterstützung benötigen, um die Pandemie zu überstehen. Viele Wermelskirchener zeigen sich schon solidarisch mit den Gastronomiebetrieben in der Stadt, bestellen dort ihr Essen und holen es ab. Wieso nehmen Sie nicht für den nächsten Arztbesuch oder Supermarkteinkauf einmal ein Taxi, anstelle des Busses? Damit zeigen Sie sich nicht nur solidarisch, sondern mindern zeitgleich auch Ihr Infektionsrisiko, weil Sie weniger Menschen begegnen.

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