57 Tage bis zur Wahl – das können Sie von uns erwarten 

Die Woche

Von Stefan M. Kob

Was haben Rainer Bleek (SPD), Marco Frommenkord (FDP), Mike Galow (Linke), Marion Lück (parteilos, für CDU und Bürgerforum) und Karl Springer (AfD) gemeinsam? Nun, einer der fünf wird nach dem 13. September (oder bei einer Stichwahl zwei Wochen später) als Bürgermeister mindestens fünf Jahre lang die Geschicke Wermelskirchens lenken.

Bei der Kommunalwahl in 57 Tagen wird aber nicht nur das Stadtoberhaupt bestimmt, sondern gleichzeitig die Besetzung des Stadtrats. Durchaus möglich, dass die Parteifarbe des Bürgermeisters nicht unbedingt mit der stärksten Fraktion im Rat übereinstimmt – umso schwieriger kann es auf dem Bürgermeister-Sessel sein, der in Wirklichkeit ein heißer Stuhl ist. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist ein Bürgermeister kein allmächtiger Herrscher, sondern eher ein Vordenker und Vorreiter, Vernetzer und Brückenbauer, Kompromissschließer und Machtkämpfer. Steher- und Nehmerqualitäten gehören zum Jobprofil dazu, denn für Rathauschefs weht der Wind stets rau von vorne, nie von hinten.

In diesen Tagen beginnen die Parteien mit dem Wahlkampf, der diesmal ein besonderer sein wird. Denn die eigentlich gesetzte, persönliche Begegnung mit dem Wähler, sei es am Infostand, auf Kundgebungen oder bei Veranstaltungen, kann – wenn überhaupt – nur dosiert stattfinden. Das lässt die Bedeutung von Medien, deren DNA die Vermittlung ist, noch steigen. Und damit die Verantwortung für die Wiedergabe, Einordnung, Kommentierung und für die faire, kritische Begleitung der Programme und Personen.

Dafür haben wir einige spannende Formate entwickelt. Ein wichtiges Element werden die Wahlprüfsteine sein: Wir fordern von den Parteien Antworten auf die brennenden Fragen zur Zukunft unserer Stadt und werden die unterschiedlichen Positionen übersichtlich zusammenstellen. Außerdem werden die Bürgermeister-Kandidaten im Interview ausführlich zu unseren Fragen Stellung nehmen. In unserem Internetportal stellen wir sämtliche Kandidaten für die Ratswahl in Kurzporträts vor. Und natürlich wollen wir vor allem Ihre Fragen aufgreifen und die Parteien damit konfrontieren. Im „Wahlforum“ können Leser selbst schreiben und ihre Meinung zu den drängenden Themen kundtun. Aber auch hier gilt wie für jede Pressemitteilung: Wenn der persönliche Angriff und die Diffamierung des politischen Gegners der einzige „Inhalt“ ist, findet dies keinen Eingang in unsere Medien.

Unsere unbedingte Neutralität und Offenheit endet aber dort, wo Parteien und Positionen die Grundwerte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung infrage stellen. In unseren publizistischen Grundsätzen ist klar festgeschrieben, dass wir Rechts- und Linksradikalismus entschieden ablehnen. Denn es ist keine Frage von nachrangiger Bedeutung, wer in unserer Stadt künftig im Auftrag der Bürger die Zukunft gestaltet. Nicht ohne Grund gilt die Kommune als die Keimzelle der Demokratie. Ist diese bedroht, gefährdet das die gesamte Demokratie und damit die Grundlagen unserer Gesellschaft.

Hoch über der Stadt thront wieder der Wetterhahn auf St. Michael.

Ungeduld beim Loches-Platz: Baustelle ruht coronabedingt.

stefan.kob @rga-online.de

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