Tafel-Schließung nur vorübergehend

Viele Tafeln in NRW arbeiten weiter. In Wermelskirchen ist der Betrieb vorläufig eingestellt. Symbolfoto: Michael Schütz
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Viele Tafeln in NRW arbeiten weiter. In Wermelskirchen ist der Betrieb vorläufig eingestellt. Symbolfoto: Michael Schütz

Team überlegt Möglichkeiten für den Fall, dass der Lockdown länger dauern sollte

Von Anja Carolina Siebel

Noch sei das Verständnis bei den Tafel-Kunden groß, sagt Brigitte Krips, die Vorsitzende des Tafel-Teams Vorm Eickerberg. Wie berichtet, gibt die Tafel derzeit keine Lebensmittel aus. Zu hoch sei das Risiko „sowohl für die Kunden als aber auch für unsere Helfer, die zum Teil ein höheres Alter erreicht haben“, sagt Krips. Ihnen sei das Risiko, sich bei der Essensausgabe zu infizieren, vielfach zu groß. Krips: „Und auch für die Kunden haben wir uns überlegt, dass wir das derzeit nicht verantworten können.“

Dem Team sei wohl bewusst, dass es derzeit keine Alternative für die Bedürftigen gibt. „Für uns ist das jetzt erstmal für eine Übergangszeit“, sagt die Vorsitzende. „Und das haben wir so auch kommuniziert.“ Man gehe davon aus, dass Anfang Dezember der normale Ausgabe-Betrieb wieder möglich sei.

Und wenn nicht? „Auch für diesen Fall“, unterstreicht Brigitte Krips, „haben wir schon Ideen entwickelt. Es ist ganz klar, dass der Ausfall jetzt eine Übergangslösung sein muss.“

Die Ehrenamtler des Offenen Mittagstisches an der Thomas-Mann-Straße geben indes weiter Essen für Bedürftige aus: immer montags und freitags, jeweils von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr. Initiator ist das Freikirchliche Sozialwerk.

„Ich gehe davon aus, dass der Betrieb jetzt während der Tafel-Schließung bei uns zunimmt“, prognostiziert die Mittagstisch-Koordinatorin Veronika Ortwein. Sie weiß, dass der Bedarf nach Unterstützung beim Erhalt von Lebensmitteln auch in Wermelskirchen groß ist.

„Wir waren ja bis vor dem ersten Lockdown keine Lebensmittelausgabe, sondern bei uns gab es immer warmes Essen zum Mittag“, berichtet Ortwein. „Zu Anfang der Corona-Pandemie schloss dann die Obi-Kantine, die uns bisher immer mit warmem Essen beliefert hatte. Da mussten wir uns etwas anderes einfallen lassen.“

Und so schwenkte auch der Mittagstisch um zur Ausgabe haltbarer Lebensmittel. „Damit die Menschen gesichert für die Woche etwas zu essen haben“, betont Veronika Ortwein. Meist seien es haltbare Lebensmittel, die die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Mittagstisches für die Gäste besorgen.

„Zudem bekommen wir als Spende von Bäckern aus Wermelskirchen verschiedene Backwaren, Brot und Kuchen“, sagt die Koordinatorin. Bei der Tafel sind die Lebensmittel bereits vor der Zwangspause vergeben worden. „Wir haben bewusst nicht übermäßig viel vorher besorgt, weil sich der Lockdown ja schon abzeichnete“, berichtet Brigitte Krips. „Und wir haben dann auch beim letzten Termin die Waren eher großzügig an unsere Kunden verteilt, weil wir ja wussten, dass es jetzt erstmal eine Pause geben muss.“

Bürger sollen zu Weihnachten Einkaufsgutscheine spenden

Brigitte Krips weist noch einmal auf die Weihnachtsaktion der Wermelskirchener Tafel hin. Wie berichtet, sollen diesmal keine Weihnachtspäckchen, sondern Einkaufsgutscheine an die Bedürftigen verteilt werden. Wer sich beteiligen möchte, kann im Supermarkt oder einem anderen Geschäft einen Gutschein besorgen und ihn später bei der Tafel abgeben. Die Weihnachtsaktion soll am 16. Dezember für die Bedürftigen stattfinden. „Wir gehen davon aus, dass wir dann zumindest wieder Lebensmittel und eben die Gutscheine verteilen können“, hofft Brigitte Krips auf eine baldige Entspannung der Corona-Situation.

„Uns ist bewusst, dass das eine Situation ist, die nicht auf Dauer tragbar ist, weil die bedürftigen Menschen ja jetzt kaum eine Alternative haben an Lebensmittel zu kommen, aber sollte der Lockdown länger bestehen, werden wir wie schon im Frühjahr nach Alternativen suchen, um weiter da zu sein“, unterstreicht Brigitte Krips.

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