Wermelskirchen

Straußenfarm setzt Hygienekonzept um

Es gibt viel zu sehen: Die kleinen Strauße und Bisons wachsen und gedeihen. Im Hofladen können Besucher ausgiebig stöbern – mit Maske. Fotos: Anna Frische
+
Es gibt viel zu sehen: Die kleinen Strauße und Bisons wachsen und gedeihen.

In Emminghausen werden wieder Besucher empfangen – Teilnahme an Führungen nur nach Anmeldung.

Von Anna Frische

Die Straußenfarm in Emmin-ghausen ist ein beliebtes Ausflugsziel für Groß und Klein. Nach vorheriger Anmeldung ist es nun den Besuchern wieder möglich, eine circa einstündige Tour auf der Straußenfarm erleben zu können.

Mit ihren 150 Straußen und elf Bisons ist die Farm weit über die Grenzen des Bergischen Landes bekannt. Den landwirtschaftlichen Betrieb führten schon die Eltern des heutigen Inhabers Klaus Stöcker. 2008, nachdem Klaus Stöcker den elterlichen Betrieb übernommen hatte, kamen dann auch die ersten Strauße nach Emminghausen. Seitdem ist die Anzahl der Tiere stetig gewachsen.

Inhaber Klaus Stöcker geht es um eine artgerechte Zucht

Stöcker geht es dabei vor allem um eine artgerechte Zucht, die sehr viel Wissen rund um den Strauß und die Bisons voraussetzt. Das Ergebnis ist dieses Jahr wieder sichtbar, denn die Hennen waren bis jetzt sehr fleißige Eierlegerinnen: Aktuell sind 50 Küken schon geschlüpft, 20 kleine Strauße befinden sich gerade im Schlupf und 60 Eier werden im Brutkasten gebrütet. Die schon geschlüpften Küken dürfen bei der Führung auch am Zaun besucht werden.

Bei den Bisons wird aktuell voller Spannung ein Kälbchen erwartet. „Die Corona-Pandemie hat jedoch auch der Straßenfarm Einbußen gebracht“, sagt Kerstin Schnabel.

Schnabel ist eine Mitarbeiterin des kleines Teams, das sich täglich um das Wohlergehen der Tiere, die Organisation der Führungen und um die Planung und die wirtschaftliche Struktur auf dem Hof küm-mert. „Die Pandemie hat uns natürlich wie jeden anderen Betrieb auch getroffen. Jedoch konnten wir Hygienemaßnahmen relativ schnell treffen und umsetzen“, sagt sie. Bereits zur Vogelgrippe habe man ausgefeilte Hygienekonzepte entwickelt und alle Mitarbeiter darauf geschult. „Somit mussten wir das Konzept nur noch auf die Corona-Pandemie ummünzen und optimieren“, sagt Schnabel. Insofern bekommen die Besucher die Maßnahmen auch nur am Rande mit.

Wer eine Tour buchen möchte, kann sich im Vorhinein per Email, Telefon oder WhatsApp anmelden. Die Führungsteilnehmer müssen dann im Hofladen aus Gründen der Rückverfolgbarkeit ihre Adresse und Telefonnummer hinterlassen. Anschließend können sie unter Einhaltung von Maskenpflicht und Einhaltung der Mindestabstände in einer Gruppe die Farm besuchen. Die Homepage, die stets aktualisiert wird und auf dem neuesten Stand ist, gibt Neuerungen und Informationen bezüglich der Auflagen und Änderungen bekannt.

„Die Corona- Pandemie hat uns wie jeden anderen Betrieb auch getroffen.“

Kerstin Schnabel, Mitarbeiterin

Im Hofladen können Besucher ausgiebig stöbern – mit Maske.

„Die Besucher sind sehr geduldig und verständnisvoll. Es kommt, gerade im Hofladen, zu Wartezeiten in den Stoß-zeiten“, berichtet Schnabel. Aber die Wartezeiten lohnen sich, denn der Hofladen lädt zum Stöbern ein: Dort gibt es alles rund um die Tiere vom Hof.

Die jährlich circa zwölf Schlachtungen der Strauße finden momentan noch in Hü-ckeswagen statt, jedoch ist ein eigenes Schlachthaus im Aufbau. Das Fleisch kann man dann im Hofladen erwerben. Zudem gibt es Eierlikör, Nu-deln und Speiseeier und Kos-metik. Lederwaren, Schmuck und Lampen werden von Fair Trade gehandelten Straußen-farmen aus Afrika importiert.

Um die Straußenfarm überregional noch bekannter zu machen, wird es dieses Jahr neben den kleinen Weihnachtsmärkten im Bergischen auch einen eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt „Markt der Engel“ am Kölner Neumarkt geben. Dort wird es, anders als auf den anderen Märkten, auch Fleischverkauf geben. „So werden wir neben den Non-Food-Artikeln auch eingeschweißtes Straußenfleisch anbieten können“, erzählt Schnabel freudig. Das Team hofft, dass bis Dezember die Pandemie soweit eingedämmt ist, dass ein uneingeschränkter Besuch auf den Weihnachtsmärkten möglich sein wird. | Standpunkt

Kontakt

Daten: Anmeldungen für die Führungen werden per E-Mail unter mail@straußenfarm-emminghausen.de entgegengenommen oder telefonisch unter Tel. (02193) 1661 oder per WhatsApp unter Tel. 0157/34345752. Die Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Die Straußenfarm befindet sich in Emminghausen 80.

Standpunkt: Öffnung tut Betrieb gut

Von Nadja Lehmann

nadja.lehmann@rga-online.de

Wenn ein Betrieb, wenn ein Unternehmen seine Tore schließen muss, wird kein Geld verdient. Schmerzhaft haben das viele Mitarbeiter in diesem Jahr am eigenen Leib zu spüren bekommen. Ein landwirtschaftlicher Betrieb aber sorgt sich nicht allein um Zahlen, sondern auch um Lebewesen. Um Tiere, die versorgt und gefüttert sein wollen; gleichgültig, wie und ob es in der Kasse klingelt. Es ist für Betriebe wie Emminghausen also ein gutes Zeichen, wenn sie sich sukzessive und unter Auflagen wieder nach außen öffnen dürfen. Dass es auf der Straußenfarm jede Menge zu entdecken gibt, steht außer Frage. Wo sonst begegnet man Straußen und Bisons? Ersteren in Afrika, zweiteren in ausgewählten Schutzgebieten. Man muss nicht in rauen Mengen Fleisch konsumieren (und angesichts des Tönnies-Skandals wird dies mancher ohnehin lieber vermeiden wollen), wenn aber, sollte man zu gutem greifen. Straußenfleisch gilt als gesunde Alternative, hat viel Eiweiß und wenig Cholesterin. Um den gesundheitlichen Wert von Straußenfleisch wusste übrigens sogar bereits Hildegard von Bingen (1098 bis 1179).

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Totschlag-Prozess: Gericht hört erste Zeugen
Totschlag-Prozess: Gericht hört erste Zeugen
Totschlag-Prozess: Gericht hört erste Zeugen
Eifgen: Investor tritt kein zweites Mal an
Eifgen: Investor tritt kein zweites Mal an
Eifgen: Investor tritt kein zweites Mal an
Rewe-Konzern gestaltet Filiale komplett um
Rewe-Konzern gestaltet Filiale komplett um
Rewe-Konzern gestaltet Filiale komplett um
Kreis liefert Vorschläge für Radverbindung aus dem Dorf
Kreis liefert Vorschläge für Radverbindung aus dem Dorf
Kreis liefert Vorschläge für Radverbindung aus dem Dorf

Kommentare