Baustellen

Straßenbetrieb fehlt das Fachpersonal

Dieser Traum ist bereits geplatzt: Die Maßnahme in Hünger wird nicht im Herbst 2022 fertiggestellt, so viel steht bereits fest. Die Autobahn GmbH des Bundes spricht inzwischen von einer Dauer bis Ende 2023 – Stand jetzt.
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Dieser Traum ist bereits geplatzt: Die Maßnahme in Hünger wird nicht im Herbst 2022 fertiggestellt, so viel steht bereits fest. Die Autobahn GmbH des Bundes spricht inzwischen von einer Dauer bis Ende 2023 – Stand jetzt.

Brückenbauarbeiten in Hünger strapazieren Nerven und Geldbeutel der Anwohner.

Von Udo Teifel

Wermelskirchen. Die Baustelle in Hünger über der Autobahn 1 wird die Bürger noch wenigstens ein Jahr begleiten – auch wenn das großflächige Hinweisschild in Höhe zum Abzweig Bollinghausen auf ein Ende der Bauwerksinstandsetzung bis voraussichtlich Herbst 2022 hinweist. „Wir rechnen mit einer Fertigstellung bis Ende 2023“, erklärte auf Anfrage der Sprecher der Kölner Niederlassung der Autobahn GmbH des Bundes, Sebastian Bauer. Die ist Bauherr dieser Maßnahme.

Die Nachricht dürfte die Bewohner der westlichen Stadtteile wie Hünger, Unterwinkelhausen oder Pohlhausen nicht freuen. Die müssen weite Umwege in Kauf nehmen über Pohlhausen, dann durchs Eschbachtal über Preyersmühle und die Landstraße 409 in Richtung Innenstadt. „Ich fahre im Monat 200 bis 250 Kilometer Umweg, um in die Stadt zu kommen“, sagt Heinz Köhler. Deshalb ist er auch so verärgert, dass sich zurzeit auf der Brücke wenig tut. „Das ist schon frech und frustrierend“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. „Die interessiert überhaupt nicht, welche Auswirkungen diese Baustelle auf die Bürger in diesen Stadtteilen hat. Vor allem jetzt, wo der Spritpreis wieder deutlich gestiegen ist“, sagt der Rentner.

Er kann nicht verstehen, dass nicht eine Tag-und-Nacht-Baustelle an diesem Nadelöhr eingerichtet worden ist. „Hier müssten täglich zehn Leute arbeiten, damit die Baustelle schnell fertig wird und die Einbahnstraßen-Regelung aufhört.“ Als er sich letzte Woche die Arbeiten anschaute, habe er keine Arbeiter gesehen.

Er habe schon mit der Bürgermeisterin gesprochen, die wisse auch nicht mehr, was sie machen solle, berichtet Köhler. „Meine ganze Nachbarschaft in Büschhausen ist genauso entsetzt. Wir alle müssen über Pohlhausen fahren, und keiner scheint sich ernsthaft Gedanken gemacht zu haben, was das bedeutet.“ Allein schon der Reifenabrieb, wenn man durch die Serpentinen der K 8 in Pohlhausen fährt. „Als Rentner muss man so etwas im Blick haben.“

Es werde wohl keinen Dreischichtbetrieb geben, antwortet Sebastian Bauer auf eine entsprechende Anfrage der Redaktion. „Es stehen nicht genügend Personalressourcen auf dem Markt zur Verfügung, um alle Baustellen 24 Stunden zu bearbeiten.“ So ein Dreischichtbetrieb könne nur vereinzelt zum Einsatz kommen, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Arbeiten oder wenn die eingesetzten Baustoffe Entwicklungszeiten benötigen, um die geforderten Eigenschaften zu erreichen, zum Beispiel das Abbinden von Beton. „Die fehlenden Fachleute wiegen aber schwerer“, so Bauer.

Und weiter heißt es: „Die Autobahn GmbH ist auch im eigenen Haus sehr aktiv um weiteres Fachpersonal bemüht.“ Einen längeren Leerlauf habe es auf der Baustelle in Hünger seit Beginn der Hauptarbeiten nicht gegeben, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Einzig in der Vorphase gab es einzelne Phasen, in denen durch die Versorger zunächst Leitungen verlegt und umgelegt werden mussten.

Bauwerk weist Abweichungen zu Bestandsunterlagen auf

In Hünger werde aktuell die Ausführungsplanung überprüft und gegebenenfalls angepasst. „Während der Arbeiten hat sich herausgestellt, dass zwischen den vorliegenden Bestandsunterlagen und dem Bauwerk vor Ort geringfügige Abweichungen bestehen“, so Sebastian Bauer. Es handele sich hier um ein über 80 Jahre altes Bauwerk. Gerade in solchen Fällen können ab und zu derartige Unwägbarkeiten entstehen. „Es stehen in der Planungsphase hauptsächlich die Bestandsunterlagen zur Verfügung. Darüber hinaus finden vor Ort in der Planung Untersuchungen statt, soweit dies im Vorfeld möglich ist.“ Einige Details vor Ort werden allerdings im Laufe der Arbeiten ersichtlich, weil diese vorab nicht untersucht werden können. Das kann sich auf eine Baustelle auswirken. Und was steht noch an? Bauer: „Insbesondere steht noch der Neubau der neuen Brückenplatte über dem Gewölbe aus.

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