Wermelskirchen

Sternsinger starten in die Saison

An der Dabringhauser Kirche ist zum Auftakt schon deutlich geworden, dass die Menschen gerne spenden wollen. Foto: Doro Siewert
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An der Dabringhauser Kirche ist zum Auftakt schon deutlich geworden, dass die Menschen gerne spenden wollen.

Der erste Einsatz der kleinen Botschafter war am Sonntag an der Dorfkirche in Dabringhausen

Von Anja Carolina Siebel

Gemeinsam kann man mehr erreichen. Das ist zwar nicht das offizielle Motto der Sternsingeraktion, die auch dieses Jahr wieder von den Gemeinden St. Apollinaris/St. Michael initiiert wird – aber es ist auf jeden Fall eines, was die Veranstalter berücksichtigen.

Denn erstmals hat sich auch die Evangelische Kirchengemeinde mit beteiligt. „Wir haben uns gefreut, dass die Gemeinde die Sternsinger und ihre erwachsenen Betreuer am Sonntag spontan in den Gottesdienst eingeladen hat“, sagt Andrea Spieß von der katholischen Gemeinde. „Eigentlich ist das zwar immer schon ein katholisches Projekt, aber es ist doch schön, wenn wir zusammenhalten.“ Und diesen Zusammenhalt sprach in seiner Predigt dann auch Pastor Patrick Kiesecker an.

Trotz unangenehmen bergischen Nieselregens platzierten sich fünf Sternsingerinnen gleich nach dem Gottesdienst mit ihren Spendendosen und Segenswünschen. Und die Gottesdienstbesucher steuerten beim Ausgang aus der Kirche dann auch diesen Tisch an, statt wie sonst den Klingelbeutel. Die Kinder bekamen Süßigkeiten, Segenswünsche und Geld für die Spendendosen mit auf den Weg.

„Wegen der Corona-Pandemie können wir auch dieses Jahr nicht wie sonst mit allen Kindern von Haus zu Haus ziehen und haben deshalb die so genannten Segenshaltestellen eingerichtet“, berichtet Andrea Spieß. Einige Nachbarn in Grunewald hätten sich aber trotzdem gewünscht, dass die Kinder vorbeikommen. „Da haben wir dann unter Einhaltung der 3G-Regel kleine Ausnahmen gemacht“, sagt Spieß. Unter Corona-Bedingungen begangen werden können nur die Bereiche Grunewald, Stumpf, Am Stumpf, Pantholz, Tannenbaum, Irlenweg, Wenschebach, Arnzhäuschen, Schürholz, Ketzberg, Ketzbergerhöhe und Auf dem Kamp.

Die Spenden der Sternsinger-Aktion gehen diesmal an das Kindermissionswerk nach Aachen, das damit Kinderhilfsprojekte in der ganzen Welt unterstützt. Andrea Spieß: „Wir haben uns bewusst diese Initiative ausgesucht, um möglichst vielen Kindern etwas Gutes tun zu können.“

Menschen sind spendenbereit

Das Motto in diesem Jahr lautet: „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit.“ An den sogenannten Segenshaltestellen können Spenden abgegeben werden: am Samstag, 8. Januar, von 10 bis 13 Uhr vor dem Edeka sowie von 16.30 bis 17 Uhr und 17.45 bis 18.15 Uhr an der kath. Kirche (Grunewald). Außerdem gibt es eine Spendendose und Segenswünsche für die Haustür in der Bäckerei Gosse in Dabringhausen.

St. Michael: Auch die Haltestationen der Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Michael in Wermelskirchen stehen fest. Dort kann sich ebenfalls jeder, der möchte, den Segensaufkleber abholen. Gesungen wird an drei Tagen zu den folgenden Zeiten und an den folgenden Orten: Am Freitag, 7. Januar: 10 bis 12 Uhr an der Bushaltestelle Rathaus, 10.15 bis 11 Uhr am Lidl an der Thomas-Mann-Straße 41, 10. 30 bis 10.45 Uhr am Altenheim Am Vogelsang 14.

Am Samstag, 8. Januar: 10 bis 11 Uhr am Lidl an der Thomas-Mann-Straße 41, 10 bis 11 Uhr am Edeka (Im Belten 2), 11 bis 12 Uhr am Netto (Tente 49).

Am Sonntag, 9. Januar: 10 bis 10.15 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche, sowie 10 bis 10.15 Uhr in der Evangelische Kirche Tente und um 10.15 bis 11 Uhr in der Katholischen Kirche St. Michael sowie um 12 bis 12.15 Uhr ebenfalls in der Katholischen Kirche St. Michael

Rahel (7) und Malina (9) sind schon erfahren, was die Sternsinger-Aktion angeht. Sie waren schon mehrfach dabei. Dass sie nicht wie üblich von Tür zu Tür gehen können, finden beide „etwas schade“, aber sie freuen sich darüber, dass auch an der Segenshaltestelle einiges an Spenden zusammenkommt. Das wird am Sonntag an der Dabringhauser Kirche deutlich: Die Menschen sind spendenbereit und wollen den Sternsingern etwas mit auf ihren Weg geben. | Standpunkt

Hintergrund

„Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit.“ So lautet das Motto der nun gestarteten Sternsingeraktion, die bundesweit seit Ende des Jahres läuft. Die Gesundheitsförderung von Kindern in Afrika steht bei der Sternsingeraktion im Mittelpunkt. Den Sternsingern wird vermittelt, warum gerade dort die Gesundheit vieler Kinder gefährdet ist und wie in Sternsinger-Projekten geholfen wird.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Wichtiges Zeichen

anja.siebel@rga.de

Was machen denn die Sternsinger in der evangelischen Kirche, fragten sich vielleicht einige Gemeindeglieder, die am Sonntag den evangelischen Gottesdienst im Dorf besuchten. Spontan hatte Pastor Patrick Kiesecker sie eingeladen, weil sie ihre Segenshaltestelle nach dem Gottesdienst an der Kirche geplant hatten, dort Spenden sammeln und die Segensaufkleber verteilen wollten. Das Ganze lief unter dem Motto: Gemeinsam erreicht man mehr.

Was für eine schöne Geste. Denn der Satz „gemeinsam erreicht man mehr“ lässt sich auf so viele Lebensbereiche ausweiten, aber eben auch auf Kirche. Immer öfter schließen sich die Kirchengemeinden zusammen und organisieren schöne Veranstaltungen, die noch weit über die Strahlkraft eines Gottesdienstes hinausreichen. So etwas braucht Kirche heutzutage.

In Zeiten, in denen nicht nur immer mehr Menschen den Gemeinden und teils auch ihrem Glauben den Rücken kehren, hilft dieser Zusammenhalt. Und er zeigt, dass Kirche immer noch eine starke Institution ist, die viel bewegen kann. Für alle Menschen.

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