In Bergisch Gladbach

Start im Impfzentrum läuft entspannt

Mehrere Hilfsorganisationen sind am Betrieb des Impfzentrums in Bergisch Gladbach beteiligt. Archivfoto: Joachim Rieger/RBK
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Mehrere Hilfsorganisationen sind am Betrieb des Impfzentrums in Bergisch Gladbach beteiligt.

1100 Bürger können in Bergisch Gladbach ab sofort täglich ihr Serum gegen das Coronavirus bekommen.

Von Anja Carolina Siebel

Montag, kurz vor 14 Uhr. Vor dem Impfzentrum in der Rhein-Berg-Galerie hatte sich bereits eine kleine Menschenschlange gebildet. „Endlich Betrieb“, dachten sich wohl viele. Denn zwar ist das Impfzentrum im Herzen der Kreishauptstadt schon seit Ende Dezember eingerichtet; bisher gab es aber noch nicht ausreichend Impfstoff, um die über 80-jährigen Menschen, die wie mehrfach berichtet als erstes impfberechtigt sind, zu impfen. Am Montag ab 14 Uhr konnte es dann losgehen. „Die Aufregung war bei allen zu spüren“, berichtet Birgit Bär vom Corona-Krisenstab des Kreises. „Aber es verlief alles reibungslos und geordnet.“

Nach einem holprigen Start bei der Terminvergabe können ab sofort an sieben Tagen in der Woche jeweils 1100 Bürger gegen das Coronavirus geimpft werden. Das Impfzentrum verfügt über vier Impfstraßen, von denen vorerst drei genutzt werden. Bei Bedarf könne die Kapazität auf acht Impfstraßen erweitert werden.

Betrieb in der Rhein-Berg-Galerie läuft Hand in Hand

Betrieben wird das Impfzentrum von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), die das medizinische Fachpersonal zur Verfügung stellt und die Terminvergabe sowie die Impfungen organisiert. Zusätzlich unterstützen das Deutsche Rote Kreuz (DRK) an der Anmeldung sowie im Wartebereich und die Johanniter-Unfall-Hilfe bei der Betreuung nach der Impfung. Der Kreis hat die Räume und Logistik organisiert. „Ich freue mich, dass wir nun mit den Impfungen loslegen können“, sagte Landrat Stephan Santelmann zum Start im Impfzentrum am Montagvormittag.

„Ich selbst lasse mich auch impfen, wenn ich an der Reihe bin“, verriet der Landrat gestern. Er würde zudem jeden Bürger einladen, das Impfangebot ebenfalls anzunehmen.

Wer sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, benötigt einen Termin. „Am Eingang des Impfzentrums wird der Impfling zunächst vom Sicherheitsdienst in Empfang genommen und es wird kontaktlos Fieber gemessen“, erläutert Gerhard Weber, organisatorischer Leiter des Impfzentrums und beim Kreis für Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement zuständig. An der Anmeldung begrüßt dann das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Impfwilligen. „Wir stehen bei der Anmeldung gerne für Fragen zur Verfügung, zum Beispiel beim Ausfüllen des Anamnesebogens“, versichert Ingeborg Schmidt, Vorsitzende des DRK-Kreisverbands.

Auch im Wartebereich werden die Bürger vom Roten Kreuz betreut und anschließend zur Registrierung und Impfung weitergeleitet. Ab dort ist das Personal der Kassenärztlichen Vereinigung zuständig. An einem Schreibtisch mit Schutzscheiben erfolgt die Registrierung und dann geht es in eine der Impfstraßen. „In der Impfkabine geht der Arzt den Anamnesebogen noch einmal durch und beantwortet Fragen“, erklärt Uwe Berk, ärztlicher Leiter des Impfzentrums. Wenn es dem Impfling gut gehe und er sich bereit fühle, könne er geimpft werden.

Nach der Impfung warten die Bürger 30 Minuten im betreuten Bereich. Dort werden sie von medizinisch ausgebildetem Personal der Johanniter-Unfall-Hilfe beobachtet. „Wir sorgen dafür, dass es den Menschen nach der Impfung gut geht und betreuen sie in einem gesonderten Wartebereich“, sagt Nadine Spiegel, Leiterin des Johanniter-Teams im Impfzentrum.

Im Krankenhaus beginnen die Zweitimpfungen

Im Krankenhaus Wermelskirchen freuen sich die Mitarbeiter über eine baldige Zweit-Impfung. „Nachdem wir vor genau frei Wochen einen Teil unserer Mitarbeiter erstmals mit dem Biontech-Impfstoff impfen konnten, erwartet wir diese und übernächste Woche die Zweitimpfung“, freut sich der Ärztliche Direktor Dr. Volker Launhardt. 

Impftermin

Die Impftermine sollten, wenn möglich, eingehalten werden – trotz des aktuellen Wintereinbruchs. Darauf macht die Kassenärztliche Vereinigung aufmerksam. Aber: Diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die einen Impftermin für Montag erhalten hatten und sich witterungsbedingt nicht in der Lage sahen, den Termin wahrzunehmen, können am heutigen Dienstag, 9. Februar, zur gleichen Uhrzeit wie zum ursprünglichen Termin das Impfzentrum aufsuchen.

Standpunkt: Ein Hoffnungsschimmer

Von Anja Carolina Siebel

Es holperte. Und die Kritik vieler war auch berechtigt. Der Impfstart ist in ganz Deutschland nicht so optimal gelaufen, wie es vielleicht möglich gewesen wäre. Das ist ärgerlich und nervenaufreibend. Zu ändern ist es jetzt aber nicht.

anja.siebel@rga-online.de

Dem gegenüber ist der Start in den Impfzentren ein kleiner Hoffnungsschimmer. Wenn es auch recht beschaulich losgeht. Unter anderem deshalb, weil die Terminvergabe anfangs nicht reibungslos funktionierte und nicht ausreichend Impfstoff vorhanden war. Nun rollt der Betrieb zumindest an. 

Und wie Birgit Bär vom Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises am Montag berichtete, herrschte eine „leichte Nervosität“ unter den Beteiligten. Das ist verständlich. Denn schließlich haben viele Menschen diesen Impfstart herbeigesehnt. Es wäre wohl falsch, sich diese positiven Gedanken durch den holprigen Start zunichtezumachen. Denn immerhin gibt es jetzt wirksame Impfstoffe, die der einzige Weg aus dem zähen Pandemie-Alltag sind. Das kann uns froh stimmen. Und zuversichtlich ins Jahr blicken lassen. Irgendwann ist es vorbei. Sowohl mit dem eisigen Winter als auch mit der Pandemie.

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