Busbahnhof

Standort fürs Taubenhaus wird gesucht

Die Tauben hinterlassen viel Dreck. Die Anwohner wünschen endlich eine Beseitigung des Problems. Foto: Doro Siewert
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Die Tauben hinterlassen viel Dreck. Die Anwohner wünschen endlich eine Beseitigung des Problems.
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Das Problem mit den Vögeln beschäftigt die Wermelskirchener schon ein paar Jahre

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Eine Leserin erinnert sich fast an Hitchcocks Film „Die Vögel“. Dann, wenn die Tauben sich im Schwarm in die Luft erheben. Kreisen. Und sich dann wieder alle gleichzeitig niederlassen. Und wieder auffliegen.

Viele Anwohner fühlen sich durch die Tauben gestört, die sich rund um den Busbahnhof aufhalten, Dreck machen, der Schaden anrichtet. Und sich ungehindert vermehren können. „Das Taubenproblem existiert jetzt schon mehrere Jahre“, sagt Anwohner Volker Buschow, der in dem Eckhaus Thomas-Mann-Straße zum Busbahnhof wohnt. „Zweimal gab es bei uns in der oberen Wohnung im Haus bereits einen Wassereinbruch, weil durch Taubendreck das Abflussrohr verstopft war.“ Er wundert sich darüber, dass eine Wermelskirchenerin immer noch ungestraft die Tauben füttere. „Von der Stadtspitze habe ich die Auskunft bekommen, dass die Frau beratungsresistent ist.“ Er sei verwundert darüber, dass das Ordnungsamt nicht öfter einschreitet.

„Es ist nicht ganz leicht, einen geeigneten Standort für ein Taubenhaus zu finden. Aber wir bleiben an dem Thema dran.“

Marion Lück, Bürgermeisterin

Was ist inzwischen aus den Plänen geworden, für die Vögel, die sich aus ausgesetzten Brief-, Hochzeits- und Haustauben entwickelt haben, ein Taubenhaus zu errichten, um dann die Möglichkeit der Kontrolle zu erhalten?

Kathrin Kellermann, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, schreibt: „Nach unserer Kenntnis hat sich der Taubenverein bisher noch nicht gegründet. Geplant ist aber, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Taubenverein ein Taubenhaus errichten wollen.“ Bürgermeisterin Marion Lück betont: „Es ist nicht ganz leicht, einen geeigneten Standort für ein Taubenhaus zu finden. Aber wir bleiben an dem Thema dran und suchen weiter nach einer guten Lösung.“

Das Problem ist, dass Tauben sehr ortstreu sind und deshalb sollte der Standort nicht weit vom Busbahnhof entfernt sein. „Und das ist ehrlicherweise nicht so einfach“, sagt Kathrin Kellermann. „Nach intensiver Prüfung wurde im Bereich um das Rathaus und den Bahnhof bisher kein Ort ausfindig gemacht, an dem die Tauben leben könnten.“

Eine Lösung könnte sein, auf der anderen Seite der B 51 ein Taubenhaus zu errichten. Dazu gab es aber zunächst von einzelnen Taubenfreunden den Hinweis, dass die Tauben nicht über die B 51n fliegen. „Das stimmt aber so offenbar nicht ganz. Nach einem kommunalen Austausch hat sich herausgestellt, dass Tauben durchaus die Straßenseite wechseln, wenn das Angebot attraktiv genug ist“, sagt Kathrin Kellermann. „Dafür muss es aber ein Taubenhaus mit ausreichend Futter geben, und auch die Umsiedlung muss gelingen.“ Damit diese aber stattfindet, ist eine Voraussetzung allerdings zwingend: Es darf keine weiteren Fütterungen von Bürgerinnen und Bürgern geben. Ansonsten wird das Vorhaben scheitern.

Günter Leuerer, Geschäftsführer des Tierheims in Wermelskirchen, hat für einen zu gründenden Verein bereits eine Satzung in der Schublade. „Den Verein haben wir schnell gegründet“, sagt er. „Ich sehe das größte Problem in der Standortfrage“, sagt er. „Ich bleibe dabei, das Tauben orsttreu sind und kaum die andere Seite der B 51 nutzen würden.“

Aus stehe noch das Ergebnis eines Gesprächs mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, das Tiefbauamtsleiter Harald Drescher bezüglich einer Brache führen wollte. „Dort könnte man ein Taubenhaus hinstellen“, sagt Günter Leuerer. „Ein Taubenhaus muss nicht aufwendig sein.“ Sehr wichtig findet er aber auch, dass die Tauben nicht mehr gefüttert werden. „Da muss die Stadt doch irgendetwas tun können.“ Anwohner Volker Buschow verweist auf Solingen, wo sich der Verein „Pro Taube“ inzwischen des Problems annehme.

Verbot

Stadtverwaltungen haben das Recht, ein kommunales Verbot zum Taubenfüttern für ihre jeweiligen Gemeinden zu erlassen. Wenn Sie in solchen Städten im öffentlichen Raum Tauben füttern, z. B. im Park, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit. Werden Sie dabei vom Ordnungsamt erwischt, haben Sie mit einem Bußgeldbescheid zu rechnen – und dieser kann je nach Ort und „Schwere der Tat“ richtig teuer werden.

Standpunkt

susanne.koch@rga.de

Kommentar von Susanne Koch

Das Taubenproblem ist nicht erst gestern aufgetreten, sondern beschäftigt die Stadt Wermelskirchen, bereits mehrere Bürgermeister und mehrere Jahre. Kein Wunder also, dass die Anwohner immer ungeduldiger werden und endlich eine Lösung wünschen. Ganz wichtig scheint zu sein, dass die Tauben nicht mehr gefüttert werden. Denn um die Tauben von ihrem jetzigen Standort an ein künftig zu errichtendes Taubenhaus zu gewöhnen, müssen sie dort ihr Futter erwarten und auch ausreichend und regelmäßig bekommen. Der Fütterung jetzt Einhalt zu gebieten, ist der richtige Weg. Wenn die Stadt Wermelskirchen das noch nicht als Ordnungswidrigkeit aufgelistet hat, könnte das durch die Kommunalpolitik eingebracht und nachgeholt werden. Und dann bleibt die Frage, wo kann ein Taubenhaus aufgestellt werden? Hier könnte doch ein runder Tisch helfen, gemeinsam über das Thema nachzudenken und einen geeigneten Ort zu finden. Denn wenn man sich umhört, wollen wohl alle Beteiligten, dass das Problem endlich gelöst wird. Wenn es Zweifelsfragen gibt, ob Tauben ortstreu oder nicht sind, könnte ein eingeladener Experte aus einer anderen Stadt helfen.

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