Innenstadtentwicklung

Stadtkonzept: Wenige bringen sich ein

Florian Leßke, Rainer Bleek, Thomas Marner, Bernd Röthling und Hans-Joachim Hamerla (Stadtplaner ASS, v.l.) stellen das Konzept vor. Foto: Lena Hogelkamp
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Florian Leßke, Rainer Bleek, Thomas Marner, Bernd Röthling und Hans-Joachim Hamerla (Stadtplaner ASS, v.l.) stellen das Konzept vor.

Von den 40 anwesenden Besuchern im Bürgerzentrum gab es nur vereinzelte Einwände zur Innenstadtentwicklung.

Von Monika Steinmetzler

Es ging um das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept. Kurz: um die Entwicklung des Stadtzentrums im nächsten Jahrzehnt. 40 Wermelskirchener waren ins Bürgerzentrum gekommen, um Neues darüber zu erfahren.

Bürgermeister Rainer Bleek erklärte noch einmal den Grund der Zusammenarbeit mit der Stadt Burscheid. Die sei für Wermelskirchen insofern von großem Vorteil, da für Burscheid bereits ein Konzept vorliege und Wermelskirchen mit einsteigen und das Verfahren somit beschleunigen könne.

Die Balkantrasse soll laut einer Idee des Planers um vier Meter verbreitert werden.

Es geht um Wohnen, um Mobilität, Kultur und Bildung, Stadtgestaltung und Freizeit. Hans-Joachim Hamerla und sein Team von Düsseldorfer Architektur- und Stadtplanungsbüro ASS stellten das Konzept jetzt auch den Bürgern vor. Er wies darauf hin, dass die Bevölkerungsentwicklung von 1995 bis 2016 mit einem Minus von 1829 Personen eine Negativentwicklung darstelle. Laut amtlicher Prognose würde Wermelskirchens Bevölkerungsstruktur bis zum Jahre 2030 noch um weitere 3500 Personen abnehmen, „und da muss man unbedingt gegensteuern“.

„Durch Profitinteressen geht historischer Raum verloren.“

Joachim Schulte, Stadtführer

In der Stadt gab es in den vergangenen drei Jahren Geburtenzuwachs, daher auch die derzeitige Diskussion um die Betreuungssituation. Aber insgesamt hat Wermelskirchen eine deutlich ältere Bevölkerung, als andere Städte, die bisher von ASS betreut wurden, somit auch mehr Sterbefälle. Um junge Leute nach Wermelskirchen zu bekommen, müssen laut Hamerla gut 400 Wohneinheiten bis zum Jahr 2030 geschaffen werden. Es gebe zudem ein Mehr an Single-Haushalten, die kleine Wohneinheiten benötigten. Fänden die Menschen diese nicht, zögen sie zwangsläufig fort.

Die Mobilität sollte laut Stadtplaner noch weiter ausgebaut werden, so hielte er es für sinnvoll die Balkantrasse auf vier Meter zu verbreitern, für Tourismus und Alltagsverkehr mit E-Bike und Schnellbus, ohne die Radnutzung zu beinträchtigen. Auch der Tourismus sei ein Wirtschaftsfaktor, der ausgebaut werden sollte.

Nur wenige Fragen kamen aus dem Publikum. So vermisste ein Zuhörer die Einbeziehung der christlichen Gemeinden. Auch nach Stellplätzen und Premium-Stellplätzen wurde gefragt. „Natürlich würden auch kirchliche und soziale Komponenten im Rahmen des Gesamtkonzeptes berücksichtigt“, sagte Hamerla. „Ebenso werden wir ein Konzept für Stellplätze ins Netz stellen, über das sich Bürger informieren können.“

TERMINE

BÜRGERINFO Informationen zum Entwicklungskonzept werden über die Homepage der Stadt Wermelskirchen mit Kontaktadressen zur Verfügung gestellt und eventuell auch später noch ein Newsletter auf den Weg gebracht. Am 18. September bietet die Stadt einen Workshop an; eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung ist für den 27. September anberaumt.

Stadtführer Joachim Schulte berichtete, dass sich bei seinen Führungen viele „sehr bedrückt“ zeigten, und befürchteten, dass durch die privaten Profitinteressen, denen man freie Hand lasse, weiterer historischer Raum verloren gehe. Auch das werde man berücksichtigen, hieß es. Hamerla: „Bis Ende dieses Jahres werden wir einen Grundförderantrag zur Städtebauförderung bis 2025 stellen.“ Parallel hierzu werde ein Antrag fürs Städtebauinvestitionsprogramm 2019 gestellt und die ersten konkreten Baumaßnahmen beantragt.

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