Mängelmelder

Stadt zahlt mehrere Tausend Euro für die Entfernung

Eine Matratze im Wald oder überquellende Abfallbehälter, neben die einfach achtlos weiterer Unrat geworfen wird: Das sind nur einige Impressionen, die teilweise Leser eingeschickt haben.
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Eine Matratze im Wald oder überquellende Abfallbehälter, neben die einfach achtlos weiterer Unrat geworfen wird: Das sind nur einige Impressionen, die teilweise Leser eingeschickt haben.

Illegale Müllentsorgung in Wermelskirchen.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Es ist ein Bild, das sich häufig in Groß-, aber auch in Kleinstädten zeigt: Autofahrer stehen an einer roten Ampel, kurbeln die Scheibe herunter und werfen achtlos ihren Müll durch das geöffnete Fenster in die Natur. Dies passiert oftmals auch im Vorbeifahren an Autobahnauf- oder abfahrten. Die illegale Entsorgung von Müll ist auch ein Problem in Wermelskirchen.

Und sie ist strafbar: „Wer Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt, handelt ordnungswidrig und muss mindestens mit einem Bußgeld und einem Kostenersatz für den entstandenen Aufwand rechnen. Unter Umständen liegt sogar ein Straftatbestand vor, wenn es sich um gefährliche Abfälle handelt“, teilt Susanne Jakstait von der Stadt Wermelskirchen auf Anfrage mit.

Klaus Weckbecker aus Wermelskirchen schreibt unserer Redaktion von einem Aussichtsplatz, der „immer wieder in kürzester Zeit zugemüllt“ werde. „Neben Getränkebehältnissen aller Couleur finden sich hier erstaunlicherweise nicht mehr benötigtes Baumaterial, Schuhe, Teile von Stereoanlagen und Kohlegrills.“

Eine Matratze im Wald oder überquellende Abfallbehälter, neben die einfach achtlos weiterer Unrat geworfen wird: Das sind nur einige Impressionen, die teilweise Leser eingeschickt haben.

Auch über die Sozialen Medien berichten Wermelskirchener von Müll-Funden in der Stadt: „Zwischen Finkenholl und Sonne befindet sich eine Art Parkplatz. Hier finden sich manchmal volle Säcke mit Müll und einzelne Müllgegenstände“, schreibt eine Anwohnerin. Den „Spielplatz Tente neben dem Netto“ erwähnt ein anderer Bürger. „Die Leute schaffen es nicht, fünf Meter zum Mülleimer zu gehen – oder die zwei Mülleimer, die hier stehen, sind voll bis oben hin“, schreibt er weiter.

Weiter werden die „Kenkhauser Straße runter ab Ortlinghaus bis zur Talsperre“, „der Wendehammer an der Bandwirkerstraße“, „der „Fußweg an der Oberen Waldstraße zur Burgerstraße“ oder der „Altglascontainer in der Albert-Einstein-Straße und Umgebung“ als beliebte Ablageorte für Müll genannt. Was dort gefunden wird: Traktorreifen, ganze Kinderzimmereinrichtungen, Schlafmatratzen, übereinandergestapelte Pizzakartons oder Müllsäcke, die in den Büschen liegen. Weiter werden abgebrannte Rauchkörper im Wald genannt, die auch die Gefahr von Waldbrand erhöhen können.

Dirk Rafael, Sachkundiger Bürger im Ausschuss Umwelt und Bau und Mitglied der CDU, kennt das Problem. „Am Parkplatz des Rathauses gibt es dieses Phänomen leider immer wieder“, erzählt er. Dort laden Unbekannte dann „Zigaretten- und Maskenreste, Flaschen und Dosen in den Sträuchern“ ab, so dass die Stelle gereinigt werden müsse. „Wir bewaffnen uns dazu mit Müllzangen, Besen und Müllsäcken, die uns die Stadt zur Verfügung stellt. Zwei Stunden später ist es wieder sauber“, sagt Rafael. Eine solche Putzaktion hat es im letzten Jahr gegeben, bei der 13 CDU-Mitglieder von Stadt- und Ortsverband dabei waren.

Andreas Müßener von Zukunft Wermelskirchen erzählt unserer Redaktion von einer ähnlichen Aktion: „Wir haben uns Anfang 2021 mit der Idee der Müllpatenschaft auseinandergesetzt. Hierzu haben wir auch schon als Verein Zangen an die Bürger verteilt.“ Auch eine kleine Organisationsgruppe über Whatsapp wurde eingerichtet, „um sich auch für individuelle Müllsammelaktionen zu treffen.“ Die Gruppe hat bereits ein Konzept für die Aktion „Saubere Stadt“ ausgearbeitet. Nach diesem kann sich der Bürger einen kleinen Bereich seiner Wahl in der Stadt aussuchen, den er reinigen möchte. Die Zeit, die der Bürger dafür aufwenden möchte, kann er sich selbst aussuchen. „Je mehr Bürger sich beteiligen, desto sauberer wird unsere Stadt. Jeder leistet einen kleinen Beitrag, und am Ende entsteht etwas Großes.“

Eine Matratze im Wald oder überquellende Abfallbehälter, neben die einfach achtlos weiterer Unrat geworfen wird: Das sind nur einige Impressionen, die teilweise Leser eingeschickt haben.

Auch die Stadt reinigt regelmäßig und in kürzester Zeit die verunreinigten Stellen, berichtet Susanne Jakstait. Die größten Probleme stellen beispielsweise Müllablagerungen mit größerem Ausmaß wie Altreifen oder Bauschutt und Ablagerungen von Schadstoffen dar. „Illegale Abfallentsorgung ist kein Kavaliersdelikt. Aus kleineren Ablagerungen entwickeln sich erfahrungsgemäß schnell größere wilde Müllkippen“, sagt sie.

Wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann, zahlen alle

Die Kosten für die Entfernung des Mülls beliefen sich im Jahr 2021 auf 12 448 Euro, in diesem Jahr hat die Stadt bereits etwa 5030 Euro ausgeben müssen (Stand: Juli 2022). „Wenn keine Verursacher gefunden werden, dann zahlen alle Abgabenpflichtigen diese Kosten im Rahmen der Abfallgebühr“, erläutert Susanne Jakstait.

Mängelmelder

Seit 2016 haben alle Bürger die Möglichkeit, für Beschwerden und Anregungen den Mängelmelder der Stadt zu nutzen. Das Verfahren kann sowohl über die Homepage der Stadt als auch per App genutzt werden.

wermelskirchen.de

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