Bildung

Stadt wirbt mit Flyer für Gesamtschule

Aus der heutigen Sekundarschule soll eine Gesamtschule werden
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Aus der heutigen Sekundarschule soll eine Gesamtschule werden
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Nur wenn 100 Anmeldungen vorliegen, kann der Betrieb aufgenommen werden

Wermelskirchen. Der Tagesordnungspunkt auf der Sitzungsunterlage des Schulausschusses sieht unscheinbar aus: Ein „Sachstandsbericht Gesamtschule“ ist da für die Sitzung am Freitag, 23. September, angekündigt. Wie Schulausschussvorsitzender Jochen Bilstein auf Nachfrage mitteilt, wird während der Sitzung Professor Dr. Holtappels die Teilnehmenden informieren.

Der Schulentwicklungsforscher der Technischen Universität (TU) Dortmund moderiert die von der Schulverwaltung beauftragte Arbeitsgruppe, die sich gerade mit der Entwicklung der Gesamtschule in Wermelskirchen beschäftigt. „Er wird darüber referieren, wie wir jetzt weiter vorgehen, welche Konzepte es geben wird, um bei den Eltern für unsere Gesamtschule zu werben“, sagt Jochen Bilstein.
Wie der Schulausschussvorsitzende weiter mitteilt, liegt seit gestern ein Flyer in den Grundschulen aus. Der soll ein Wegweiser für die Eltern sein, die ja letztlich darüber entscheiden, ob eine Gesamtschule tatsächlich entstehen wird. Mindestens 100 Anmeldungen braucht es wie bereits berichtet dafür. Und: Es wird ein extra Anmeldeverfahren im Februar 2023 geben.

Schulausschussvorsitzender Jochen Bilstein.

Welche Abschlüsse und Lerninhalte es gibt, sei in dem Flyer genauso erläutert wie Standort und Bauplanung der neuen Schule.

„Uns ist es wichtig die Eltern so transparent wie möglich zu informieren“, betont Schulausschussvorsitzender Jochen Bilstein. Vor allem, nachdem es zu Beginn der Gesamtschuldebatte einige Unstimmigkeiten gegeben hatte. Unter anderem hatten die Grünen von Beginn an keinen Hehl daraus gemacht, dass sie einer Schul-Neugründung im Bestand nicht zustimmen. Sie hätten sich, ähnlich wie die Eltern, Schüler und Lehrer der heutigen Sekundarschule, gegen den Standort Wirtsmühler Straße / Weyersbusch ausgesprochen. Stattdessen wollten sie einen Schulneubau an der Rot-Kreuz-Straße, wie er zunächst auch für die Sekundarschule geplant gewesen sei. Ein Grund: Das Gebäude an der Wirtsmühler Straße sei zu marode, als dass man es komplett modernisieren und sanieren könne. Und: Ein Umbau im Bestand störe erheblich.

Auch für eine Schul-Neugründung waren die Grünen nicht. Sie wollten den derzeitigen Lehrern vielmehr die Chance geben, an der Schule zu bleiben, statt sich wieder neu bewerben zu müssen.

Die Wermelskirchener Grünen wurden überstimmt. Und inzwischen haben sie kommuniziert, dass sie auch den mehrheitlichen Weg einer Gesamtschul-Gründung mittragen wollen. Vielleicht auch deshalb, weil die Planer sie ein wenig mehr von ihrer Idee überzeugen konnten, als das zu Anfang der Fall war.

„Wir mussten aber jetzt erstmal etwas Ruhe in die angespannte Situation bringen“, sagt Jochen Bilstein, ohne dem vorzugreifen, was kommende Woche in der Sitzung des Schulausschusses besprochen werden soll. „Das Konzept, wie genau wir öffentlich für die neu entstehende Gesamtschule werben wollen, wird Thema sein“, verrät er aber vorab.

Infoabend findet am 22. November statt

Einen großen Informationsabend wird es für die Eltern von Grundschul-Abgängern am 22. November geben. „Dann werden alber alle weiterführenden Schulen über ihre Konzepte informieren“, erklärt Jochen Bilstein. „Um die Eltern noch umfassender speziell über die Gesamtschule zu informieren, planen wir zusätzliche Info-Veranstaltungen.“

Ausschuss

Der Schulausschuss tagt nächste Woche Freitag, 23. September, ab 17 Uhr im Großen Saal des Wermelskirchener Rathauses öffentlich. Dann soll es um das genaue Konzept der Gesamtschul-Werbung gehen, mit dem die Verwaltung jetzt an die Öffentlichkeit gehen wird.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Erste Schritte

anja.siebel@rga.de

Die Gesamtschule hatte in ihren Kinderschuhen keinen guten Start. Es gab viel Kritik und viele Debatten – innerhalb der Verwaltung und innerhalb der Politik. Nun wird offenbar gearbeitet am Konzept der neuen Gesamtschule. Und das ist auch gut so.

Wie die Beteiligten versichern, ist laut Bezirksregierung noch ausreichend Zeit für alle notwendigen Arbeitsschritte. Aber das sind eine ganze Menge. Allem voran müssen die Eltern ins Boot geholt werden. Sie sind es, die die neue Schulform akzeptieren und es wagen müssen, ihr Kind an dieser Schule anzumelden.

Die ersten Schritte, um das zu erreichen, werden jetzt unternommen. Transparenz ist ein wichtiges Wort in diesem Zusammenhang. Der Schulausschussvorsitzende hat es verwendet. Und es ist wichtig, dass die Eltern möglichst breit über die Entwicklungen informiert werden. Nur das schafft letztlich das nötige Vertrauen, das die Schulform braucht.

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