Pandemie

Stadt will Impfaktionen im Rathaus starten

Am Impfmobil am Rathaus herrschte am Mittwochnachmittag Hochbetrieb. Foto: Kathrin Kellermann
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Am Impfmobil am Rathaus herrschte am Mittwochnachmittag Hochbetrieb.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Testzentrum der Lebenshilfe soll möglicherweise reaktiviert werden

Wermelskirchen. Großer Andrang herrschte am Mittwoch im Innenhof des Rathauses. Hunderte Menschen kamen, um sich im Impfmobil des Kreises eine Impfung gegen das Coronavirus abzuholen. Die meisten waren wegen einer Drittimpfung dort. Während die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) derzeit noch lautet, dass ausschließlich über 70-Jährige und Vorerkrankte sowie medizinisches Personal nachimmunisiert werden sollen, preschten die Länder dieser Tage bereits vor: Alle, deren Impfung mindestens sechs Monate zurück liege, mögen sich boostern lassen, hieß es da. Die Verwirrung ist seitdem groß. Auch beim Rheinisch-Bergischen Kreis: „Die mobilen Impfangebote, die wir derzeit haben, gehen ja schon über die Empfehlung der Stiko hinaus. Auch unter 70-Jährige können sich impfen lassen“, sagt Birgit Bär, Krisenstabssprecherin des Kreises, auf Nachfrage. Allerdings nur dann, wenn ihre Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt. „Um endlich genaue Richtlinien zu haben, müssen wir aber vom Land welche bekommen. Darauf warten wir dringend“, sagt Bär.

Auch die Stadtverwaltung beobachtet die Coronazahlen, die in den vergangenen Wochen rasant gestiegen sind, mit großer Besorgnis. „Ebenso wie viele Bürgerinnen und Bürger in der Stadt“, sagt Bürgermeisterin Marion Lück. Besonders wichtig sei auch ihr, dass schnell ein genauer Plan für die Booster-Impfungen aufgestellt würde.

Räume im Rathaus werden bereits vorbereitet

Während Bund und Länder am Mittwoch noch über das weitere Vorgehen beim Impfen berieten, reagierte die Stadtverwaltung bereits. „Wir sind in Gesprächen mit den Hausärzten in Wermelskirchen, um konzertierte Booster-Impfaktionen im Bürgerzentrum zu organisieren“, berichtet Marion Lück. „Wir planen das ähnlich wie bei den Erstimpfungen, nämlich nach Berufsgruppen, die ihre erste Impfung bereits vor sechs Monaten erhalten haben. Das sind Mitarbeitende der Feuerwehren, Kindergärten und Schulen, die jetzt geschützt werden müssen.“ Diese Impfaktionen könnten laut Marion Lück an den Wochenenden im Bürgerzentrum stattfinden.

„Wir bereiten die Räumlichkeiten dafür bereits vor, um möglichst schnell starten zu können“, sagt die Bürgermeisterin. „Wir wollen mit den Aktionen ein Extra-Angebot schaffen, damit Hausarztpraxen nicht nur mit Impfungen beschäftigt sind. Gerade, weil gerade auch die Erkältungswelle rollt, ist es wichtig, dass die Patienten versorgt sind“, so Lück. Ohne die Booster-Impfungen sei man „wieder an einem Punkt wie zu Beginn des Jahres: möglichst viele Menschen sollten möglichst schnell geimpft werden.“ Schnelle Aktionen seien in der Corona-Pandemie jetzt wieder entscheidend.

Ein weiterer Punkt, den die Stadtspitze zurzeit beschäftigt, sind die Testkapazitäten. Marion Lück dazu: „Eine Abfrage unter unseren Apotheken, die Schnelltests anbieten, hat ergeben, dass sich bei allen die Nachfrage nach Testungen verdoppelt hat.“. Vor allem in den frühen Morgenstunden, bevor die Menschen zur Arbeit gehen, ist der Andrang vor den Schnelltestzentren der Apotheken groß.“ Für sie sei deshalb ganz klar, „dass wir die Möglichkeiten für Testangebote deutlich erhöhen müssen.“ Vor allem im Hinblick auf die 3G-Regel am Arbeitsplatz.

Stadt ist mit Lebenshilfe in Gesprächen

In den kommenden Tagen soll entschieden werden, ob und wie es möglich ist, das Testzentrum im Foyer des Bürgerzentrums, das Ende September geschlossen wurde, wieder zu öffnen. nach WGA-Informationen könnte die Lebenshilfe wieder ein möglicher Kooperationspartner für dieses Schnelltestzentrum sein.

In Erwägung ziehe die Stadt aber auch, ob andere Testzentren wieder aktiviert werden. „Dafür werden gerade Standorte gesucht“, so Lück.

Mobiles Angebot

Das mobile Impfteam des Rheinisch Bergischen Kreises wird nach verbindlicher Aussage der Kreisverwaltung auch weiterhin mittwochs von 14 bis 18 Uhr in Wermelskirchen im Foyer des Bürgerzentrums zum Schutz vor dem Coronavirus impfen. Möglich sind neben Erstimpfungen auch Auffrischungsimpfungen für über 70-Jährige, seit Mittwoch auch für Menschen, deren Zweitimpfung über sechs Monate zurückliegt. Aktuell berichtet die Stadt von Gesprächen mit dem Kreis, dass dieses Angebot weiter aufgestockt wird. Außerdem seien weiter Impfungen bei den Hausärzten möglich.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Alle warten auf ein Signal von Bund oder Ländern. Alle sind verwirrt und einigermaßen ratlos. Doppelt geimpft und trotzdem nicht mehr ausreichend geschützt? Oder vielleicht doch? Wer darf noch was? Und wo bekomme ich nun rasch Test oder Impfung her? All diese Fragen stehen derzeit aus. Und das macht die Bevölkerung nicht gerade entspannter. Die Menschen werden ungeduldiger, zunehmend ungehalten und zum Teil auch ängstlich. Dass die Stadt Wermelskirchen nach Absprache mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis jetzt rasch reagiert, ist der Stadtspitze hoch anzurechnen. Denn klar ist: Mehr Impfungen müssen her. Auch Auffrischungsimpfungen. Und: Die Testkapazitäten müssen – selbstverständlich – wieder erhöht werden. Denn nicht nur die Ungeimpften, für die ein aktueller negativer Schnelltest zunehmend zur Pflicht wird, sogar am Arbeitsplatz, sondern auch die Geimpften und Genesenen benötigen diese Tests. Weil der Alltag in der aktuellen Situation einfach sicherer wird mit einem zusätzlichen Test. Bleibt zu hoffen, dass die Testzentren sich tatsächlich wieder reaktivieren lassen.

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