Stadt und Kirchen gedenken der Pogromnacht

Die Teilnehmer trafen sich an der Eich und zogen dann durch die Stadt, um der Opfer der Pogromnacht zu gedenken. Foto: Stadtkirchengemeinde
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Die Teilnehmer trafen sich an der Eich und zogen dann durch die Stadt, um der Opfer der Pogromnacht zu gedenken.

Schweigegang soll an die Opfer des Naziregimes 1938 erinnern

Von Anja Carolina Siebel

Zu einem Gedenken an die Reichspogromnacht vor 83 Jahren trafen sich am Dienstagabend etwa 80 Teilnehmer in der Innenstadt zu einem Schweigegang und anschließender Andacht. Das teilt die Verwaltung am Mittwoch mit.

Begleitet wurde der Schweigegang zum Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt von Pfarrerin Almuth Conrad und Initiator Tim Philipp. Treffpunkt war das Haus Eich 49. Dort lebte einst der von den Nazis vertriebene Arzt Kurt Wohl.

An ihn und die anderen Opfer erinnerte Bürgermeisterin Marion Lück in ihrer Rede: „Der Holocaust hat nicht erst mit dem Bau der Konzentrationslager begonnen. Der Terror begann schon viel früher mit der Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung. Und das ist auch bei uns in unserem beschaulichen Wermelskirchen geschehen.“

Das Treffen finde vor allem statt, „um uns mit Macht gegen all jene zu stellen, die versuchen, unseren Frieden und unsere Freiheit in Frage zu stellen und zu zerstören“, sagte die Bürgermeisterin. „Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen. Dieser Satz von Primo Levi, einem Überlebenden aus Auschwitz, führt mir das immer wieder vor Augen“, sagte Tim Philipp.

Augen auf für die Stolpersteine in der Stadt

„Der Satz schreit mir förmlich als Mahnung entgegen, wenn ich durch die Straßen laufe und einen goldenen Pflasterstein entdecke. Oft halte ich dann kurz inne und lese mir zumindest den Namen dieser Person durch. Es gibt viele solcher Steine in jeder Stadt, in jedem Dorf.“ Für ihn sei es wichtig, sich zu erinnern, denn: „Als Kinder und Enkel ist es unsere Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass es ein solches Regime, geleitet vom fanatischen Hass, nie wieder geben wird. Denn wenn wir es nicht schaffen, wenigstens an jedem 9. November innezuhalten, dann ist es der erste Schritt zum Vergessen. Und wer vergisst, weiß nicht mehr, wozu die Menschen fähig sind.“

Bürgermeisterin Marion Lück erinnerte auch an das Glück, heute in Frieden und Freiheit leben zu dürfen. „Und das sollten wir auch heute jeden Tag als Geschenk sehen und es uns zu einem unserer wichtigsten Anliegen machen, dass diese abscheulichen Greueltaten des NS-Regimes nie wieder geschehen in unserer Stadt und unserem Land. Aber dafür müssen wir stets die Augen offenhalten, aufmerksam sein und uns mit Macht dagegen wehren, wenn jemand unsere fest verankerten Grundrechte mit Füßen tritt“, sagte sie.

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