Infrastruktur

Stadt und BEW bauen E-Mobilität aus

E-Ladesäulen, wie hier in Hückeswagen, soll es bald viel häufiger geben. Archivfoto: Michael Schütz
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E-Ladesäulen, wie hier in Hückeswagen, soll es bald viel häufiger geben.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Ein Förderprogramm soll die Ladeinfrastruktur verbessern – Speziell für Unternehmen soll das attraktiv sein

Wermelskirchen. Das Wort klingt etwas bürokratisch: Ladeinfrastruktur. Allerdings hat eben diese eine Menge Potenzial. Es geht um Elektromobilität für Fahrzeuge. In den vergangenen Jahren beklagten potenzielle Autokäufer häufig, dass sie sich noch nicht für ein E-Auto entscheiden würden, weil die Infrastruktur, sprich: die Möglichkeit, das Auto unterwegs wieder mit Energie zu versorgen, noch zu wenig ausgebaut sei. Das ändert sich jetzt vielerorts spürbar. Auch in Wermelskirchen.

Mit einem neuen Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) können zum Beispiel aktuell attraktive Ziele des Alltags in Wermelskirchen mit Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. „Attraktive Zielorte sind zum Beispiel Restaurants, Geschäfte, Supermärkte oder Schwimmbäder, die über Parkplätze verfügen“, erklärt Florian Leßke, Wirtschaftsförderer der Stadt. Antragsberechtigt für das Förderprogramm sind unter anderem kleine und mittlere Unternehmen sowie Unternehmen des Einzelhandels und des Hotel- und Gastgewerbes.

Das BMVI übernimmt bis zu 80 Prozent der anfallenden Investitionskosten. Die genauen Bedingungen und Möglichkeiten des Programmes sind in der Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur vor Ort“ des BMVIs einzusehen. Die Förderung ist als schnelle und unkomplizierte Hilfe gedacht. So erhalten zum Beispiel kleine und mittelständische Unternehmen des Einzelhandels und des Hotel- und Gastgewerbes durch das Programm die Möglichkeit, einen Ladepunkt an ihrem Standort kostengünstig aufzustellen und so ihre Kundenakzeptanz gerade in Pandemiezeiten zu steigern.

Als möglicher lokaler Partner steht die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW) den Unternehmen zur Seite. „Schon jetzt verzeichnet unser Unternehmen ein steigendes Interesse an Kooperationen für die Aufstellung von Ladestationen“, berichtet Oliver Rakow von der BEW. Bereits seit 2009 sei die BEW aktiv in Sachen E-Mobilität. „Seitdem hat sich natürlich viel getan, gerade in Bezug auf die Infrastruktur. Man kann heute schon nicht mehr sagen, dass es bundesweit nicht ausreichend Ladesäulen für E-Mobile gibt“, räumt Rakow ein. Und: „Wir sind froh, dass wir mit solchen Förderprogrammen auch Unternehmer und Betreiber von Sport- und Freizeitanlagen gewinnen können.“ Die damit bei ihren Kunden punkten könnten. „Denn es ist für Besitzer von E-Automobilen immer bequem, in einem Hotel zu übernachten oder in einem Restaurant zu essen, vor dem man sein Fahrzeug gleich mit Energie aufladen kann.“

Möglichst viele Betreiber wichtiger Ziele sollen angesprochen werden

Fest steht, dass es schon bald für alle Wermelskirchener und auswärtige E-Mobil-Besitzer eine weitere Möglichkeit zum Aufladen geben wird. Die BEW plant eine Lademöglichkeit an der Autobahnauffahrt in Ostringhausen – auf einem neuen Park-and-Ride-Parkplatz. „Das ist aber unabhängig von dem Förderprogramm für Unternehmer“, betont Oliver Rakow.

„Die Stadtverwaltung freut sich, wenn Betreiber von wichtigen Zielen auf dem Stadtgebiet von der Förderung Gebrauch machen und die Anzahl der Ladepunkte für Elektromobilität gemeinsam ausgebaut wird“, sagt Florian Leßke. Bewilligungsbehörde sowie Ansprechpartnerin für administrative und förderrechtliche Fragen ist die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen.

Damit Elektromobilität optimal genutzt werden kann, sind einheitliche Standards beim Laden und Bezahlen entscheidend. Deshalb hat die Bundesregierung die Ladesäulenverordnung (LSV) beschlossen, die am 17. März 2016 in Kraft getreten ist. Mit der LSV hat Deutschland eine EU-Richtlinie in geltendes Recht umgesetzt, die den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe regelt.

Sie vereinheitlicht vor allem Steckerstandards für öffentlich zugängliche Ladeeinrichtungen durch verbindliche Vorschriften, wodurch Investoren mehr Sicherheit beim Aufbau der Ladeinfrastruktur haben.

Kontakt

Ansprechpartner für am Förderprogramm interessierte Unternehmer beim Energieversorger BEW ist Oliver Rakow. P (0 22 67) 6 86-5 10 oder

oliver.rakow @bergische-energie.de

Anträge sind online bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen einzureichen. P (0 49 41) 6 02-5 55 oder

ladeinfrastruktur @bav.bund.de

www.bav.bund.de

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Elektromobilität schön und gut, aber es fehlt noch an der nötigen Infrastruktur.“ Das war in den vergangenen Jahren ein häufig geäußertes Argument, wenn es darum ging, eventuell umzusteigen auf ein Elektrofahrzeug. Das scheint sich jetzt zu verändern. Immer mehr Menschen interessieren sich für Elektromobilität und entscheiden sich beim Kauf eines Neuwagens dann immer öfter auch für den E-Antrieb. Nicht zuletzt, weil zum einen die Automobilindustrie inzwischen zukunftsfähige Fahrzeuge vom Band laufen lässt – und zum anderen eben die viel diskutierte Infrastruktur immer besser wird. Den Anfang machten im Grunde die E-Bikes, von denen jetzt schon Abertausende durchs Bergische touren. Der Ausbau der Radtrassen war der Durchbruch, auch für den E-Bike-Verkehr im Bergischen Land. Umso besser, wenn es jetzt auch mit den Autos losgeht. Und dass es Förderprogramme gibt, die den Fortschritt der E-Mobilität nachhaltig unterstützen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Umwelt- und Klimabedingungen, der dringend notwendig ist für künftige Generationen.

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