Kommunalwahl 2020

Stadt sucht dringend Wahlhelfer

Dorte Schulte, Claudia Hennen-Mentenich, Caroline Cjaja, Isabel Haupt und Claudia Leßenich-Sgarra (v.l.) würden sich freuen, noch viele Wahlhelfer für die Kommunalwahl zu finden. Foto: Stefan Rabe
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Dorte Schulte, Claudia Hennen-Mentenich, Caroline Cjaja, Isabel Haupt und Claudia Leßenich-Sgarra (v.l.) würden sich freuen, noch viele Wahlhelfer für die Kommunalwahl zu finden. Foto: Stefan Rabe
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Insgesamt fehlen noch 71 Freiwillige für den 13. September.

Von Anja Carolina Siebel

Die Kisten mit den erforderlichen Unterlagen stehen schon parat im Wahlbüro am Rathaus. In der ehemaligen Sparkassenfiliale steht ein Team von fünf Mitarbeiterinnen bereit, das seit Anfang der Woche unter anderem Unterlagen für die Briefwahl zur Kommunalwahl herausgibt.

„Viermal so viel wie in den Vorjahren“, sagt Claudia Hennen-Mentenich, die die Geschicke im Wahlbüro seit vielen Jahren leitet. Denn: Die Verwaltung geht davon aus, dass sich aufgrund der Corona-Pandemie ein großer Teil der Bürger für die Briefwahl entscheiden wird.

Eine große Sorge bleibt aber für Claudia Hennen-Mentenich und ihre Kolleginnen Claudia Leßenich-Sgarra, Dorte Schulte sowie die Auszubildenden Caroline Czaja und Isabel Haupt: Es haben sich bisher zu wenige Wahlhelfer gemeldet. Insgesamt fehlen dem Team noch sechs Wahlvorstände, neun Stellvertreter und sechs Schriftführer sowie 50 Wahlhelfer für die insgesamt 24 Wermelskirchener Wahlbüros.

„Das liegt zum einen daran, dass in der Regel viele Kommunalpolitiker in den Wahllokalen aushelfen“, erklärt Claudia Leßenich-Sgarra. Die dürfen diese Aufgabe aber diesmal nicht übernehmen, wenn sie auf der Reserveliste einer Partei stehen. „Zum anderen fallen auch viele aus, die wegen der Corona-Pandemie Bedenken haben, mit so vielen Menschen in Kontakt zu kommen“, erklärt die städtische Mitarbeiterin.

Dorte Schulte, die jahrelang selbst an den Wahlsonntagen ausgeholfen hat, wirbt trotz der Widrigkeiten bei der Kommunalwahl 2020 für die Tätigkeit: „Das ist Demokratie pur, man sitzt quasi hautnah am Geschehen und bekommt Entwicklungen direkt mit.“ Eine Aufwandsentschädigung gibt es auch für die Helfer, die ab einem Alter von 16 Jahren dabei sein können: 50 Euro für die Wahlhelfer, die bei den Auszählungen unterstützen, 40 Euro für die Briefwahl-Helfer. Wahlvorstände, deren Stellvertreter sowie die Schriftführer bekommen zudem eine einstündige Schulung von den Verwaltungsmitarbeitern, die etwa eine Stunde dauert. Schulte: „Dafür gibt es noch einmal 10 Euro extra.“ Die besonderen Bedingungen bezüglich der Hygiene- und Abstandsregeln in den Wahllokalen erfordern noch einmal einige Minuten extra Schulung. „Sowohl die Wahlhelfer als auch die wählenden Bürger sollten in den Wahllokalen am Wahlsonntag einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, unterstreicht Hennen-Mentenich.

Verwaltung kann Bürger zur Aufgabe verpflichten

Die Wahlhlefer können den Schutz abnehmen, wenn sie sitzen. „Wir wahren den nötigen Abstand und haben auch Spuckschutz-Wände“, sagt Claudia Leßenich-Sgarra.

Die Auszählung könnte sich am 13. September etwas verzögern, denn: „Es dürfen immer nur zwei Leute gleichzeitig ins Wahllokal.“

Und wie wird man wahlhelfer? Wahlberechtigte ab 16 Jahren können sich im Wahlbüro oder beim Haupt- und Personalamt der Stadt per E-Mail (siehe Kasten) melden und sich in den „Wahlhelferpool“ aufnehmen lassen. Dazu gibt es auch ein entsprechendes Formular. Die potenziellen Wahlhelfer haben auch die Möglichkeit, einen Wunschwahlbezirk anzugeben, in dem sie eingesetzt werden möchten.

In Wermelskirchen werden für jede Wahl rund 240 Wahlhelfer benötigt, um die Besetzung in 24 Wahllokalen und sechs Briewahlvorständen sicherzustellen. Neben städtischen Bediensteten, Mitarbeitern anderer Behörden und Parteimitgliedern benötigen die städtischen Mitarbeiter auch immer die Hilfe von Bürgern.

Und was passiert, wenn sich niemand freiwillig meldet? „Wir haben die Möglichkeit, Bürger zu verpflichten“, sagt Claudia Henn-Mentenich. „Aber das ist wirklich das allerletzte Mittel.“ 

Hintergrund

Wer als Wahlhelfer aktiv sein möchte, kann sich ab sofort per E-Mail bei der Stadt oder direkt bei Claudia Hennen-Mentenich unter Tel. (0 21 96) 710-106 melden. Wahlhelfer müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Wahlen@wermelskirchen.de

Standpunkt

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga-online.de

Die Wahlbeteiligung ließ in den vergangenen Jahren in Wermelskirchen – wie in anderen Städten – häufig zu wünschen übrig. Allerdings überraschten die Wermelskirchener bei der Europawahl 2019 mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 65 Prozent. Das lässt hoffen. Trotz der Corona-Pandemie, die nicht nur die Wahlhelfer, sondern auch alle Bürger vor besondere Herausforderungen stellt. Aber diesmal lohnt sich der Gang zur Urne. Denn es geht im Besonderen um die Zukunft der Stadt. 

Ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin stehen zur Wahl. Die Kandidaten sind zum großen Teil stadtbekannt und haben sich schon in den vergangenen Wochen für ihre Wiederwahl stark gemacht. Bleibt abzuwarten, für wen letztlich die meisten ihr Kreuz machen. Bis das Ergebnis steht, gibt es allerdings noch eine Menge Arbeit. Und die müssen unter anderem die Wahlhelfer verrichten. Eigentlich ein schöner Job, bei dem die Beteiligten immerhin auch direkt an der Quelle sitzen, was die Ergebnisse betrifft. Bleibt zu hoffen, dass sich noch einige einen Ruck geben und sich freiwillig bei der Stadtverwaltung melden.

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