Schulausschuss

Stadt stellt Pläne für Gesamtschule vor

Noch besuchen an der Wirtsmühler Straße die Sekundarschüler den Unterricht. Foto: Anja Carolina Siebel
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Noch besuchen an der Wirtsmühler Straße die Sekundarschüler den Unterricht.

Nach Ansicht der Verwaltung könnte das bestehende Sekundarschul-Gebäude an der Wirtsmühle erweitert werden.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es war ein Termin, dem viele entgegengefiebert hatten. Denn am Montagabend im Schulausschuss ging es um nichts Geringeres als die Zukunft der Schullandschaft in Wermelskirchen. Zwar erst einmal nur um die baulichen Voraussetzungen einer neuer Schule.

Klar wurde schnell, dass die Stadt eine Schulsanierung, beziehungsweise einen Schulanbau an der Wirtsmühler Straße/ Weyersbusch favorisieren wird. Hauptsächlich wegen der Kosten. „Wir müssen die Dynamik der Baubranche berücksichtigen“, erklärte der Technische Beigeordnete Thomas Marner. Ein Neubau einer Sekundarschule, wie er ursprünglich an der Rot-Kreuz-Straße geplant gewesen war, würde demnach zurzeit rund 50 Millionen Euro kosten. „Sprechen wir von einer Gesamtschule wären es zum jetzigen Zeitpunkt sicher weit mehr als 60 Millionen“, unterstrich Marner.

Da Politik und Verwaltung wie berichtet den Bau einer neuen Sekundarschule nicht mehr favorisieren, weil unter anderem die Experten im Schulentwicklungsplan nicht mehr dazu raten, hatte das Ingenieurbüro Hitzler aus Düsseldorf für die Verwaltung Pläne für den Erweiterungsbau einer Gesamtschule ausgearbeitet. „Wir haben dann mit der größtmöglichen Schulform geplant“, erklärte Thomas Marner. Und wies darauf hin, dass beispielsweise auch eine Realschule am Standort realisierbar sei, dann eben etwas kleiner und günstiger in der Umsetzung. Die Gesamtschule hat das Büro mit einer fünfzügigen Sekundarstufe 1 und einer dreizügigen Sekundarstufe 2 geplant.

Im günstigsten Fall könnte die Sanierung und Erweiterung der bestehenden Räume und Gebäudeteile auf Gesamtschul-Niveau laut Berechnungen des Ingenieurbüros 13 740 000 Euro kosten, im bisher teuersten Fall 22 710 000 Euro.

Wie Lukas Schürger vom Ingenieurbüro Hitzler darlegte, sind in der Planung neben den Klassen- und Fachräumen unter anderem ein großer Gesamtschul-Campus, eine Mensa, eine Bibliothek, ein Lehrertrakt und ein Bereich für den Offenen Ganztag vorgesehen. Der Erweiterungsbau wäre im Bereich der ehemaligen Grundschule Ost, in Höhe der jetzigen Toilettenanlage oder etwas außerhalb, auf einer gegenüberliegenden Wiese, möglich – mit einer Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmetern. Als Sporthalle würden die Schüler, wie auch jetzt die Sekundarschüler, die nahe gelegene Schuberthalle nutzen.

Vorgesehen ist laut der Ingenieure ein Modulbau, ähnlich wie es ihn schon für die Sekundarschule am Weyersbusch oder auch bei der Feuerwehr gibt.

Die Fraktion der Grünen hatten unter anderem diese Bauweise kritisiert. Thomas Marner dazu: „Es wird immer von Containern gesprochen, aber die modulare Bauweise ist keineswegs günstiger oder qualitativ schlechter als die reguläre. Der entscheidende Vorteil ist: die Bauzeit ist wesentlich kürzer.“ Würde über die geplante Schule noch dieses Jahr entschieden, könnte laut Berechnungen der Wechsel im Schuljahr 2023/24 vollzogen werden. Fertig wäre der Bau aber erst im Jahr 2027.

Sanierungsarbeiten würden bei laufendem Schulbetrieb stattfinden

„Viele Bauschritte könnte man, gerade mit der Modulbauweise, in den Sommerferien vollziehen“, sagte Lukas Schürger. Er räumte aber ein, dass geringe Lärm- und Staubbelästigung hingenommen werden müssten und auch naturwissenschaftliche Räume, die saniert werden müssten, während einer noch nicht festzulegenden Zeitspanne nicht genutzt werden könnten.

Die unter dem Gelände liegende Deponie würde, so betonte noch mal Gebäudemanager Hartwig Schüngel, bewusst nicht angetastet. „Zum Beispiel, indem wir bestimmte Bereiche nicht unterkellern.“ Aus entsprechenden Gutachten von 2017 gehe zudem hervor, dass von der Deponie derzeit „keine Gefahr“ ausgehe.

Am 24. Februar sollen die Politiker nun den Beschluss für eine Schulform fassen, mit der es in Wermelskirchen außer dem Gymnasium weitergeht. Denn neben der Gesamtschule steht auch noch die Möglichkeit einer neuen Realschule im Raum.

Sitzung

Den Vorschlag vom Schulausschussvorsitzenden Jochen Bilstein, die nächste Sitzung vom 20. Januar auf den 24. Februar zu verschieben, nahmen die Sitzungsteilnehmer einstimmig an. Dann soll es spannend werden. Diskutiert wird dann nämlich über die mögliche Schulform, die in Zukunft in Wermelskirchen entstehen könnte. Und: Der Schulausschuss wird an diesem Tag auch über diese Schulform beschließen, um möglichst schnell in die Umsetzung kommen zu können.

Standpunkt: Das wird spannend

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Noch ist alles offen in Sachen Zukunft der Sekundarschule. Die Zeichen stehen auf Gesamtschule, aber klar ist das noch nicht, bis die Politik Ende Februar darüber abgestimmt hat. Wer ins Kleingedruckte der Unterlagen der Schulausschusssitzung vom Dezember schaut, dem wird auffallen, dass auch eine Realschule für Wermelskirchen noch nicht vom Tisch ist. Voraussetzung dafür wäre laut Sitzungsvorlage „die gute Erreichbarkeit einer nahe gelegenen Hauptschule für die Schüler“. Die nächstgelegene Hauptschule wäre die Montanusschule in Hückeswagen. Das würde also bedeuten, dass Schüler doch wieder aus Wermelskirchen auspendeln müssten. Was ja eigentlich nicht mehr gewünscht war. Zudem würde sich die Frage stellen, inwieweit Inklusion in einer Realschule in gleichem Maße möglich wäre wie in einer Gesamt- oder Sekundarschule. Immerhin sind es rund 60 Schüler, die dort, an der jetzigen Sekundarschule, zurzeit inklusiv betreut werden. Eine Realschule hätte aber gar nicht den entsprechenden Personalschlüssel. Es bleibt also spannend in der Schuldiskussion.

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