Eilantrag

Stadt schafft zwei Notstromaggregate an

Die Stadt will schnellstmöglich zwei Notstromaggregate anschaffen, der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich nun einstimmig dafür aus.
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Die Stadt will schnellstmöglich zwei Notstromaggregate anschaffen, der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich nun einstimmig dafür aus.

Haupt- und Finanzausschuss stimmt Eilantrag der Verwaltung zu.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Auch wenn es nur theoretisch und prophylaktisch ist – der letzte Tagesordnungspunkt der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Heimatmuseum hatte einen leicht apokalyptischen Touch. Das Thema war kurzfristig auf die Tagesordnung gerutscht, es ging um eine Eilentscheidung bezüglich der Bereitstellung von Mitteln zur Sicherstellung einer Notstromversorgung. Konkret sollte beschlossen werden, dass mit etwa 100 000 Euro zwei Notstromaggregate für die Feuerwehr an der Bachstraße und den Verwaltungsstandort am Bahnhofsplatz angeschafft werden sollten. Wie Bauamtsleiter Andreas Schröder erklärte, sei zwar eine solche Notstromversorgung für die noch zu bauende neue Feuerwache im Brunsbachtal vorgesehen. „Angesichts der aktuellen Lage sollten wir aber nicht darauf warten, sondern uns für den Fall eines großen, flächendeckenden Stromausfalls oder einer Gasmangellage vorbereiten.“

Hintergrund war eine Anfrage des Kreises, wie es in den Kommunen mit der Notstromversorgung in einer entsprechend großen Lage aussieht, die nicht nur eine einzelne Stadt oder Gemeinde betrifft. „Wenn das nämlich der Fall ist, können wir nicht auf Unterstützung von außen bauen“, sagte Bürgermeister Dietmar Persian. In Hückeswagen gibt es weder für die Verwaltung noch für die Feuerwehr ein entsprechendes Notstromaggregat. Schröder: „Wir sollten uns einfach auf ein solches Szenario vorbereiten.“

Das soll nun mit der Anschaffung zweier Notstromaggregate geschehen. Das sei auch im regelmäßigen Austausch zwischen Kreis, Kommunen und Einsatzstäben deutlich geworden. Die Verwaltung habe in der Folge dieses jüngsten Austauschs analysiert, welche Stromerzeuger für die Feuerwache an der Bachstraße und die Verwaltung am Bahnhofsplatz nötig seien. „Natürlich können sie keinen vollständigen Ersatz für eine funktionierende Netzversorgung bieten“, betonte Schröder. „Es geht darum, eine Mindestnotstromversorgung aufrechtzuerhalten, damit der Austausch zwischen der Katastrophenschutzbehörde und den Rettungsorganisationen möglich bleibt. Auch die Bevölkerung soll Ansprechpartner haben.“

Für den Standort an der Feuerwache sei ein Dieselaggregat vorgesehen, für den Bahnhofsplatz ein Benzingenerator. „Allerdings haben wir natürlich das Problem, dass die Marktlage für diese Geräte aktuell bekanntermaßen äußerst angespannt ist“, sagte der Bauamtsleiter. Daher sei es nötig, möglichst schnell zu bestellen, um möglichst bald die Aggregate zu erhalten.

„Die Kosten für die beiden Geräte, das Zubehör und mobile Tanks belaufen sich auf geschätzt etwa 100 000 Euro“, sagte Schröder. Das Geld solle aus Posten im aktuellen Haushalt entnommen werden, die zwar eingeplant, aber 2022 nicht abgerufen würden, erklärte Kämmerin Isabel Bever. Der Ausschuss stimmte dem Eilantrag letztlich einstimmig zu, allerdings gab es die eine oder andere Frage.

So äußerte etwa SPD-Fraktionschef Jürgen Becker, dass ihn störe, dass der Kreis die Vorgabe so kurzfristig präsentiert habe. „Dann sollen auch Kreis oder Land das bezahlen, wenn sie es sofort haben wollen“, forderte er. Persian entgegnete, dass das aber durchaus in der kommuneneigenen Verantwortung liege. „Und wir sollten uns nicht darauf verlassen und hoffen, dass Kreis oder Land das bezahlen.“ Auch die Frage der Instandhaltung der Aggregate stand im Raum. Schröder: „Das müssen wir selbst machen. Es geht dabei darum, dass die Aggregate etwa einmal im Monat laufen müssen, damit sie im Einsatzfall – der hoffentlich nicht eintritt – auch funktionieren.“

 Stefan Mallwitz (SPD) fragte, wie die Bedarfe ermittelt worden seien. „Ein Kollege aus dem Gebäudemanagement, der in dieser Hinsicht sehr versiert ist, hat zusammen mit der Feuerwehr den Bedarf analysiert“, antwortete Schröder. „Ich versuche nun gerade, entsprechende Angebote zu bekommen, was absolut nicht einfach ist – viele Firmen gehen gar nicht mehr ans Telefon.“

Kritik, dass eine Eilentscheidung nicht nötig sei, entgegnete Persian, das sich dann die Lieferzeit entsprechend weiter nach hinten verschieben würde: „Und wir sind schon der Ansicht, dass wir möglichst schnell handeln sollten.“

Hintergrund

Funktionsweise: Mit einem Notstromaggregat kann im Fall einer Katastrophenlage, bei der die allgemeine Stromversorgung längerfristig ausgefallen ist, mobil Strom erzeugt werden. Ein solches Gerät hat einen Motor und einen Generator.

Antrieb: Der Motor wird mit Diesel oder Benzin betrieben und wandelt, kurz gesagt, den dabei verwendeten Kraftstoff in elektrische Energie um.

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