Krise

Sportvereine kämpfen mit steigenden Energiekosten

Vereinsvertreter fordern zum Sparen auf.

Von Theresa Demski und Stephan Singer

Inzwischen ist klar, dass nach den Herbstferien wieder warmes Wasser in den Duschen der städtischen Sporthallen fließt. Wie berichtet, beschloss dies der Stadtrat. Allerdings: Bei der Frage zur Einsparung von Energiekosten – der Bund gibt stattliche 15 Prozent als Ziel aus – fehlen nach wie vor Antworten, wie das mit den vorhandenen Mitteln und größtenteils veralteter Infrastruktur gehen soll. Das treibt die Sportvereine allesamt um.

Mit Energiesorgen kämpfen dabei auch jene Vereine, die keine städtischen Gebäude nutzen, sondern selbst heizen. „Das ist für uns ein großes Thema“, erzählte Sven Dicke, Vorsitzender des Judoclubs mit Räumen an der Thomas-Mann-Straße. „Wir trainieren barfuß. Da können wir die Raumtemperatur nicht so weit runter schrauben. 19 Grad sind in Ordnung, 14 Grad zu wenig.“ Das warme Wasser hat der Verein bisher nicht abgestellt. „Wir diskutieren darüber, möchten das aber vermeiden.“

Stattdessen denkt der Verein an alternative Energien und zukunftsfähige Modelle. Die Heizung wird bereits per Wlan gesteuert – wärmt den Raum also pünktlich zum Training auf. Auch über eine Photovoltaikanlage habe man mit dem Vermieter gesprochen – das sei finanziell aber eine große Herausforderung. „Und aktuell wissen wir ja noch nicht, wo es mit den Energiepreisen hingehen wird“, sagt Dicke.

Das bestätigt auch Dirk Hohlmann, Geschäftsführer bei TuRa Pohlhausen. „Wir haben in der jüngsten Vorstandssitzung noch mal an alle appelliert, möglichst sparsam zu sein.“ Sportplatz und Vereinsheim brauchen Energie – beides sei technisch aber relativ gut zu steuern. „Kalte Duschen: Das kann man aber nicht machen“, befand er – mit dem Ratsbeschluss zeigen sich die Sportvereine dementsprechend zufrieden.

Aber auch von der Duschthematik abgesehen, rechnet man bei TuRa Pohlhausen mit deutlich höheren Kosten. „Vielleicht werden wir die Gebühr für die Vermietung des Vereinsheims anpassen müssen oder einen Solidaritätszuschlag auf Beiträge einrichten“, sagt Hohlmann. Wenn gar nichts mehr gehe, hoffe er auf die Stadt. „Aber wir haben ganz gut gewirtschaftet“, erklärte der Geschäftsführer. „Unsere Existenz sehen wir erstmal nicht bedroht.“

Explizit die Duschfrage hatte unlängst Norbert Galonska, Vorsitzender des TuS Wermelskirchen, angesprochen und das Problem verdeutlicht, dass Gastmannschaften in der 3. Handball-Liga weite Heimstrecken haben. Unterstützung kam von Stadtsportverbandschef Rainer Bleek. „Die Regelung war bis zum 15. September vorgesehen. Es wird Zeit für warmes Wasser“, betonte Bleek – ehe die Ratssitzung dann erlösende Nachrichten brachte.

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