Pandemie

Sportvereine blicken optimistisch nach vorn

Das Online-Angebot von Joana (l.) und Heidi Herbst vom TuS kam bei den Mitgliedern super an. Archivfoto: Peter Klohs
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Das Online-Angebot von Joana (l.) und Heidi Herbst vom TuS kam bei den Mitgliedern super an.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Pandemie hat den Wermelskirchener Aktiven nicht so erheblich geschadet wie gedacht

Wermelskirchen. Skatturnier, Frühschoppen, Trainingsbetrieb – bei Tura Pohlhausen ist nach der langen Corona-Pause ein wenig die Normalität eingekehrt. Sowohl was den Sportbetrieb angeht, als auch die übrigen Veranstaltungen. „Wir machen jetzt weiter und blicken optimistisch in die Zukunft“, sagt Vorsitzender Dirk Hohlmann. Ob während des Corona-Lockdowns, in denen Sport und Feste nicht stattfinden durften, Mitglieder abgewandert sind, kann er noch nicht mit Sicherheit sagen. „Wir konnten ja auch keine Mitgliederversammlungen abhalten. Aber ich denke, das wird nicht eklatant sein.“

Nach dem Skatturnier am vergangenen Sonntag soll nun im Vereinsheim am Silberberg auch wieder ein karnevalistischer Frühschoppen stattfinden: Für Sonntag, 7. November, ab 11.11 Uhr lädt der Verein dazu in das Vereinsheim ein. Hohlmann: „Wir haben uns entschieden, bei den Veranstaltungen die 2G-Regel zu fordern, teilnehmen dürfen also nur vom Coronavirus Genesene und Geimpfte. Damit fahren wir ganz gut, alle hatten bisher dafür auch Verständnis.“

Bei allem Optimismus bei Tura: Die Feierlichkeiten zum 125. Jubiläum, die eigentlich im Oktober nachgeholt werden sollten, sollen nun doch nicht stattfinden. „Wir haben das aus verschiedenen Gründen gecancelt“, sagt Dirk Hohlmann. „Unser Jubiläum wäre ja 2020 gewesen – und das ist jetzt einfach zu spät. Wir werden sicher noch genug Gelegenheit zum Feiern bekommen.“

Der SV 09/35 kann sich nach der Corona-Zeit nicht über Mitgliederverluste beschweren, im Gegenteil: „Besonders bei den Kinder- und Jugendgruppen im Fußballbereich haben wir ganz regen Zulauf“, sagt Geschäftsführerin Kirsten Buchner. „Ob das nun an unserem schönen neuen Kunstrasen liegt oder daran, dass die Kinder sich einfach nach Mannschaftssport sehnen, das weiß ich nicht. Es freut uns auf jeden Fall sehr.“

Gleichwohl der Verein bisher noch für jede Mannschaft einen Trainer stellen kann, werden jetzt neue Übungsleiter gesucht. Buchner: „Wir brauchen Leute, die auch mal einspringen können, wenn zum Beispiel jemand ausfällt.“

Verein musste kreativ im Freien werden

Auch beim TuS Wermelskirchen hat der reguläre Sportbetrieb seit dem Sommer wieder begonnen. Allerdings verzeichnet der Verein nach der Corona-Pandemie 31 Austritte bei insgesamt 700 Mitgliedern. „Wir hatten aber auch Neuzugänge und können insgesamt sagen, dass wir bisher gut durch diese schwierige Zeit gekommen sind“, resümiert Vorsitzender Norbert Galonska.

Der TuS behalf sich während der Lockdown-Phase weitgehend mit Online-Sportprogrammen. Dafür hatte der Vorstand extra technisches Equipment für die Geschäftsstelle in Tente angeschafft. Galonska: „Die Mitglieder haben das super angenommen. Manche, die in den Außenbezirken der Stadt wohnen, haben sogar gefragt, ob wir das nicht weiterführen können.“ Auch die Bereitschaft der Stadt, den Sportplatz Tente sporadisch zur Verfügung zu stellen, hat den TuS-Sportlern geholfen. Zudem die Kooperation mit der Gemeinde Hilgen-Neuenhaus, die ebenfalls einen Außenbereich hinter der Gemeinde in Hilgen ihr Eigen nennt. „Dort konnten vor allem unsere Kindergruppen, aber auch die Reha-Sportler im Freien trainieren“, berichtet der Vorsitzende des TuS. Man habe viel improvisiert, vor allem, um den Rehasportlern mit verschiedensten Erkrankungen die Möglichkeit zur nötigen Bewegung zu verschaffen. Galonska: „Wir haben zum Beispiel Wanderungen für die Herzsportler angeboten. Oder Gruppenangebote draußen für Kinder geschaffen.“ Allein die Handballer hatten das Nachsehen. Sie konnten während des Lockdowns überhaupt nicht trainieren.

Alle hoffen nun, dass die Kreativität in diesem Winter nicht mehr nötig ist und das Hallentraining ganz normal bis Frühjahr stattfinden kann.

Nachwuchs

In der Corona-Pandemie hat der organisierte Sport fast drei Prozent seiner insgesamt 27 Millionen Mitglieder verloren. Man müsse jetzt besonders die verloren gegangenen Kinder in den Fokus nehmen, sagte der Sportwissenschaftler Lutz Thieme in einem Rundfunkbeitrag. Gezielte Kampagnen zum Aufholen seien deshalb notwendig. Die Wermelskirchener Vereine scheinen mit dem Ausbleiben von Nachwuchs indes keine Probleme zu haben. Gerade im Kinder- und Jugendbereich boomt der Sport derzeit in der Stadt, teilen sie mit.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Kreativität in der Krise, das fiel oftmals auf während der vergangenen Monate. Menschen, die aus der Not der langen Lockdowns etwas gemacht haben, könnte man es zusammenfassen. Die Wermelskirchener Sportvereine haben ebenfalls bewiesen, dass sie das können. Und so sind sie einigermaßen unbescholten durch die schwierige Zeit gekommen. Sport im Freien, alternative Kursangebote, Online-Programme. All das hat ermöglicht, dass die Mitglieder auch weiter sportlich am Ball geblieben sind. Und möglicherweise verhindert, dass eine Vielzahl an Mitgliedern ausgetreten ist. Besonders erfreulich: Der Kinder- und Jugendsport boomt in Wermelskirchen. So muss sich der SV 09/35 sogar um neue Trainer mühen, um der Flut an neuen Gruppen Herr werden zu können. Das sind gute Nachrichten. Und es zeigt, dass Sport und Bewegung auch bei Kindern und Jugendlichen noch nicht aus der Mode gekommen sind. Gute Gründe, weiterzumachen und die Kreativität weiter auszubauen. Wenn es auch hoffentlich nicht mehr nötig ist, Alternativen zum Live-Sport zu schaffen. Denn der darf ja wieder stattfinden.

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